Deutsche Märkte geschlossen

Demütigungen in Pilotenschule – Lufthansa ermittelt

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Getty)

Beschimpfungen und bizarre Aufnahmeprüfungen – laut einem Bericht müssen Schüler der Lufthansa-Pilotenschule in Bremen entwürdigende Rituale absolvieren. Die Lufthansa reagiert auf die Vorwürfe.

Schockierende Zustände an der Lufthansa-Pilotenschule in Bremen: Laut einem Bericht des SZ-Magazins müssen neue Schüler dort Demütigungen über sich ergehen lassen. Das Wochenmagazin berichtete von fragwürdigen Aufnahmeritualen. Demnach sollten die Pilotenschüler vor 150 Leuten „dreckige Witze“ erzählen, während sie mit Bier überschüttet wurden.

Beschimpfungen und Demütigungen

Auch hätten sie Bier auf Ex trinken müssen, seien mit Kronkorken überschüttet worden, die sie hätten aufsammeln müssen. Ein „Drill-Sergeant“ habe Liegestütze befohlen. Wer nicht schnell genug gewesen sei, den habe die Menge als „Schwuchtel“ oder „Kameradenschwein“ beschimpft.

Das SZ-Magazin berichtete weiter, dass T-Shirts an die Neuankömmlinge verteilt worden seien, die „mit Penissen, Brüsten und derben Sprüchen“ bemalt worden seien. Einmal hätten die angehenden Piloten in Ballettröckchen gegeneinander als Tänzer antreten müssen, die als „Benedict Schwanz gegen den Penisschwitzer“ angekündigt wurden.

Wer nicht mitmachen wollte, sei gemobbt worden. Nach einem besonders anstrengenden Spiel sei einer der Teilnehmer zusammengebrochen und musste in die Notaufnahme gebracht werden, heißt es weiter.

Ermittlungen laufen

Nun untersucht die Lufthansa den Fall eingehend. Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau teile ein Unternehmenssprecher mit, dass „noch keine gesicherten eigenen Informationen“ über die Vorgänge vorliegen würden. „Zur Klärung der Geschehnisse haben wir interne Untersuchungen aufgenommen, bevor wir entsprechende Maßnahmen ergreifen werden.“ Die Aufarbeitung sei in vollem Gang; erste Meetings mit Schul-Mitarbeitern und Flugschülern hätten stattgefunden. „Wir wollen sehr gründlich vorgehen, insofern ist es noch zu früh für Ergebnisse oder konkrete Maßnahmen.“

Lesen Sie auch: David gegen Goliath: Helden, die sich gegen Immobiliengiganten wehrten