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Deutsche Wirtschaft fordert von Japan Ende des Einreiseverbots

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TOKIO (dpa-AFX) - Japans andauerndes Einreiseverbot für Ausländer wegen des Coronavirus droht zu einer Belastung der deutsch-japanischen Wirtschaftsbeziehungen zu werden. "Wenn Japan seine Grenzen nicht bald wieder öffnet, wird dies erhebliche Auswirkungen auf die Erholung der japanischen Wirtschaft haben", warnte Marcus Schürmann, Delegierter der deutschen Wirtschaft und Geschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan am Dienstag. Einer aktuellen Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (AHK Japan) zufolge betrachteten 78 Prozent der Unternehmen Japans Einreiseverbot als eine "erhebliche Belastung für ihr Geschäft".

Zwar hatte Japan den nationalen Corona-Notstand Ende Mai aufgehoben. Wann jedoch die Reisebeschränkungen für Ausländer aufgehoben werden, ist nicht absehbar. Das Einreiseverbot umfasst Ausländer mit ständigem Aufenthaltsstatus sowie Besitzer eines Langzeitvisums, einschließlich ihrer Ehepartner und Familienangehörigen. Japanische Staatsbürger dürfen dagegen frei ins Ausland reisen. "Wir fordern daher die japanische Regierung auf, die Grenzen für ausländische Besucher in angemessener Weise wieder zu öffnen", so Schürmann.

Ausländische Unternehmen benötigten einen zuverlässigen Zeitplan, um wichtige Projekte und Kundenbesuche sowie die Entsendung von Experten und Führungskräften, einschließlich ihrer Ehepartner und Familien, planen zu können, erklärte Schürmann. "Die japanische Regierung investiert so viel Geld in die Unterstützung ihrer Wirtschaft. Warum tut Japan nicht genauso viel, um seine Grenzen wieder sicher zu öffnen?", beklagte der Delegierte der Deutschen Wirtschaft weiter.

79 Prozent der betroffenen deutschen Unternehmen in Japan sähen ihren Umsatz gefährdet, da laufende Projekte nicht abgeschlossen oder neue Projekte nicht initiiert werden könnten. 39 Prozent erwarten der Umfrage nach Umsatzverluste allein aufgrund des Einreiseverbots. Das Einreiseverbot sei aber zugleich auch für die japanische Geschäftswelt zu einer Belastung geworden, hieß es weiter. So seien japanische Kunden, die für eine reibungslose Produktion auf deutsche Maschinen und Ausrüstungen angewiesen seien, zunehmend gefährdet.

Japan hatte das Einreiseverbot im März den meisten europäischen Ländern, einschließlich Deutschlands, in Reaktion auf die Pandemie auferlegt. Japan ist der drittwichtigste Standort für deutsche Unternehmenszentralen in der Region Asien-Pazifik, erklärte die AHK Japan. Sollten die Reisebeschränkungen weiter bestehen bleiben, stelle dies Japans Rolle als Drehscheibe für das internationale Geschäft in Ostasien in Frage, warnte die Handelskammer weiter. Japan ist die Nummer Drei der Weltwirtschaft, gefolgt von Deutschland.