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Börsenausblick 2022: Kommt der Crash?

·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 5 Min.

In den vergangenen Jahren konnten Anleger an der Börse bemerkenswerte Renditen einfahren. Setzt sich der schier unendliche Bullenmarkt fort oder lauern 2022 größere Crash-Gefahren?

A trader works on the trading floor at the New York Stock Exchange (NYSE) in Manhattan, New York City, U.S., December 28, 2021. REUTERS/Andrew Kelly
Skeptischer Blick eines Händlers in die Zukunft: Was bringt 2022 an der Wall Street (REUTERS/Andrew Kelly)

Die beste aller Welten dauert seit mittlerweile seit fast 13 Jahren an. Tatsächlich im März 2009 war es, als eine ganze Anlegergeneration im Zuge der Wirren nach dem Lehman-Crash den Tiefpunkt erreichen sollte – nur wusste das natürlich seinerzeit niemand. Seitdem kannten die Kurse, von Rücksetzern wie etwa im Corona-Crash im Februar/März 2020 abgesehen, fast nur eine Richtung: beständig nach oben.

Auch in den vergangenen zwölf Monaten konnten Anleger dies- und jenseits des Atlantiks wieder zweistellige Kurszuwächse verbuchen. Der Dax legte um knapp 16 Prozent zu, der EuroStoxx um 21 Prozent, der Dow Jones um 19 Prozent, während der S&P 500 und der Nasdaq 100 gar Kursgewinne von spektakulären 27 Prozent einfuhren, die kaum ein Fondsmanager erzielt haben dürfte.

Alle Augen auf die Fed und die Leitzinsen

Anleger stehen mit dem Start ins neue Börsenjahr entsprechend vor der Multi-Billionen-Dollar-Frage, wie lange der Automatismus der steigenden Kurse eigentlich noch gutgehen kann? Ein neues Hindernis scheint zumindest seit Ende vergangenen Jahres deutlich ausgemacht: Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hat die Märkte Mitte Dezember darauf vorbereitet, 2022 gleich dreimal die Leitzinsen anzuheben.

Für Aktionäre sind das grundsätzliche keine guten Nachrichten: Steigen die Leitzinsen, sinkt der Anreiz, Aktien zu besitzen, während festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen mit jeder Anhebung dagegen attraktiver werden. Der sogenannte „TINA“-Trade („There is no alternative“ – zu deutsch: Es gibt keine Alternativen zu Aktien) könnte damit in diesem Jahr möglicherweise zu Ende gehen.

Stürzt die US-Notenbank die Wall Street in die Krise?

Nun sind steigende Leitzinsen an der Wall Street 2022 nicht mehr die große Überraschung, sondern viel mehr die Frage, wie restriktiv die Fed in der Folge vorgehen wird und welche weiteren Maßnahmen sie für 2023 signalisiert. Allgemein gilt: Je weiter die Notenbank an der Zinsschraube dreht, desto größer die Crashgefahr wie 2000 unmittelbar nach der Millenniumshausse zu beobachten. Seinerzeit stürzten die immer höheren Zinsen die überhitzten Aktienmärkte in einen gleich dreijährigen Bärenmarkt.

Entsprechend dürften die kommenden zwölf Monate für Anleger nochmals um einiges unruhiger werden als das vergangene Jahr. Dennoch äußern sich Börsenexperten vorsichtig optimistisch. Jonathan Golub, Stratege für den US-Aktienmarkt bei der Credit Suisse, rechnet etwa in diesem Jahr mit einem weiteren Anstieg von 9 Prozent im marktbreiten S&P 500. Kurssteigerungen in diesen Dimensionen erwarteten Analysten auch beim Dax.

Wird 2022 das Jahr von Warren Buffett?

Welche Aktien und Branchen 2022 indes auf der Gewinnerseite stehen werden, wird kurz vor Jahreswechsel von Banken und Anlegermagazinen heiß diskutiert. Als Konsens gilt in Zeiten der hohen Inflation unterdessen ein Favoritenwechsel: Während es zinssensible Wachstumswerte im neuen Marktumfeld der steigenden Leitzinsen schwerer haben dürften, könnte 2022 die Stunde der Valuewerte schlagen.

So hat das renommierte Anlegermagazin „Barron’s“ unter seinen „Zehn Aktienempfehlungen für 2022“ überwiegend Unternehmen aus der Old Economy ausgewählt – darunter etwa den Klassiker Berkshire Hathaway. Warren Buffetts legendäre Beteiligungsgesellschaft, die bereits 2021 um 31 Prozent zulegte und damit S&P 500 und Dow Jones abhängte, sieht wegen der hohen Cashbestände, des niedrigen KGVs und der Shareholdervalue-Freundlichkeit wie der ultimative sichere Hafen in unsichern Zeiten aus.

Aber auch der Internet-Dino Amazon, der im letzten Jahr mit einem Plus von lediglich 2 Prozent unter den Big Tech-Aktien am schwächsten abschnitt, ist für „Barron’s“ ein Anlagefavorit 2022. Ingesamt haben die GAFAM-Aktien, die im 2021 für den Löwenanteil der Zugewinne im Nasdaq 100 und S&P verantwortlich waren, nach den zum Teil spektakulären Kursgewinnen aber einiges zu verlieren.

Was passiert an den Kryptomärkten?

Das gilt in noch deutlich größerem Ausmaß für Besitzer von Kryptowährungen, die 2021 trotz einer Achterbahnfahrt immer noch Traumrenditen eingefahren hatten. Doch seit Mitte November ist die Stimmung eingetrübt ein: Das mythisch verklärte Kursziel von 100.000 Dollar beim Bitcoin wurde krachend verfehlt – am Ende legte die wertvollste Cyberdevise der Welt auf Jahressicht 58 Prozent auf „nur“ 46.300 Dollar zu.

Ob Bitcoin & Co. ihren Besitzern ein viertes Jahr in Folge Zugewinne bescheren, hängt maßgeblich vom Ausbleiben eines altbekannten Musters ab. Seit der Einführung 2009 hat sich auch der Bitcoin bekanntermaßen auffällig in 4-Jahreszyklen entwickelt, die vom sogenannten "Halving" bestimmt werden, der Halbierung der Mining-Vergütung. Historisch performte Bitcoin in den ersten eineinhalb Jahren nach dem Halving in jedem Zyklus stark, bevor sich der Bullen– in einen Bärenzyklus verwandelte: den sogenannten „Kryptowinter".

Wenn sich die Geschichte wiederholt, könnte 2022 nun ein Kryptowinter anbrechen bzw. bereits schon angebrochen sein – ein neuer Bärenmarkt, in dem nach den Vorbildern der Zyklen von 2013 und 2017 Verluste von bis zu 90 Prozent drohen. Hat das Zyklen-Muster weiter bestand, dürften Kryptobesitzer in den kommenden Monaten noch stärkere Nerven benötigen als im Vorjahr…

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