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Deutsche Banken haben ein Nachwuchsproblem, so Top-Recruiter

(Bloomberg) -- Die deutschen Banken haben zu wenig in Nachwuchskräfte investiert, was in Kombination mit dem demografischen Wandel nun zu einem signifikanten Mangel an Fachkräften in der Branche führen könnte. Davor warnt Toby Fowlston, Chef der börsennotierten Personalberatung Robert Walters, in einem Interview mit Bloomberg News.

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“Deutsche Banken haben es in den vergangenen Jahren nicht geschafft, die Junior-Ränge aufzufüllen”, erklärte Fowlston bei einem Besuch in Frankfurt. “Sie haben als Arbeitgeber über die Jahre an Popularität verloren. Sie mussten in bestimmten Bereichen beispielsweise mit der Fintech-Branche konkurrieren, die für viele junge Leute attraktiver war.”

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Fowlston zufolge liegt der Altersdurchschnitt in der deutschen Bankenbranche aktuell “jenseits von 40 Jahren”. Viele Beschäftigte werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen, und geeignete Nachfolger sind oft nicht in Sicht. Der Altersschnitt sei “höher als in anderen Ländern”, sagte Fowlston, dessen Unternehmen international tätig ist.

Die Banken haben das Problem erkannt und steuern dagegen, wie sich aus den Aussagen verschiedener Personalchefs ableiten lässt, mit denen Bloomberg in den vergangenen Wochen gesprochen hat.

So kündigte DZ-Bank-Personalchef Oliver Best für das das laufende Jahr die Einstellung von mehr Nachwuchskräften an. Mit TikTok-Videos und anderen Initiativen versucht er, junge Menschen bereits Jahre vor der eigentlichen Anstellung anzusprechen. Auch Christine Neuberger, in gleicher Position bei der LBBW, will sich angesichts des Fachkräftemangels nicht allein auf externes Recruiting verlassen. Die eigene Ausbildung von Trainees und Auszubildenden in der Bank sei ihr wichtig, wie sie erklärte.

Dass Banken sich derzeit ernsthaft um Nachwuchs bemühen, zeigt ein Blick in die Statistik. Von den rund 40.000 Stellen, die deutsche Banken und Fintechs im ersten Quartal öffentlich ausgeschrieben hatten, entfiel rund ein Viertel auf Nachwuchskräfte wie Auszubildende und Praktikanten.

Laut Fowlston werden neben Nachwuchskräften derzeit auch besonders viele Mitarbeiter für Corporate Finance, Compliance, Datenanalyse und Künstliche Intelligenz von deutschen Banken gesucht.

Weiche Faktoren sind seinen Worten zufolge im Recruiting wichtiger geworden. Dazu würden Themen wie etwa Homeoffice, Workation, moderne Büros, Mitgliedschaften für Fitnessstudios und Fortbildungsangebote zählen.

Den Spielraum für noch höhere Gehälter in der deutschen Bankenbranche nach den Anstiegen der vergangenen Jahre hält Fowlston hingegen für begrenzt. Zum einen gehe es hier um die Frage der Tragfähigkeiten, nachdem die Kosten mitunter aus dem Ruder gelaufen seien. Zum anderen liege das auch daran, dass der Konkurrenzkampf um junge Leute durch Fintechs abgenommen habe, weil viele Startups zuletzt selbst unter Druck geraten seien und eher Mitarbeiter hätten entlassen müssen.

In ihrem Bestreben, mehr junge Leute für sich zu gewinnen, müssen die Banken laut Fowlston auch Social Media genau im Auge behalten. Dabei gehe es nicht nur um die Ansprache von Kandidaten.

“Auf Grund von Bewertungsplattformen für Arbeitgeber wie Glassdoor sind Banken mehr denn je dem prüfenden Blick von Bewerbern ausgesetzt”, sagte Fowlston. “Social Media hat das Recruiting verändert.”

(Neu: Aussage zu höheren Gehältern im 9. Absatz)

©2024 Bloomberg L.P.