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Für 1.000 Meter Straße soll ein Bauer 189.000 Euro zahlen

Vormals ein kleiner Feldweg, hat ihn die Stadt in Lütjenburg zur Straße ausgebaut. Dafür soll nun auch ein Landwirt bezahlen. (Symbolbild: ddp)

Weil seine Felder an einer Straße liegen, die die Stadt Lütjenburg in Schleswig-Holstein ausbauen ließ, soll ein Landwirt jetzt 189.000 Euro berappen. Das Verwaltungsgericht Schleswig hat die ruinöse Forderung bereits bestätigt.

Er will sie nicht, er braucht sie nicht und er kann sich nicht dagegen wehren, dass sie ihn ruinieren wird. Unfassbare 189.000 Euro verlangt die Stadt Lütjenburg in Schleswig-Holstein für gerade mal einen Kilometer Straße, die sie im Jahr 2011 ausgebaut hat. Sie geht von einer Landstraße ab und verbindet eine Wehranlage aus dem Mittelalter mit einem Eiszeitmuseum und dem Hof eines 61-jährigen Landwirts. Insgesamt 600.000 Euro hat das Sträßchen gekostet, drei Viertel davon will die Stadt von den Anliegern erstattet haben.

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Gegenüber dem „NDR“ sprach der Bauer von einer „totalen Katastrophe“. Dass das Verwaltungsgericht Schleswig die zunächst geforderte Summe von 217.000 Euro auf die jetzigen 189.000 Euro nach unten drückte, hilft dem Mann auch nicht weiter. Den angebotenen Vergleich über 75.000 hat die Stadt abgelehnt. Rechnet man die Anwalts- und Gerichtskosten inklusive Zinsen dazu, kostet der Ausbau der Straße die Familie mit zwei Kindern um die 260.000 Euro.

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Die Frau des Landwirts sagte gegenüber dem NDR: „Für mich war das wie ein Schlag ins Gesicht, ich bin schockiert.“ Der Sohn, der den verpachteten Hof eigentlich bald übernehmen wollte, kann das unter den gegebenen Umständen vergessen. Der Bürgermeister des 5500-Einwohner-Städtchens äußerte sich nicht gegenüber dem „NDR“.