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Discounter-Zentrallager statt Bodendenkmal: Aldi will Hügelgrab plattmachen

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Für sein neues Zentrallager hat der Discounter-Riese Aldi sich ein ungewöhnliches und äußerst umstrittenes Fleckchen Erde ausgesucht. Die Örtlichkeit für das Lager wird nicht nur wegen Lärm, Lieferverkehr und gefährdeten Tieren scharf kritisiert - dort befindet sich auch der jahrtausendealte “Grabhügel von Stelle”.

(AUSTRALIA OUT) Aldi's distrbution centre Swann Dr. Derrimut, 17 October 2005. AFR Picture by JAMES DAVIES (Photo by Fairfax Media via Getty Images via Getty Images)
Aldi will in der Nähe von Hamburg ein neues Zentrallager errichten. Der Ort ist jedoch höchst umstritten (Symbolbild: Getty Images)

Heftig haben sich die Anwohner des niedersächsischen Stelle in der Nähe von Hamburg gegen das geplante Zentrallager von Aldi gewehrt, doch nun gab auch der Gemeinderat grünes Licht: Aldi darf seine 23.000 Quadratmeter große und 14 Meter hohen Halle im Landkreis Harburg errichten.

Das Problem: Bei diesem Bebauungsplan wird nicht nur viel Natur in der Region plattgemacht - laut Bund für Umwelt- und Naturschutz sind dort seltene Pflanzen wie die Sumpf-Pippau und -Dotterblume oder die Kohlkratzdiestel vor - sondern auch ein bekannter und uralter Grabhügel.

3000 bis 4000 Jahre alte Grabstelle soll noch dieses Jahr planiert werden

Der “Hamburger Morgenpost” zufolge handelt es sich bei dem “Grabhügel von Stelle” um ein Bodendenkmal, das laut Fachleuten wohl in der älteren Bronzezeit um 1500 vor Christi entstanden ist und vermutlich als Bestattungsort eines Königs oder Häuptlings der Bronzezeit diente.

Aldi-Kunde hat seltsame Beschwerde - und erntet Shitstorm

Aldi wolle lediglich veranlassen, dass ein Archäologe das Grab dokumentiert, bevor es abgeräumt wird. Noch in diesem Jahr soll das 20 Meter lange Hügelgrab dann planiert werden - allen Protesten zum Trotz.

Beschwerden von Bürgern und Naturschützern blieben erfolglos

Mehr als 1500 Menschen haben eine Online-Petition, die sich gegen das Bauprojekt ausspricht, unterzeichnet. Der BUND legte ohne Erfolg eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die lokale Denkmalschutzbehörde ein.

Naturschützer plädierten dafür, das Gebiet zu erhalten. “Professionell präsentiert könnte es ein Highlight für Wanderer, Naturliebhaber und Kulturbegeisterte in der Region Hamburg sein”, sagte der örtliche Heimatforscher und Naturschützer Jakob Möller dem “Abendblatt”. Dazu wird es nun wohl nicht kommen.