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Wie der Instagram-Algorithmus Kinder nach nur zwei Klicks mit den Accounts von Drogendealern verbindet

·Lesedauer: 2 Min.
Forscher fanden in einem Experiment heraus: Dealer können über den Instagram-Algorithmus mit nur wenigen Klicks Kontakt zu Kindern aufnehmen.
Forscher fanden in einem Experiment heraus: Dealer können über den Instagram-Algorithmus mit nur wenigen Klicks Kontakt zu Kindern aufnehmen.

Instagram schlägt seinen Nutzern Hashtags vor, die in direktem Zusammenhang zu illegalen Substanzen stehen. Die Accounts werden so zu Dealern weitergeleitet, die über die Plattform Partydrogen und Opioide verkaufen. Das hat ein Forschungsteam der Initiative Tech Transparency Project herausgefunden. Dabei macht der Algorithmus auch vor Minderjährigen nicht halt. Viele der Nutzer sind gerade einmal dreizehn Jahre alt.

Die Forschungsinitiative erstellte mehrere neue Accounts auf Instagram. Einer davon gab sich als 13-jähriger Teenager aus. Je zwei gaben vor, 14, 15 und 17 Jahre alt zu sein. Die fiktiven Nutzer wurden über bestimmte Hashtags zu Accounts von Drogendealern geleitet. Wenn sie diesen folgten, schlug Instagram ihnen automatisch weitere Accounts vor, die Drogen verkauften. Wie aus dem Bericht des Projekts hervorgeht, benötigten die Nutzer dafür lediglich zwei Klicks. Zum Vergleich: Es dauert ganze fünf Klicks, um sich von der Instagram-App abzumelden.

Instagram arbeite nun daran, die Plattform noch sicherer für Minderjährige zu machen

In einer aktuellen Pressemitteilung des Tech Transparency Projects heißt es: "Instagram hat es den fiktiven Teenagern nicht nur möglich gemacht, auf Accounts mit altersbegrenzten und illegalen Drogen zuzugreifen. Der Algorithmus hat die Minderjährigen sogar direkt mit den jeweiligen Dealern verknüpft. Diese verkaufen auf der Plattform sämtliche illegalen Substanzen, von Opioiden bis Partydrogen."

Meta reagierte sofort auf die Anschuldigungen. "Wir verbieten Drogenhandel auf Instagram", sagte ein Pressesprecher des Mutterunternehmens von Instagram zu Business Insider am Dienstag. "Allein im letzten Quartal haben wir 1,8 Millionen Beiträge entfernt, die auf den Verkauf von Drogen hinwiesen. Dank unserer verbesserten Erkennungssoftware beträgt die Anzahl solcher Inhalte zudem nur rund 0,005 Prozent von sämtlichen konsumierten Inhalten. Das sind circa fünf Klicks je 10.000 Beiträge." Der Pressesprecher fügte noch hinzu: "Nichtsdestotrotz arbeiten wir daran, Instagram in Zukunft noch sicherer zu gestalten. Vor allem für unsere jüngsten Nutzer."

Die ersten Hashtags wurden bereits gesperrt

Trotzdem ist unklar, wie Instagram diese Sicherheitslücke überhaupt zulassen konnte. Ungeachtet des eigentlichen Verbotes von Drogenhandel hatten die Mitglieder der Forschungsinitiative direkten Zugriff auf die untersagten Inhalte. Viele der Online-Dealer würden sogar offen in ihrer Account-Biografie schreiben, dass sie Drogen verkauften, so die Initiative.

Instagram habe bereits die ersten Maßnahmen ergriffen. Das Unternehmen habe Hashtags blockiert, die in dem Forschungsbericht aufgeführt wurden. Das betreffe unter anderem "#buyxanax", "#mdma" und "#buyfentanyl". Dies bestätigte der Meta-Pressesprecher. Außerdem untersuche man derzeit noch weitere Hashtags nach möglichen Nutzungsverstößen.

Meta steht seit Längerem in der Kritik, die Accounts von Kindern nicht ausreichend zu schützen

Erst im Oktober hatte Whistleblowerin Frances Haugen dem Meta-Konzern vorgeworfen, es bewusst in Kauf zu nehmen, dass Teenager bei Instagram psychisch leiden. Wenige Wochen zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, dass zukünftig alle Accounts von Kindern unter 16 Jahren automatisch auf "privat" gestellt würden. Wie Forscher herausfanden, betraf die Funktion jedoch lediglich Konten, die über die mobile App eingerichtet wurden. Wurde ein Account über den Desktop-Browser erstellt, blieb er zunächst öffentlich.

Dieser Text wurde von Anika Faber aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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