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Handytarife aus dem Supermarkt

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Stiftung Warentest)

Beim Lebensmitteleinkauf auch gleich das Handyguthaben mit aufladen, ist für viele Mobilfunknutzer selbstverständlich. Ob bei Lidl, Edeka, Netto oder Aldi – in fast allen Supermärkten sind die bunten Prepaid-Kärtchen zu finden. Stiftung Warentest hat die Tarife einmal genau unter die Lupe genommen und erklärt, ob und für wen sich das Zugreifen lohnt.

Nutzer von Prepaid-Volumentarifen genießen vertragliche Freiheiten und haben die Kosten fürs Handy immer fest im Blick. Das Prinzip ist vor allem für Familien attraktiv: Ab 4,99 Euro bekommen Mobilfunknutzer an der Supermarktkasse ein bestimmtes Kontingent an Freiminuten, SMS und Datenvolumen. Viele Kinder bekommen zusätzlich zum Taschengeld ein Aufladekärtchen fürs Handy.

Stiftung Warentest hat sich die Angebote von Edeka, Galeria mobil, ja! mobil und Co ganz genau angesehen und verglichen. In der neuesten Ausgabe des Verbrauchermagazins Finanztest loben die Verbraucherschützer die preisgünstigen und flexiblen Tarife, die sich problemlos jeder Zeit aufstocken lassen und Vertragslaufzeiten von nur einem Monat haben.

Ein weiterer Vorteil sei zudem, dass viele Supermärkte sogenannte Community-Tarife anbieten würden. Durch die telefonieren Kunden, die den gleichen Vertragspartner nutzen, untereinander kostenlos.

Tarife für Wenignutzer
Handy-Besitzern, die eher selten telefonieren, empfehlen die Experten die Tarife von Lidl Connect oder K-Classic von Kaufland. Mit denen bekommen Kunden für 4,99 Euro monatlich 100 Mobilfunkeinheiten. Das sind Freiminuten oder SMS, die kombiniert werden können. Zusätzlich gibt‘s 100 Megabyte Datenvolumen. Auch die Tarife von Nettokom und Norma Mobil halten die Verbraucherschützer für empfehlenswert. Mit denen bekommen Nutzer für zwei Euro mehr 260 Einheiten und 660 Megabyte Daten.

Tarife für Normalnutzer
Handy-Besitzern mit durchschnittlichem Telefonie- und Datennutzungsverhalten rät Stiftung Warentest zu den Tarifen Aldi Talk, Ja! Mobil, K-Classic und Lidl Connect. Für 7,99 Euro monatlich bieten die 300 Mobilfunkeinheiten und 750 Megabyte Datenvolumen. Für die Nutzung der Prepaid-Karte im EU-Ausland ohne zusätzliche Roaming-Gebühren, fand Stiftung Warentest Angebote bei Lidl, Edeka und Rossmann.

Ein Wechsel von Laufzeitverträgen zu Prepaid-Tarifen kann sich durchaus für viele lohnen. „Die Erfahrung zeigt, dass Mobilfunkkunden ihr Telefonieverhalten oft zu hoch einschätzen. Mitunter schließen Sie Laufzeitverträge mit Flatrates ab, die sie nicht ausnutzen und die auf die Dauer zu teuer sind. In Deutschland wurden 2016 pro Sim-Karte im Schnitt nur etwa 70 Minuten im Monat telefoniert“, so die Experten.

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Aufladen lassen sich die meisten Karten nicht nur mit den bunten Kärtchen, sondern auch per Bankeinzug. Lediglich bei Penny und Ja! Mobil könne das Guthaben nur an der Supermarktkasse aufgestockt werden, so die Verbraucherschützer. Abstriche müssen Kunden allerdings in Sachen Komfort und Beratung machen. Die Karten bieten keine superschnelle LTE-Technik und in den meisten Supermärkten wird keine Beratung zum Kartenverkauf angeboten.

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Handytarife“ finden Sie hier (kostenpflichtig).