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Ihr habt gehofft, dass die Baufinanzierung nach der EZB-Zinswende günstiger wird? Aktuell steigen die Bauzinsen sogar weiter

Es bestand Hoffnung, dass mit der EZB-Zinswende auch die Baufinanzierung für den Erwerb eines Eigenheims günstiger wird. Aber das Gegenteil ist der Fall. - Copyright: Getty Images/ wakila
Es bestand Hoffnung, dass mit der EZB-Zinswende auch die Baufinanzierung für den Erwerb eines Eigenheims günstiger wird. Aber das Gegenteil ist der Fall. - Copyright: Getty Images/ wakila

Die Europäische Zentralbank hat Anfang des Monats die Zinswende eingeläutet: Einige Verbraucherinnen und Verbraucher haben in diese Trendwende große Erwartungen gesetzt – die allerdings nicht eingetreten sind.

So ist die gutgläubige Hoffnung verpufft, dass nach der Senkung des Leitzinses auch zeitnah die Zinsen für die Baufinanzierung sinken. Einer Analyse von Check24 zufolge, sind die Bauzinsen sogar noch einmal gestiegen.

Obwohl die EZB ihren Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt hat, hält der Aufwärtstrend bei den Bauzinsen. Diese steigen schon seit Beginn des Jahres. Mitte Januar lag der Zins für eine zehnjährige Sollzinsbindung bei 2,93 Prozent, aktuell liegt er bei 3,11 Prozent.

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„Die Zinssenkung der EZB war von den Banken Anfang des Jahres bereits eingepreist“, sagt Ingo Foitzik. Er ist Geschäftsführer Baufinanzierung bei Check24. Sei man im Januar noch von fünf bis sechs Leitzinssenkungen in diesem Jahr ausgegangen, „rechnen die Banken aufgrund der immer noch zu hohen Inflation mittlerweile nur noch mit ein bis zwei weiteren Senkungen für 2024. Deshalb sind die Bauzinsen seit Jahresstart in Summe wieder gestiegen", erklärt der Experte diese Entwicklung.

Genau diese Entwicklung hatte Michael Neumann, Zinsexperte des Finanzvermittlers Dr. Klein, vorausgesagt. Er war schon vor der EZB-Zinswende sicher, dass die Erwartungen in aktuellen Preisen und Finanzierungen bereits eingepreist sind. „Daher werden die laufenden Bauzinsen nicht weiter sinken, auch wenn die EZB die Zinsen senkt. Die Bauzinsen werden seitwärts verlaufen", sagte er und behielt recht.

Der durchschnittliche Sollzins im Jahr liegt derzeit bei 3,51 Prozent und damit 0,37 Prozentpunkte höher als im Januar. Bei einer Baufinanzierung in Höhe von 400.000 Euro und einem anfänglichen Tilgungssatz von drei Prozent entstehen damit nach Ablauf einer Sollzinsbindung von zehn Jahren 117.308 Euro an Zinskosten. Bei einem Durchschnittszins von 3,14 Prozent im Januar waren es 105.202 Euro an Zinskosten – also 12.106 Euro weniger.

Experten sind sich aber einig, dass trotz der gestiegenen Zinsen für die Baufinanzierung noch immer ein sehr guter Zeitpunkt für einen Kauf ist. „Kaufinteressierte sollten sich von gestiegenen Zinsen nicht abschrecken lassen“, sagt Ingo Foitzik. „Wer ein geeignetes Objekt gefunden hat, sollte lieber jetzt finanzieren. Die Immobilienpreise haben in den vergangenen Monaten leicht angezogen und werden voraussichtlich weiter steigen.“

So argumentiert auch Michael Neumann. Er sagt klar, dass es keinen Grund zum Warten gibt. „Wir sehen erste Anzeichen, dass der Preisrückgang, der 2022 begann, jetzt langsam zum Erliegen kommt. Auch dort entwickelt sich eine Seitwärtsbewegung“, so Neumann. Seiner Einschätzung nach werde dieser Trend aber enden, die Preise werden steigen.