Werbung
Deutsche Märkte schließen in 5 Stunden 13 Minuten
  • DAX

    17.367,97
    -2,48 (-0,01%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.861,22
    +5,86 (+0,12%)
     
  • Dow Jones 30

    39.069,11
    +456,87 (+1,18%)
     
  • Gold

    2.032,20
    +1,50 (+0,07%)
     
  • EUR/USD

    1,0828
    +0,0001 (+0,01%)
     
  • Bitcoin EUR

    47.305,08
    -384,47 (-0,81%)
     
  • CMC Crypto 200

    885,54
    0,00 (0,00%)
     
  • Öl (Brent)

    77,58
    -1,03 (-1,31%)
     
  • MDAX

    25.910,43
    -189,33 (-0,73%)
     
  • TecDAX

    3.399,53
    -5,48 (-0,16%)
     
  • SDAX

    13.731,19
    -93,57 (-0,68%)
     
  • Nikkei 225

    39.098,68
    +836,48 (+2,19%)
     
  • FTSE 100

    7.682,80
    -1,69 (-0,02%)
     
  • CAC 40

    7.938,18
    +26,58 (+0,34%)
     
  • Nasdaq Compositive

    16.041,62
    +460,72 (+2,96%)
     

Häufung von Lungeninfekten bei Kindern in China: Diese Fakten sprechen gegen eine mit Corona vergleichbare Pandemie

In China verbreiten sich Atemwegserkrankungen. Besonders betroffen sind Kinder. - Copyright: Tang Ming Tung, Getty Images
In China verbreiten sich Atemwegserkrankungen. Besonders betroffen sind Kinder. - Copyright: Tang Ming Tung, Getty Images

Die aktuelle Lage im Norden Chinas weckt Erinnerungen: Sprunghaft mehren sich dort die Fälle von Lungenentzündungen, Bilder überfüllter Krankenhäuser machen auf Social Media die Runde und vor Ort rufen die Behörden zum Tragen von Mund-Nase-Masken auf. Stehen wir am Beginn einer neuen Pandemie? Wenige Jahre nach dem Corona-Ausbruch im Winter 2019 sitzt diese Angst tief. Doch Expertinnen und Experten entwarnen vorerst. Anders als damals sei kein neues Virus für die regionale Epidemie, die vor allen Dingen Kinder betrifft, verantwortlich.

Angst vor neuer Pandemie: Wie ist die Lage in China?

Ungewöhnlich häufig verbreiten sich in China seit Herbstbeginn verschiedene Atemwegserkrankungen und betreffen dabei insbesondere Kinder. Vor Krankenhäusern in Metropolen und Provinzen wie Peking oder Liaoning bildeten sich in den vergangenen Wochen lange Schlangen, Eltern und Kinder warteten teils nächtelang vor den Notaufnahmen, wie beispielsweise die britische „Financial Times“ (FT) berichtet.

Mancherorts schlossen ganze Schulen, um das Infektionsgeschehen zu unterbinden, zitiert die internationale Beobachtungs- und Meldestelle für Infektionskrankheiten ProMed den taiwanischen Nachrichtensender FTV. Wie viele Menschen genau im Zuge der aktuellen Infektionswelle erkrankt sind, ist unterdessen unklar.

Auf Anfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte China mit, die insbesondere im Norden, aber auch landesweit gestiegenen Krankenhausaufenthalte gingen vor allen Dingen auf Infektionen mit Mykoplasmen-Bakterien, das menschliche Respiratorische-Synzytial-Virus (RSV), Adenoviren und die Influenza zurück. Diese Erreger grippeähnlicher Infekte und Pneumonien sind allesamt bekannt, verbreiten sich in diesem Jahr allerdings auffällig stark in der Volksrepublik.

Werden sich die Lungenentzündungen nun weltweit verbreiten?

Anders als das Coronavirus, das durch eine Zoonose vom Tier auf den Menschen übergesprungen war, sind die fraglichen Erreger diesmal kein Novum. Im vergangenen Winter hatte das RS-Virus beispielsweise auch in deutschen Krankenhäusern für überlastete Kinderstationen gesorgt.

Das derzeitige Infektionsgeschehen erklären chinesische Behörden mit dem ersten Winter ohne Schutzmaßnahmen seit Beginn der Corona-Pandemie. Auch der Wissenschaftler Francois Balloux, Professor beim Genetics Institute des University College of London, sagte der BBC: „China erlebt jetzt wahrscheinlich eine große Welle von Atemwegsinfektionen bei Kindern, da dies der erste Winter nach der langen Politik der Abschottung ist. Diese muss die Verbreitung von Atemwegsinfektionen drastisch reduziert und damit die Immunität gegen endemische Infektionskrankheiten verringert haben.“

Anders als viele Erwachsene hatte eine große Anzahl junger Kinder im Laufe ihres Lebens nie die Möglichkeit, sich gegen die Viren zu immunisieren. Darauf verweist auch die „FT“.  Nach Aufhebung der Corona-Maßnahmen hätten viele Länder hohe Infektionen von Kindern mit Atemwegserkrankungen verzeichnet.

Nach Corona-Katastrophe: Können wir den chinesischen Behörden noch vertrauen?

Spezialistinnen und Spezialisten der WHO durchsuchen täglich Tausende Medienberichte und wissenschaftliche Daten nach möglichen gefährlichen Krankheitsausbrüchen. Bei Auffälligkeiten fordern sie von entsprechenden nationalen Behörden weitere Informationen, um Gefahren für die öffentliche Gesundheit zu identifizieren. Das schreibt die „BBC“. Nach Durchsicht der chinesischen Daten schätzt die WHO ein: „Es liegen nur wenige detaillierte Informationen vor, um das Gesamtrisiko dieser gemeldeten Fälle von Atemwegserkrankungen bei Kindern vollständig zu beschreiben.“

Aufgrund des Beginns der Wintersaison sei jedoch mit einer Zunahme der Atemwegserkrankungen zu rechnen. Im „Zeit Online“-Nachrichtenpodcast „Was jetzt?“ wir konstatiert, den chinesischen Gesundheitsbehörden könne man nicht so sehr trauen wie den deutschen. „Auf der anderen Seite ist es wirklich so, dass das Muster dieser Erkrankungen jetzt nicht so viel Sorgen macht, weil es vor allem Kinder betrifft und nicht Erwachsene.“ Bei einem neuen Virus „würden wir beispielsweise auch erwarten, dass mehr Erwachsene betroffen sind.“

Welche Folgen hat der Ausbruch?

Am 22. November hatte die WHO China offiziell zur Herausgabe epidemiologischer und klinischer Informationen sowie von Laborergebnissen im Zusammenhang mit dem aktuellen Infektionsgeschehen aufgefordert. Nach einer entsprechenden Auswertung der Daten befürchtet die WHO keine Ausbreitung weit über die Grenzen Chinas hinaus. Reisewarnungen oder besondere Empfehlungen spricht sie ebenfalls nicht aus.

Allerdings beobachtet sie die Situation aufmerksam und steht in engem Kontakt mit den chinesischen Gesundheitsbehörden. In Deutschland beruhigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf Anfrage der Zeitung „Der Tagesspiegel“: „Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass es sich um eine saisonale Häufung mit bekannten Erregern handelt, also keine neuen Erreger, keine besondere Gefahr, insbesondere auch keine Gefahr für Europa.“

mj