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Burger King: Neue Werbung sorgt für gemischte Gefühle

Antonie Hänel
Freie Autorin

McDonalds hat das “Happy Meal” – Burger King hat jetzt fünf verschiedene “Real Meals”. Damit will der Konzern auf das Thema psychische Gesundheit aufmerksam machen. Das schmeckt nicht allen – aber warum eigentlich nicht?

In Amerika bietet Burger King jetzt das Pendant zu McDonalds Happy Meal an. Und hat dafür einen guten Grund. (Photo by Michael Thomas/Getty Images)

Burger King hat sich mit einer neuen Kampagne clever ins Gespräch gebracht: Anlässlich des Monats der psychischen Gesundheit in Amerika hat der Fast-Food-Riese neue Menüs eingeführt. Unter dem Motto #feelyourway (“Fühl dich wie du willst”) gibt es in Amerika nun Burger-Boxen für jedes Gemüt.

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Die klangvollen Namen: Pissed Meal, DGAF (Don’t Give A F*ck) Meal, Blue Meal, Yaaas Meal und Salty Meal. Das soll einerseits auf psychische Probleme aufmerksam machen und andererseits – natürlich – ein direkter Seitenhieb sein auf das etablierte “Happy Meal” der Konkurrenz. Die Kampagne entstand in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation “Mental Health America”.


Im Werbeclip dazu sehen wir unglückliche Menschen, die mit Problemen wie Depression oder Mobbing kämpfen. Die Botschaft ist klar: “Nicht jeder wacht glücklich auf. Manchmal fühlst du dich traurig, ängstlich oder beschissen.”

Mit gemischten Gefühlen nimmt auch das Internet die neue Werbung auf. Einige werfen dem Konzern vor, psychische Gesundheit für seine Gewinnmaximierung zu instrumentalisieren.


Dass Burger King meine Depression benutzt, um mir Essen zu verkaufen, deprimiert mich.

Burger King ist bei Weitem nicht der erste Konzern, den dieser Vorwurf gemacht wird. Auch Pepsi und Gillette standen nach ihren Werbekampagnen gegen Rassismus oder Toxische Männlichkeit in der Kritik. Der Vorwurf ist immer derselbe: Ein gesellschaftliches Problem wird benutzt, um Geld zu machen.


Gratulation an Burger King dass ihr psychische Krankheiten geheilt habt auf dieselbe Weise wie Kendall Jenner und Pepsi Rassismus beendet haben.

Und natürlich haben die Kritiker recht: Burger King, Gillette und Pepsi sind Firmen, die Geld machen wollen. Die Frage ist: Wollen wir wirklich, dass Konzerne ihre enormen Reichweiten nur dafür einsetzen, für ihre Produkte zu werben – wenn sie im gleichen Atemzug auch auf wichtige Themen aufmerksam machen und Debatten anstoßen könnten?

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Das Gegenbeispiel lieferten hierzulande zuletzt etwa Lidl oder True Fruits. Die bringen sich ins Gespräch, in dem sie mit Sexismus und Rassismus den Empörungsmechanismus der Gesellschaft bedienen. Und das bringt mit Sicherheit niemanden weiter.

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