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FTX-Pleite reißt weitere Kryptofirmen in den Abgrund

Mehr als eine Million Gläubiger sollen Geld von der insolventen Krypto-Börse FTX fordern. - Copyright: Olivier Douliery/AFP via Getty Images
Mehr als eine Million Gläubiger sollen Geld von der insolventen Krypto-Börse FTX fordern. - Copyright: Olivier Douliery/AFP via Getty Images

Guten Morgen! Während ihr geschlafen habt, ging andernorts die Arbeit in der Digitalszene weiter.

Die Top-Themen:

Die Pleite der Krypto-Börse FTX zieht wie befürchtet Kreise: Laut eines Berichts des „Wall Street Journal“ hat der FTX-Kollaps auch den Krypto-Kreditgeber Blockfi in Schwierigkeiten gebracht. Dieser bereite sich möglicherweise ebenfalls auf einen Insolvenzantrag vor, hieß es. FTX-Gründer Sam Bankman-Fried hofft dagegen immer noch, dass er ausreichend Geld für die inzwischen insolvente Krypto-Börse aufbringen kann, um seine Nutzer zu entschädigen. Bankman-Fried, der inzwischen als CEO der Firma zurückgetreten ist, soll das Wochenende damit verbracht haben, mögliche Investoren zu kontaktieren. Einige wenige treue Mitarbeiter sollen ihn dabei unterstützt haben.

Da es jedoch gilt, eine Liquiditätslücke von rund acht Milliarden US-Dollar zu schließen, sind die Aussichten auf Erfolg eher gering. Bisher soll niemand „angebissen“ haben. Gleichzeitig wurde bekannt, wie ernst die Lage wirklich ist: Letzte Woche, als die Firma Insolvenzschutz beantragte, gab FTX an, dass es mehr als 100.000 Gläubiger habe. In einer aktualisierten Einreichung vom Dienstag schrieben die Anwälte des Unternehmens dann aber, dass es sich tatsächlich um mehr als eine Million Gläubiger handeln könnte. [Mehr bei Wall Street Journal, Bloomberg, Wall Street Journal und CNBC]

Auf Gründerszene: ESOP-Programme sind hochkomplex. Was sind die Anteile derzeit wert? Wann werden die nächsten Shares im Rahmen der „Vesting“-Periode gutgeschrieben? Welcher Mitarbeiter hält wie viele Anteile? Das sind nur einige Fragen, die Gründer und Mitarbeiter sich stellen. Antworten gibt es inzwischen in Form von Software. Wir stellen drei Lösungen aus der Praxis vor. [Mehr bei Gründerszene]

Und hier die weiteren Schlagzeilen der Nacht:

Meta Platforms, Lyft, Salesforce und andere Technologieunternehmen, die jahrelang die US-Büronachfrage ankurbelten, kündigen jetzt Mietverträge und überschwemmen Geschäftsviertel mit Büroflächen, während sie sich verkleinern. Betroffen sind vor allem San Francisco, das Silicon Valley, New York und Austin. Amazon stoppte im Juli bereits den Bau neuer Bürogebäude inmitten eines Einstellungsstopps und bereitet nun die Entlassung von Tausenden von Arbeitnehmern vor. [Mehr bei Wall Street Journal]

SpaceX befindet sich laut eines Medienberichts in Gesprächen, um neue Gelder bei einer Bewertung von 150 Milliarden US-Dollar zu beschaffen. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, der seine Tage und Nächte derzeit in der Twitter-Zentrale verbringt, war bei seiner letzten Finanzspritze noch auf 125 Milliarden Dollar geschätzt worden. In diesem Jahr hat die Firma bereits zwei Milliarden an Investitionen aufgebracht. Die neue Finanzierungsrunde wird dem Bericht zufolge eine Mischung aus neuen Unternehmensaktien und Zweitaktien von Mitarbeitern umfassen. [Mehr bei Bloomberg]

Apple wird ab 2024 einige seiner Chips von einer Fabrik im US-Staat Arizona kaufen. Dies soll Apple-CEO Tim Cook bei einem internen Firmentreffen in Deutschland gesagt haben. Bisher stellt die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) die Prozessoren der A- und M-Serie her, die iPhones und Mac-Computer antreiben. Sollte Apple in den USA hergestellte Prozessoren kaufen, würde dies eine erhebliche Diversifizierung der Lieferkette weg von Taiwan bedeuten. [Mehr bei Bloomberg und CNBC]

Enpal wächst aufgrund der Energiekrise schnell und ist laut eines Medienberichts auf der Suche nach Investoren, um zu expandieren. Das Berliner Solar-Startup, das sich auf die Vermietung von Solarpanels spezialisiert hat, bemüht sich um weitere 150 Millionen Euro an Kapital. Enpal hatte Ende des vergangenen Jahres als erstes deutsches Startup im Bereich erneuerbare Energien die Bewertung von einer Milliarde US-Dollar geknackt. Sollte die gewünschte Finanzspritze Realität werden, könnte sich diese Bewertung verdoppeln. [Mehr bei Handelsblatt]

Georg Kofler, bisher Aufsichtsratschef und größter Anteilseigner der kriselnden Social Chain AG, übernimmt zum 1. Januar den Chefposten des Social-Commerce-Unternehmens. Dies berichtete das „Handelsblatt“ am späten Dienstagabend. „Mit-Löwe“ und Investor Ralf Dümmel verlässt den Vorstand. Mehr über die Entlassungen, die ebenfalls anstehen, und etwa 30 der rund 500 Stellen treffen werden, lest ihr im Folgenden in unserem Lesetipp. [Mehr bei Handelsblatt]

Unser Lesetipp auf Gründerszene: Die Fusion mit der Social Chain AG hat sich für Ralf Dümmels DS Gruppe bislang nicht gelohnt. Jetzt entlässt Dümmel Dutzende Angestellte – das sind die Gründe. [Mehr bei Gründerszene]

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Eure Gründerszene-Redaktion