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Kliniken erwarten Gas-Mehrkosten - Ruf nach Klima-Investitionen

BERLIN (dpa-AFX) - Die deutschen Kliniken steuern auf hohe Mehrkosten für ihre Gasversorgung zu und dringen auf Milliarden-Investitionen für mehr Energie-Effizienz und Klimaschutz. Viele Kliniken dürften nach noch laufenden längeren Gas-Verträgen spätestens ab kommendem Jahr von Preissteigerungen und kurzfristigen Schwankungen betroffen sein, machte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Dienstag in Berlin deutlich. Für größere Häuser mit mehr als 600 Betten bedeute eine Verdreifachung der Gaskosten, so dass statt 800 000 Euro pro Jahr dann 2,4 Millionen Euro fällig würden.

Man könne in Krankenhäusern bei Volllast nicht beliebig Temperaturen herunterregeln, erläuterte Gaß. Sie seien auch nicht in der Lage, gestiegene Preise bei Energie, Lebensmitteln oder Medizintechnik irgendwie an Endkunden weiterzugeben. Um dies abzufedern und weitere wirtschaftlich bedingte Schließungen verhindern zu können, benötigten die Kliniken dringend einen Inflationsausgleich. Bei den Pauschalen für Behandlungsfälle als einziger Einnahmequelle der Kliniken sei in diesem Jahr eine gedeckelte Anhebung von 2,32 Prozent vorgesehen.

Gaß betonte, dass Krankenhäuser in der Prioritätenliste für den Fall von Gasknappheiten weit oben stünden und die Versorgung zumindest bis auf Weiteres gesichert sei. Sorge bereite aber die Abhängigkeit von Zulieferern wie Wäschereien, die ebenfalls auf Gas angewiesen seien. "Wenn die ausfallen, haben wir in wenigen Tagen in den Krankenhäusern ein Problem."

Die Krankenhausgesellschaft forderte einen von Bund und Ländern gemeinsam zu finanzierenden "Krankenhaus-Klimaschutzfonds". Für eine Umsetzung aller möglichen Maßnahmen zur CO2-neutralen Modernisierung sei ein Programm in mittlerer zweistelliger Milliardenhöhe nötig. Gaß verwies auf einen Investitionsstau bei Gebäuden und Technik. "Die Krankenhäuser sind ähnlich wie die Deutsche Bahn deutlich unterinvestiert." Über Jahre seien nötige Dinge versäumt worden.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek forderte einen Anstoß des Bundes, um Krankenhäuser ressourcenschonender zu machen. Der CSU-Politiker verwies auf eine eingebrachte Bundesratsinitiative für ein Förderprogramm von 1,5 Milliarden Euro über drei Jahre. "Damit können wir die Investitionen anstoßen, die nötig sind, um die Kliniken fit zu machen für eine klimaschonende Zukunft."

Die Grünen-Haushaltspolitikerin im Bundestag, Paula Piechotta, forderte die Länder auf, ihrer Verpflichtung zu Investitionen in den Krankenhäusern nachzukommen. "Spätestens jetzt, da die Kliniken gestiegene Energiekosten, Digitalisierung, bessere Tarifverträge und die Anpassung der Krankenhäuser an die Klimakrise finanzieren müssen, können sie nicht länger ihre Investitionen aus den laufenden Kosten querfinanzieren."

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