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Wegen Trump? Tesla storniert deutsche Zulieferteile

Der schwäbische Automobilzulieferer SHW hat überraschend einen bereits vertraglich vereinbarten Großauftrag verloren. Keine technischen, sondern rein politische Gründe stecken hinter der Stornierung.

Abnehmer für die Achsgetriebepumpen im Volumen von 100 Millionen Euro über fünf Jahre sei „ein großer Hersteller von vollelektrischen Fahrzeugen“ gewesen, sagte ein SHW-Sprecher der WirtschaftsWoche. Welcher genau, sagt SHW nicht, dies verbiete die vertragliche Verschwiegenheitspflicht.

Doch dass es sich um Tesla handelt, liegt sehr nahe: Erstens sprach SHW in einer früheren Meldung von vergangenem September noch etwas präziser von „dem weltweit führenden Hersteller rein elektrischer Fahrzeuge“.

Das ist Tesla. Mit viel gutem Willen ließe sich diese Beschreibung – theoretisch – auch auf GM oder Renault-Nissan münzen, dem nach Stückzahlen weltweit größten Hersteller von E-Autos. Doch bei dem französisch-japanischen Hersteller der E-Autos Renault Zoë und Nissan Leaf passt der Zeitpunkt der Stornierung nicht: deren E-Autos sind längst in Produktion. Auch GM bringt sein vollelektrisches Auto Opel Ampera-e beziehungsweise Chevrolet Bolt bereits früher auf den Markt; die Produktion in Orion/Michigan ist längst angelaufen. Die SHW-Teile sollten aber erst ab September 2017 lieferfertig sein.

Anm. d. Red.: Liebe Leser, hier die aktuelle Entwicklung:

Das Timing im Produktionsprozess deute „klar auf Teslas neues Massenmarktmodell Model 3“, sagt ein Analyst der WirtschaftsWoche. Für sein Massenmodell hat Tesla 400.000 Vorbestellungen, baut seine Produktionskapazitäten in Fremont/Kalifornien derzeit massiv aus und bezieht Teile dazu aus aller Welt.

Bei den betroffenen Achsgetriebepumpen hat SHW zudem technisch kaum Alleinstellungsmerkmale; die Teile lassen sich auch in den USA beziehen; der weltgrößte Hersteller ist die kanadische Magna.

Besonders ärgerlich aus Sicht der schwäbischen SHW: Keine technischen, sondern rein politische Gründe stecken hinter der Stornierung. Der Kunde führe zwar „technische Gründe“ an. Das ist jedoch extrem unglaubwürdig: Insidern zufolge gab es bis Dienstag keinerlei Hinweise von Ingenieuren, dass an den Teilen etwas auszusetzen sei.

SHW prüft daher nach eigenen Angaben, gegen die Stornierung zu klagen.

Brisant: Tesla-Chef Elon Musk gehört zum engsten Beraterstab von US-Präsident Donald Trump; erst vergangene Woche gab es ein erneutes Treffen der beiden. Trump setzt gerade seine Wahlkampf-Drohungen nach und nach um und drängt zum Beispiel US-Autobauer, geplante Werke außerhalb der USA zu verwerfen und mehr Teile aus US-Produktion zu verbauen. Teile aus dem Ausland will Trump mit hohen Importzöllen belegen. Tesla wollte die Stornierung gegenüber der WirtschaftsWoche nicht im Detail kommentieren.

Wenn wirklich Trump hinter der Storno steckt, was Tesla nicht kommentiert, wäre das wohl erst der Anfang eines Albtraums für deutsche Exporteure.

Die neuste Entwicklung erfahren Sie hier.

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