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"Alle kaufen Zeug, das sie nicht brauchen, mit Geld, das sie nicht haben": Armin Rohde gegen "Geschenkorgien" zu Weihnachten

Im Weihnachtsmann-Kostüm begibt sich Armin Rohde in "Das Weihnachtsschnitzel" (Mittwoch, 7. Dezember, 20.15 Uhr, ARD) in der Rolle von Günther Kuballa auf Verbrecherjagd. Privat lässt es der 67-Jährige etwas ruhiger angehen. (Bild: WDR / Frank Dicks)
Im Weihnachtsmann-Kostüm begibt sich Armin Rohde in "Das Weihnachtsschnitzel" (Mittwoch, 7. Dezember, 20.15 Uhr, ARD) in der Rolle von Günther Kuballa auf Verbrecherjagd. Privat lässt es der 67-Jährige etwas ruhiger angehen. (Bild: WDR / Frank Dicks)

Armin Rohde nimmt kein Blatt vor den Mund: In einem Interview kritisierte der Schauspieler nun das vom Konsum überschattete Weihnachtsfest. In Zeiten von Energieengpässen und Krieg setzt der 67-Jährige andere Prioritäten.

Als Günther Kuballa jagt er im fünften Teil der erfolgreichen ARD-"Schnitzel"-Reihe im Weihnachtsmann-Kostüm Verbrecher. Im Privaten lässt es Armin Rohde als Buddhist in der Weihnachtszeit jedoch weitaus ruhiger angehen als in "Das Weihnachtsschnitzel" (Mittwoch, 7. Dezember, 20.15 Uhr, im Ersten). Der Schauspieler ("Kleine Haie", "Jud Süß - Film ohne Gewissen") hat klare Vorstellungen, wie das Fest der Liebe zelebriert werden sollte. Mit Blick auf seine Kindheit schwärmt der Rohde im Interview mit der Agentur teleschau von Lebkuchen, Nüssen und dem lieblichen Apfelduft - Weihnachtsseligkeit, wie sie im Buche steht. Für ihn geht es beim Fest der Liebe schließlich nicht um teure Geschenke: "Jemandem, der in einer schwachen Position ist, zu helfen, das ist Sinn und Anlass des Weihnachtsfestes", betont der 67-Jährige. "Das gerät leider zu sehr in Vergessenheit."

Für ihn sei eine "Geschenkorgie", wie er es nennt, keine angemessene Art und Weise, Weihnachten zu feiern. Er könne einfach nicht verstehen, sagt Rohde im teleschau-Gespräch, wie sich Erwachsene den Stress freiwillig antun. "Sie verbringen diese besinnlichen Tage mit Bluthochdruck im Gedränge, nur, um in letzter Sekunde noch irgendwie den Bestecklöffel für Tante Erika zu besorgen!" Für den Star aus der "Nachtschicht"-Krimireihe des ZDF stellt sich das alles geradezu grotesk dar: "Alle kaufen Zeug, das sie nicht brauchen, mit Geld, das sie nicht haben, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen". Er selbst könne darauf locker verzichten.

Armin Rohde blickt kritisch auf den Konsumrausch, der alle Jahre wieder ausbricht. (Bild: 2017 Getty Images/Hannes Magerstaedt)
Armin Rohde blickt kritisch auf den Konsumrausch, der alle Jahre wieder ausbricht. (Bild: 2017 Getty Images/Hannes Magerstaedt)

"Die Welt wird vielleicht nie wieder so sein, wie wir sie noch von vor drei Jahren kennen"

Obwohl er sich selbst augenzwinkernd als "Konsumenten, wie man ihn sich nur erträumen kann", bezeichnet, ist es Armin Rohde mit seiner Kritik sehr ernst. "Die Welt wird vielleicht nie wieder so sein, wie wir sie noch von vor drei Jahren kennen", befürchtet der gebürtige Gladbecker. Dies müsse doch Anlass genug sein, findet er, um sich zu fragen: "Was brauche ich wirklich, um glücklich zu sein?" Diese Frage werde nach der Pandemie in Zeiten von Krieg und Energieengpässen immer bedeutsamer. Er selbst verzichte beispielsweise auf ein Auto.

Rohde legt den Menschen ans Herz, sich wieder auf die kleinen Dinge im Leben zu besinnen - und auch zu erinnern. So wie er sich an die Bescherung in seiner Kindheit erinnert. "Meine Mama war die ganze Zeit verschwunden, weil sie noch mit dem Christkind reden musste, dann kam ein Silberglöckchen, und das hieß: Wir dürfen ins Wohnzimmer, wo dann der geschmückte Baum war", erinnert sich Rohde. Es sei jedoch jedes Jahr das Gleiche gewesen: "Wir haben das Christkind immer um eine Zehntelsekunde verpasst."