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„Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich aus der Krise" – Ifo-Index stagniert im Mai, aber die Zuversicht der Unternehmen wächst

Ein Hauch von Konjunktur-Frühling in der deutschen Wirtschaft. Blühende Landschaft vor der Frankfurt er Skyline mit der Europäischen Zentralbank (EZB). - Copyright: Picture Alliance
Ein Hauch von Konjunktur-Frühling in der deutschen Wirtschaft. Blühende Landschaft vor der Frankfurt er Skyline mit der Europäischen Zentralbank (EZB). - Copyright: Picture Alliance

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt wackelig. In der Umfrage für den Ifo-Index beurteilten die Unternehmen ihre Lage im Mai sogar etwas schlechter als im April. Dafür verbesserten sich ihre Aussichten für die kommenden Monate spürbar. Insgesamt stagnierte der wichtigste Frühindikator für die deutsche Wirtschaft unverändert bei 89,4 Punkten.

Analysten hatten dagegen im Mittel mit einem Plus auf 90,3 Punkten gerechnet. Die Hoffnung auf einen vierten Anstieg in Folge wurde enttäuscht. Ifo-Chef Clemens Fuest kommentierte aber: „Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich schrittweise aus der Krise heraus." Der Ökonom Carsten Brzeski von der ING-Bank sprach sogar von einer „kalten Dusche für Optimisten“. Allerdings geht auch er davon aus, dass die deutsche Wirtschaft weiter an Schwung gewinnt.

Ähnlich sieht es Michael Holstein, Chefvolkswirt der DZ Bank: „Die Unternehmen in Deutschland werden optimistischer mit Blick auf die kommenden Monate, aber die wirtschaftliche Erholung dürfte sich nur allmählich vollziehen.“

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Die Enttäuschung rührt vor allem daher, dass die Unternehmen ihre aktuelle Lage im Mai etwas negativer beurteilen als im April. Dieser Teilindex fiel von 88,9 auf 88,3 Punkte. Hier hatten viele Ökonomen einen besseren Wert erwartet, weil die Wirtschaftsleistung in Deutschland insgesamt im ersten Quartal 2024 leicht gestiegen war.

Dagegen stiegen die Erwartungen an die kommenden Geschäfte von 89,9 auf 90,4 Punkte. Dies war der vierte Anstieg in Folge auf den höchsten Wert seit einem Jahr. Er liegt damit aber immer noch unter den neutralen 100 Punkte. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft wird zwar etwas besser, ist aber immer noch weit entfernt von echter Zuversicht. „Der heutige Ifo-Index ist eine gute Erinnerung daran, dass die Wachstumsaussichten nach dem Wendepunkt immer noch gedämpft sind“, kommentierte Brzeski.

„In der Gesamtschau signalisieren die bislang verfügbaren Stimmungsindikatoren weiterhin eine Frühjahrsbelebung der deutschen Wirtschaft. Die aktuellen ifo-Daten mahnen aber zu etwas Geduld“, sagte Marc Schattenberg von der Deutschen Bank Research.

Das Ifo-Geschäftsklima ist ein Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland in den kommenden sechs Monaten. Ihm liegt eine regelmäßige und umfassende Befragung von 9.000 Unternehmen zugrunde. Der Index misst nicht zurückblickend echte Geschäftsdaten, sondern erfasst Einschätzungen von Firmen für ihre aktuelle Lage und die Zukunft.

Ifo-Index: Industrie, Handel und Bau erholt, doch Dienstleister schwächeln

Interessant ist ein Blick auf die Wirtschaftsbereiche. Während sich die Stimmung in der Industrie, aber auch im Handel und sogar am Bau weiter verbesserte, schwächeln aktuell viele Dienstleistungsbranchen.

Die Industrie war lange das Sorgenkind der deutschen Wirtschaft, auch als Folge hoher Energiepreise und staatlicher Eingriffe. Im Mai verbessert sich die Stimmung nun zum dritten Mal in Folge. „Die Firmen zeigten sich merklich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Auch der Ausblick auf die kommenden Monate war weniger pessimistisch", schreibt Ifo. „Die seit der schweren Industriekrise im vergangenen Jahr beobachtbare Stimmungsaufhellung ist mithin vollkommen intakt“, kommentiert Bantleon-Chefvolkswirt Daniel Hartmann. „Die Belebung in der Industrie ist in vollem Gange.“

Der Dienstleistungssektor habe dagegen „einen Rückschlag“ erlebt, so das Ifo-Institut. Dies lag vor allem daran, dass die Geschäfte aktuell schlechter laufen als im April. Die Erwartungen hätten sich dagegen etwas verbessert. Viele Unternehmen berichteten auch von zusätzlichen Aufträgen.

„Im Handel zog der Index merklich an“, schreibt das Ifo-Institut. „Die Geschäftserwartungen verbesserten sich deutlich, bleiben aber weiterhin von Skepsis geprägt“. Auch die aktuelle Lage zeige nach oben. Diese positive Entwicklung war vor allem durch den Großhandel getrieben. Auf dem Einzelhandel ruhen erhebliche Konjunkturhoffnungen. Da die Löhne und Gehälter aktuell deutlich stärker steigen als die Preise, nimmt die Kaufkraft der Verbraucher zu. Ökonomen setzen darauf, dass dies im Laufe des Jahres auch zu höheren Konsumausgaben führt.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima erneut verbessert. Die Unternehmer zeigten zufriedener mit den laufenden.Geschäften. Auch die Erwartungen fielen etwas weniger pessimistisch aus. Auftragsmangel bleibe auch hier aber ein zentrales Problem.

„Alles in allem bestätigt auch die jüngste ifo-Umfrage unseren freundlichen Konjunkturausblick für Deutschland und die Eurozone“, lautet das Fazit von Daniel Hartmann. Aber: „Der Prozess wird auch in den nächsten Monaten zäh verlaufen.“

Das Ifo-Institut erwartet für dieses Jahr in Deutschland ein kleines Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent. Es liegt damit etwa im Mittel der Prognosen von Ökonomen, Banken und Institutionen. Eine Tabelle mit allen maßgeblichen Prognosen zur deutschen Konjunktur findet ihr hier.