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David gegen Goliath: Helden, die sich gegen Immobiliengiganten wehrten

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
Michael Forbes neben einer mexikanischen Flagge auf Donald Trumps Golfplatz an der schottischen Ostküste. (Bild: MICHAL WACHUCIK/AFP via Getty Images)

Wenn Immobiliengiganten Projekte planen, sollen kleine Leute oft das Feld räumen. Doch das klappt nicht immer. Es gibt ein paar Helden, die sich erfolgreich zur Wehr setzten. Einer sogar gegen Donald Trump und ein anderer gegen Investoren mit selbstgebauten Bambuspanzerfäusten.

Kaufhäuser an lukrativen Standorten, gigantische Hotelanlagen oder lange geplante Autobahnen  – nicht selten sind bei solchen Bauvorhaben Grundstücke oder Häuser von Privatleuten im Weg. In den meisten Fällen werden die störenden Immobilien aufgekauft und dem Erdboden gleichgemacht.

Doch es gibt einige berühmte Fälle, bei denen es anders ausging.

Schottischer Fischer gegen Donald Trump

Der schottische Fischer und Steinbruchmitarbeiter Michael Forbes zog im Jahr 2007 den Zorn von Donald Trump auf sich. Er sollte sein Haus an den Immobilienmogul verkaufen, weil der einen Luxusgolfplatz auf dem Gelände in Balmedie, Aberdeenshire plante.

Trumps Gesellschaft bot Forbes damals 578.000 US-Dollar (umgerechnet rund 522.000 Euro) und einen Job auf dem Golfplatz mit einem Jahresgehalt von rund 60.000  Euro zum Ausgleich an.

Doch Forbes lehnte ab. Trump beschimpfte den Schotten daraufhin als „Schande“ und nannte sein Haus eine „Elendshütte“.

"Keine Trump-Lügen mehr", Michael Forbes protestierte in 2010 offen gegen Donald Trump. (Bild: Reuters)

Mitarbeiter der Trump Corporation gingen sogar soweit, ein Boot von Forbes und Zäune seines Grundstücks zu entfernen. Doch der Fischer ließ sich nicht einschüchtern und blieb standhaft. 2011 erschien zu dem Fall der Dokumentarfilm  „You have been trumped“.

Der Golfplatz wurde dennoch 2012 eröffnet. 2016 machte Michael Forbes erneut Schlagzeilen, weil er auf seinem Grundstück die mexikanische Flagge hisste. Damit wollte er Solidarität mit dem mexikanischen Volk zeigen, das Trump während seines Wahlkampfes immer wieder angegriffen hatte.

Bewohner eines Wohnblocks gegen die chinesische Regierung

Ein Apartmenthaus stand im Weg, als 2008 im chinesischen Guangzhou eine gigantische Autobahnschleife gebaut werden sollte. Fast alle Bewohner räumten ihr Zuhause, doch drei Familien weigerten sich standhaft, lehnten die angebotenen Entschädigungen ab.

(Bild: Reuters/REUTERS/ Southern Metropolis Daily)

Als die Behörden mit den Verhandlungen nicht weiterkamen, bauten sie die Autobahn einfach um das Wohngebäude herum. Berichten zufolge sei den Bewohnern damals eine Schallmauer versprochen, aber bisher nicht errichtet worden. Ob die Bewohner Abgase und Lärm auf Dauer aushalten werden, bleibt abzuwarten. Aber noch stehen die Häuser.

Chinesischer Bauer gegen Handelszentrum-Investoren

In den staatlichen Medien wurde Yang Youde im Jahr 2010 als Held gefeiert, weil er sich auf ungewöhnliche Weise gegen Großinvestoren von Wuhan City zur Wehr setzte. Dem Bauern gehörten 4,3 Hektar Land und er weigerte sich, die zu einem Schleuderpreis abzugeben.

Yang Youde mit einer selbstgebauten Waffe. (Bild: STR/AFP via Getty Images)

Um seinen Grund und Boden zu verteidigen, baute Youde einen acht Meter hohen Wachturm und legte sich eine Waffenkammer an, in der er selbst gebaute Bambus-Panzerfäuste und Flammenwerfer lagerte. Mit denen habe er aber nur Warnschüsse auf die Spekulanten abgegeben, behauptete der Bauer damals. Sein Bruder wurde bei einer Eskalation verletzt.

Fährt harte Geschütze auf: Bauer Yang Youde im Juni 2010 mit Panzerfäusten Marke Eigenbau. (Bild: STR/AFP via Getty Images)

Allerdings  zeigten die Abwehrmaßnahmen Wirkung: Der Bauer erhielt zum Ausgleich eine großzügige Entschädigung, die umgerechnet rund 90.000 Euro, 1,75 Hektar Land, einen Fischteich und ein einstöckiges Bauernhaus umfasste.

 

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