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Lockdown verschreckt Verbraucher – Anschaffungsneigung bricht im Januar ein

Schrinner, Axel
·Lesedauer: 3 Min.

Vermutlich wird der aktuelle Lockdown in die Verlängerung gehen. Das drückt die Kauflaune der Verbraucher. Zusätzlich macht sich das Ende der Mehrwertsteuersenkung bemerkbar.

Das erste Quartal 2021 könnte für den Einzelhandel schwierig werden. Foto: dpa
Das erste Quartal 2021 könnte für den Einzelhandel schwierig werden. Foto: dpa

Deutschlands Verbraucher gehen mit gedämpfter Stimmung in das neue Jahr. Das signalisiert das HDE-Konsumbarometer, das gegenüber dem Vormonat knapp einen Punkt verlor und mit 94,93 Zählern nun auf dem tiefsten Stand seit Juni 2020 notiert. Da das Barometer nicht das aktuelle Konsumverhalten, sondern die Kaufabsichten in den kommenden Monaten abbildet, müssen sich die deutschen Einzelhändler nach dem Rekordjahr 2020 wohl auf ein sehr schwieriges erstes Quartal 2021 einstellen.

Das Konsumbarometer wird monatlich vom Handelsblatt Research Institute für den Handelsverband HDE berechnet. Es basiert auf einer repräsentativen Verbraucherbefragung und setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, die entsprechend ihrer Bedeutung in den Gesamtwert einfließen. Für Januar stürzte vor allem die Anschaffungsneigung ab. Außerdem planen die Verbraucher, mehr Geld als in den Vormonaten zurückzulegen und zunächst zu sparen.

Zudem rechnen sie mit steigenden Preisen – vermutlich wegen der wieder höheren Mehrwertsteuer sowie der neuen CO2-Abgabe. Dagegen zogen die Konjunkturerwartungen der Verbraucher wieder an, wenn auch von sehr niedrigem Vormonatsniveau.

Die Daten belegen, dass die Folgen der Corona-Pandemie Deutschland wirtschaftlich weiter voll im Griff haben. Viele Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe sind derzeit geschlossen – und es sieht gegenwärtig nicht so aus, als ob bald Normalität zurückkehren würde. Die meisten Verbraucher können also gar nicht wie gewohnt konsumieren, selbst wenn sie es wollten.

Die weitreichenden staatlichen Hilfen für die betroffenen Branchen und deren Beschäftigte verhindern jedoch, dass die Verbraucherstimmung noch weiter abrutscht. Außerdem sind die Einkommen großer Konsumentengruppe nicht von der Krise tangiert. Dazu zählen vor allem Staatsbedienstete, Transferempfänger wie etwa Rentner sowie die Beschäftigten der Krisengewinner-Branchen.

Überdies zeigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer, dass die Arbeitsagenturen durch den zweiten Lockdown keinen erneuten Einbruch des Arbeitsmarkts erwarten. Der Frühindikator stieg um 0,5 Punkte auf 101,0 Punkte. Viele Betriebe würden ihre Beschäftigten halten, unterstützt durch Kurzarbeit und Stützungsmaßnahmen, begründete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung die Entwicklung.

Allerdings basierten die jüngsten Daten auf Befragungen in der ersten Dezemberhälfte, bevor die Verschärfung des Lockdowns beschlossen wurde. Die IAB-Experten erwarten dennoch, dass sich der Trend fallender Arbeitslosigkeit fortsetzen dürfte.

Ein Grund für diesen Optimismus ist, dass die deutsche Industrie bislang gut durch den zweiten Lockdown gekommen ist. Im November legten die Umsätze der gewerblichen um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Daher dürfte die Gesamtwirtschaft sich im abgelaufenen vierten Quartal noch recht gut gehalten haben.

Allerdings warnen mittlerweile immer mehr Volkswirte, dass die sich abzeichnenden Verzögerungen bei den Impfungen die Erholung der deutschen Volkswirtschaft bedrohen könnten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte vor Silvester eingeräumt, dass es beim Impfstart „ruckelt“.

In den ersten Tagen nach Weihnachten wurden in Deutschland im Schnitt rund 26.000 Menschen täglich geimpft. Bei diesem Tempo würde es rein rechnerisch rund acht Jahre dauern, bis die gesamte Bevölkerung Deutschlands geimpft wäre.

Mehr: Der jüngste Lockdown würgt die Konjunktur in Deutschland erneut ab. Trotzdem könnte die Wirtschaft glimpflicher davonkommen als im Frühjahr, hoffen Ökonomen.