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Warum eine Gehaltserhöhung für euch zur bösen Überraschung werden kann

Christoph Damm
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Endlich hat man sich durchgerungen, seinen Chef auf eine Gehaltserhöhung anzusprechen, man sitzt sich im Büro gegenüber und verhandelt, wieviel Geld mehr am Monatsende herausspringen soll. Freut man sich nach der Verhandlung über das Plus, folgt häufig später die Ernüchterung.

Auf dem Gehaltszettel zeigt sich schnell, dass nur wenig von dem zusätzlichen Geld auch auf dem Konto ankommt. Das Problem ist die Kalte Progression — also die Verbindung von Steuer- und Sozialversicherungslast. Sie greift bei jedem Euro, der zusätzlich auf das bisherige Gehalt obendrauf kommt. 

Dieser Effekt entsteht, weil die Inflation in Deutschland nicht an das Steuersystem gekoppelt ist. Zur Erklärung: Würden Arbeitgeber die Gehälter ihrer Angestellten jedes Jahr an die Inflationsrate anpassen, würde die Kaufkraft der Mitarbeiter gleichbleiben. Sie könnten sich also nicht mehr kaufen, als vorher auch. Und: Mit jedem Euro, den man zusätzlich verdient, steigt auch die Steuerbelastung. „Somit würde es Arbeitnehmern zwar nicht besser gehen, weil lediglich die steigenden Preise durch eine Lohn-Anpassung um die Inflationsrate ausgeglichen würden“, erklärt Tobias Hentze, Experte für Finanz- und Steuerpolitik am IW Köln. „Allerdings erhält der Staat überproportional mehr Steuern, wenn Gehälter steigen.

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