Deutsche Märkte geschlossen
  • Nikkei 225

    28.756,86
    +233,60 (+0,82%)
     
  • Dow Jones 30

    31.232,62
    +44,24 (+0,14%)
     
  • BTC-EUR

    26.522,78
    -2.327,88 (-8,07%)
     
  • CMC Crypto 200

    640,45
    -39,45 (-5,80%)
     
  • Nasdaq Compositive

    13.540,48
    +83,23 (+0,62%)
     
  • S&P 500

    3.857,58
    +5,73 (+0,15%)
     

Was sind Dax, Dow Jones und Nikkei?

·Lesedauer: 5 Min.

Dax, Dow Jones und Nikkei 225 sind die wichtigsten Börsenindizes. Doch seit wann gibt es sie, und welche Unternehmen werden da abgebildet? Ein Überblick.

Was ist ein Index?

Ein Index an der Börse zeigt gebündelt die Entwicklung von bestimmten Wertpapieren an. Das kann etwa der Dax sein, der die 30 größten deutschen Unternehmen umfasst, oder auch ein thematischer Index, der sich nur auf Rohstoffe, eine Branche oder Renten bezieht. Wichtig ist, dass die Werte vorher definiert sind und durch die Zusammenlegung der Kurse ein Marktüberblick möglich wird.

Was ist der Dax?

Dax ist die Abkürzung für Deutscher Aktien Index. Der Index zeigt die Entwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Aktiengesellschaften (AG), deren Aktien an der Börse gehandelt werden.

Der Streubesitz an Aktien eines Unternehmens, das in den Dax will, muss mindestens zehn Prozent betragen. Zum Streubesitz zählen alle Aktien, die nicht von Großaktionären gehalten werden. Multipliziert man den Streubesitz mit dem Kurs, ergibt sich die Marktkapitalisierung eines Unternehmens.

Neben der Marktkapitalisierung ist der Börsenumsatz ein weiteres Kriterium, um in den Dax aufgenommen zu werden. Er bezeichnet die Summe der Umsätze aller an einer Börse gehandelten Wertpapiere.

Der Dax ist der wichtigste deutsche Aktienindex. Er besteht seit mehr als 30 Jahren und ist am 1. Juli 1988 eingeführt worden. Weltweit gilt er nach dem amerikanischen Dow Jones und dem japanischen Nikkei 225 als drittwichtigster Börsenindex.

Der Dax umfasst globale Konzerne wie BMW, Siemens und Bayer. Sie machen etwa 80 Prozent der Marktkapitalisierung börsennotierter Aktiengesellschaften in Deutschland aus.

Betrieben wird der Index von der Deutsche Börse AG mit Hauptsitz in Frankfurt. Die AG ist Trägerin der Frankfurter Wertpapierbörse und stellt sicher, dass der Handel reibungslos ablaufen kann.

Welche Unternehmen sind im Dax?

Einmal im Jahr wird der Dax von der Deutschen Börse überprüft und angepasst. Zu den Dax 30 gehören derzeit folgende Unternehmen: Adidas, Allianz, BASF, Bayer, Beiersdorf, BMW, Continental, Covestro, Daimler, Delivery Hero, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Deutsche Wohnen, Eon, Fresenius, Fresenius Medical Care, Heidelberg Cement, Henkel, Infineon, Linde, Merck, MTU, Münchener Rück, RWE, SAP, Siemens, Volkswagen und Vonovia.

Doch für 2021 stehen Reformen an. Der Dax wird um zehn Kandidaten erweitert zum Dax 40. Welche Unternehmen als Kandidaten für die Dax-40-Erweiterung infrage kommen, erfahren Sie hier.

Wer überwacht den Aktienhandel in Deutschland?

Überwacht wird das Börsengeschehen von der Handelsüberwachungsstelle (HÜSt). Sie ist ein eigenständiges Börsenorgan. Ihre Aufgabe ist, die Preisfeststellungen und den Handel an der Präsenzbörse sowie in den vollelektronischen Systemen Xetra und Eurex zu kontrollieren.

Die HÜSt ist nicht zu verwechseln mit der Börsenaufsicht. Denn die Überwachung der einzelnen Börsen ist in Deutschland Aufgabe der Börsenaufsichtsbehörden der jeweiligen Bundesländer. Sie kontrollieren, ob der Handel an den Börsen ordnungsgemäß nach dem Börsengesetz (BörsG) abläuft. So ist etwa die hessische Börsenaufsicht Teil des hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.

