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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Trump will bei Peking-Politik noch Pflöcke einrammen, Chinas Erholung ist einzigartig, europäische Aktien starten mit Gewinnen in die Woche, Ghosns Auto-Imperium zeigt Risse, und Impfstoffsicherheit steht im Fokus der EMA. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Trump will bei Peking-Politik noch Pflöcke einrammen

US-Präsident Donald Trump plant in den verbleibenden Wochen seiner Amtszeit mehrere neue Hardliner-Aktionen gegen China, berichtet ein hoher US-Regierungsbeamter. Zu den Optionen gehörten der Schutz von US-Technologie vor der Ausbeutung durch das chinesische Militär, die Bekämpfung des illegalen Fischfangs und weitere Sanktionen gegen Beamte oder Institutionen der Kommunistischen Partei, hieß es. Es wäre “politisch selbstmörderisch” für künftige US-Präsidenten, Trumps Strafmaßnahmen rückgängig zu machen, so lange Peking sich global nicht verantwortungsvoller verhält, sagte John Ullyot, ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates. Trump sieht sich weiterhin nicht als Wahlverlierer. Aus seinem Umfeld ist zu hören, dass er zunehmend begreife, dass er das Wahlergebnis nicht mehr ändern kann.

Chinas Erholung ist einzigartig

Chinas Erholung hat im Oktober an Tempo zugelegt und den Status des Landes als einzig wachsende große Volkswirtschaft 2020 gefestigt. Während die USA und Europa mit der grassierenden Pandemie zu kämpfen haben, hat deren frühzeitige Eindämmung in China bewirkt, dass sich die wirtschaftliche Erholung bis zum Jahresende beschleunigen dürfte, angeheizt von den Verbraucherausgaben und einem Exportboom dank weltweiter Nachfrage nach medizinischer Ausrüstung und Home-Office-Elektronik. Die deutsche Wirtschaft könnte dieses Jahr um 5,7% schrumpfen, die der Schweiz um 4,6% und in Österreich könnte es um 6,7% abwärts gehen. UBS-Präsident Axel Weber warnte davor, dass Ökonomen mit ihren Prognosen falsch liegen könnten. Fiskal- und Geldpolitik müssten expansiv bleiben, was soziale Spaltungen vertiefen könnte.

Europäische Aktien starten mit Gewinnen in die Woche

Europäische Aktien folgten zu Wochenbeginn positiven Vorgaben aus Asien und den US-Futures, getragen von einer positiven Stimmung zum Handel und Anzeichen für begrenzte Lockdown-Maßnahmen in den USA. Der Stoxx Europe 600 eröffnete höher, angeführt von zyklischen Titeln wie Banken und Minenwerten. Berater des designierten US-Präsidenten Joe Biden hatten erklärt, dass sie sich trotz steigender Infektionszahlen gegen landesweite Abschottungsmaßnahmen aussprechen. Am Sonntag wurde in Asien das weltweit größte regionale Freihandelsabkommen unterzeichnet, das fast ein Drittel der Weltbevölkerung und des Welt-Bruttoinlandsprodukts umfasst. “Wir sehen für die Zukunft einen positiven Nachrichtenstrom”, sagte Sean Fenton von Sage Capital in Sydney gegenüber Bloomberg TV. In Deutschland gewannen Nordex nach Anhebung des Kursziels bei Metzler.

Ghosns Auto-Imperium zeigt Risse

Zwei Jahre nach der Verhaftung von Carlos Ghosn sind innerhalb von Nissan Diskussionen im Gange, die einen wichtigen Teil seines Vermächtnisses als Ex-CEO abwickeln könnten. Renault-Nissan-Mitsubishi - die größte Automobilallianz der Welt, die nach Ghosns Wunsch Branchengiganten wie Volkswagen hätte herausfordern sollen - könnte ihr schwächstes Mitglied verlieren. Nissan sucht nach Möglichkeiten, seine 34%ige Beteiligung an Mitsubishi Motors ganz oder teilweise zu verkaufen, berichten informierte Kreise. Ein Verkauf könnte der erste Schritt in einer umfassenderen Überprüfung der Allianz sein, sagten die Personen. Nissan und Mitsubishi erklärten jeweils, es gebe keine Pläne für geänderte Kapitalbeziehungen. Renault wollte sich nicht äußern. Ghosn hatte Mitsubishi 2016 mit Geld und der Einladung in die Allianz gerettet.

Impfstoffsicherheit steht im Fokus der EMA

Die Überwachung der Sicherheit von Covid-19-Impfstoffen wird eine der größten Herausforderungen sein, wenn mit den Impfungen auf breiter Basis begonnen wird, sagte die neue Chefin der europäischen Arzneimittelagentur EMA. Dies gelte insbesondere für solche, die auf neuen Technologien wie Messenger-RNA beruhen. “Wir hatten noch nie zuvor mRNA-Impfstoffe, und wenn es in eine breite Bevölkerung geht, müssen wir sicher sein”, dass ihre Sicherheit weiterhin überprüft wird, sagte Exekutivdirektorin Emer Cooke in einem Bloomberg-Interview. EMA, mit Cooke seit Montag als erster Frau an ihrer Spitze, hat zwei beschleunigte Prüfungen für potenzielle Covid-Impfstoffe begonnen, wobei die erste Zulassung in Kürze erwartet wird. Die 4-Tage-Reproduktionszahl stieg in Deutschland weiter über die Marke von 1 und lag zuletzt bei 1,19. Bundeskanzlerin Angela Merkel will weitere Corona-Beschränkungen durchsetzen.

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