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Deutsche Bauern sorgen sich höhere Kosten und Preisverfall durch Brexit

Die deutschen Landwirte befürchten, dass ein No-Deal-Brexit den Export nach Großbritannien verteuern wird. Das könnte auch zu einem Preisverfall in der EU führen.

Die deutschen Bauern exportieren Produkte im Wert von 4,5 Milliarden Euro jährlich nach Großbritannien. Foto: dpa

Der Brexit könnte die deutschen Bauern teuer zu stehen kommen. Vor allem ein Brexit ohne Abkommen würde den Export auf die Insel verteuern – und hohen Druck auf den Lebensmittelmarkt in der EU aufbauen, warnte der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Walter Heidl. Großbritannien produziere nur rund 60 Prozent seiner Lebensmittel selbst – und importiere deshalb viele Produkte von deutschen Höfen.

Deutschland exportiere jährlich Agrargüter im Wert von 4,5 Milliarden Euro und führe britische Produkte im Wert von 1,3 Milliarden Euro ein, „Der Handelsbilanzüberschuss beträgt 3,2 Milliarden Euro. Einen solch großen Agrarhandelsüberschuss hat Deutschland mit keinem anderen Handelspartner“, sagte Heidl der Deutschen Presse-Agentur.

Das Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume in Braunschweig erwarte bei einem weichen Brexit einen Rückgang des Überschusses um ein Fünftel, bei einem harten Brexit eine Halbierung. „Wir müssen erreichen, dass die Folgen für die britischen Verbraucher und für die deutsche Landwirtschaft über Handelsabkommen abgefedert werden“, sagte Heidl. Nicht nur hohe Zölle bei einem harten Brexit, sondern auch die Zoll- und Veterinärkontrollen bei einem weichen Brexit erschwerten den Export. Betroffen seien alle Nahrungsmittel, vor allem Schweine- und Geflügelfleisch, aber auch Milch, Rindfleisch und Getreideprodukte.

Heidl warnte zudem vor einem Preisverfall. Andere EU-Länder könnten nicht mehr wie bisher nach Großbritannien exportieren und böten damit Produkte im EU-Binnenmarkt an. Die Folgen seien Verdrängungswettbewerb, Mengendruck und damit auch Preisdruck.