Zu ihren Aufgaben gehört es, Preisbildungsprozesse und den rechtmäßigen Handel zu überwachen sowie Verstöße gegen das Börsenrecht zu untersuchen. Sie bewertet dazu die ihr von der HÜSt gemeldeten Unregelmäßigkeiten und kann auch selbst die direkte Marktüberwachung durchführen. Neben dem Sanktionsausschuss und der Geschäftsführung der Börse kann die Börsenaufsicht Sanktionen gegen Marktteilnehmer erlassen.

Was ist der Dow Jones?

Als wichtigster Index der Welt gilt der amerikanische „Dow Jones Industrial Average“, häufig abgekürzt als „the Dow“. Vergleichbar zum Dax, sind auch hier 30 große US-Aktien enthalten.

Sie müssen entweder bei der elektronischen US-Börse Nasdaq oder der New Yorker Stock Exchange, besser bekannt als Wall Street, gelistet sein. Der Index existiert seit 1884 und wird auch als „Mutter aller Indizes“ bezeichnet.

Erfunden haben ihn der „Wall Street Journal“-Gründer Charles Dow, Edward Jones und der häufig vergessene Charles Bergstresser, die ein Marktbarometer suchten, das die Performance des gesamten Aktienmarkts widerspiegelt.

Welche Unternehmen sind im Dow Jones?

Die Zusammensetzung ist seit vielen Jahre gleich und wird durch ein Komitee beschlossen. Es gibt keine automatische Anpassung. Derzeit sind folgende Unternehmen im Dow: 3M, American Express, Amgen, Apple, Boeing, Caterpillar, Chevron, Cisco, Coca-Cola, Dow Inc, Goldman Sachs Group, Home Depot, Honeywell International, IBM, Intel Corp, Johnson & Johnson, JP Morgan Chase, McDonald‘s, Merck, Microsoft, Nike, Procter & Gamble, Salesforce, Travelers Companies, United Health Group, Verizon Communication, Visa, Walgreens, Walmart und Walt Disney.

Wer überwacht den Handel in den USA?

Die Börse wird in den USA überwacht durch die United States Securities and Exchange Commission, kurz: SEC. Sie überprüft den Handel und sorgt dafür, dass das US-Börsenrecht eingehalten wird. Dazu hat die Behörde umfangreiche legislative, exekutive sowie judikative Kompetenzen. Ihr selbst ernanntes Ziel ist es, Anleger zu schützen sowie einen reibungslosen und fairen Handel zu gewährleisten.

Da die Kontrolleure aber durch den elektronischen Hochfrequenzhandel und die damit sehr hohe Zahl der Wertpapiertransaktionen an ihre Grenze kommen, helfen bei der Arbeit der SEC auch Ermittler des FBI.

Dort gibt es eine Quantitative Analytics Unit mit spezialisierten Ermittlern, die ausgeprägte Kenntnisse in Mathematik, Physik und Computerwissenschaft haben. Sie überprüfen täglich die Algorithmen und Auffälligkeiten im Marktgeschehen.

Was ist der Nikkei 225?

Der Nikkei 225 ist der japanische Aktienindex und bildet den Kurs der 225 größten japanischen Industrieunternehmen ab. Er gilt nach dem Dow Jones als zweitwichtigster Index der Welt und wird bei Börsenprofis auch als Richtungsgeber für den asiatischen Markt gesehen. Gegründet wurde er 1950. Für die tägliche Berechnung ist die Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai Shimbun“ – kurz „Nikkei“ – zuständig.

Welche Unternehmen sind im Nikkei 225?

Einmal im Jahr wird entschieden, welche Unternehmen beim Nikkei-Index ausscheiden beziehungsweise neu aufgenommen werden. Jedoch werden Änderungen etwa durch Fusionen laufend durchgeführt. Bekannte Unternehmen sind etwa: Canon, Casio, Computer, Dentsu, Fujifilm, Hitachi, Honda, Kawasaki Heavy Industries, Kikkoman, Konica Minolta, Mazda, Mitsubishi, Nikon, Nissan, Olympus, Panasonic, Softbank, Sumitomo, Suzuki Motor, Toyota, Yahoo Japan und Yamaha.

Wer überwacht den Aktienhandel in Japan?

Für den ordnungsgemäßen Ablauf ist in Japan die Behörde „Japan Fair Trade Commission“ zuständig. Ihr Ziel ist es, Monopole zu verhindern, den digitalen Handel zu beobachten und kleine Marktteilnehmer zu schützen.