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ApoBank fährt Leveraged-Finance-Geschäft zurück, setzt auf Vermögensverwaltung

(Bloomberg) -- Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (ApoBank), mit einer Bilanzsumme von 54 Milliarden Euro die größte genossenschaftliche Primärbank in Deutschland, will das Leverage-Finance-Geschäft herunterfahren. Der Schritt ist Teil einer angestrebten Neu-Fokussierung auf das Kernklientel, bei der unter anderem die Vermögensverwaltung und Finanzierungen von Existenzgründungen ausgebaut werden sollen.

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Die Bank hat aktuell ein Private-Equity-Kreditportfolio von rund 500 Millionen Euro. Dahinter stehen Übernahmen oder Zukäufe im Gesundheitsmarkt unter Beteiligung von Private-Equity-Firmen.

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“Komplexe und von Private-Equity getriebene Finanzierungen werden wir nicht mehr weiterverfolgen”, sagte Vorstandschef Matthias Schellenberg im Interview mit Bloomberg News. Stattdessen würden mittelständische, eigentümergeführte Unternehmen im Gesundheitssektor und ihre Finanzierungsbedürfnisse noch stärker in den Fokus rücken.

Trotz des Strategieschwenks sieht Schellenberg keinen Druck, das bereits bestehende Leveraged-Finance-Risiko zu reduzieren, da es sich hier um hochqualitative Engagements handele.

Laut Michael Schuhmacher von der Kanzlei Noerr, die viele Investoren bei Akquisitionsfinanzierungen berät, gilt die ApoBank als ein “erfahrener Player” bei fremdfinanzierten Übernahmen. “Wir sehen derzeit viel Bewegung im Leveraged-Finance-Markt, rechnen aber weder kurz- noch mittelfristig mit gravierenden Engpässen”, sagte er.

Eine Untersuchung von Bloomberg im März dieses Jahres hatte gezeigt, dass viele Sparkassen in Deutschland ihre Leveraged-Finance-Geschäfte ausbauen wollen, darunter etwa die Sparkasse KölnBon und die Sparkasse Bremen. Sie versprechen sich zusätzliche Einnahmen, füllen aber auch eine Lücke nach dem Rückzug anderer Finanzierer wie der BayernLB.

Neue Vorstände

Die ApoBank fährt im Rahmen ihrer Fokussierung nicht nur das Leveraged-Finance-Geschäft zurück, sondern gibt auch das Verwahrstellengeschäft an die DZ Bank ab. Viel Potenzial sieht sie hingegen in der Vermögensverwaltung. Hier hält sie einen Ausbau des verwalteten Vermögens auf 20 Milliarden Euro über fünf Jahr für möglich, verglichen mit aktuell 11 Milliarden Euro.

“Wir wollen dem Vermögensgeschäft einen größeren Raum neben dem Kreditgeschäft einräumen”, sagte Schellenberg. Dass die ApoBank selbst mit 20 Milliarden Euro zu den eher kleineren Anbietern in diesem margenschwachen Bereich zählen würde, sei kein Problem: “Wir sind groß genug, um das Vermögensverwaltungsgeschäft in unserem Marktsegment anzugehen”.

Neuer Leiter der Vermögensverwaltung wird ab Herbst Reinhard Pfingsten. Er kommt von der Bethmann Bank. Das ist nicht die einzige Personalie bei der ApoBank. Auch im Vorstand gab es nach dem Amtsantritt von Schellenberg vor einem Jahr eine Menge Zu- und Abgänge.

“Es gab keinerlei Meinungsverschiedenheit im Vorstand im Bezug auf sachliche Entscheidungen und Strategie”, versicherte Schellenberg. Zu den Vorwürfen, er unterliege Interessenskonflikten im Zusammenhang mit der Rolle eines Beraters bei der Bank, sagte er: “Das ist von einem Externen untersucht worden. Dabei hat sich herausgestellt, dass da nichts dran ist. Nicht mal ein Ansatz. Entsprechend ist das Thema erledigt für uns.“

Stille Lasten

Nicht erledigt ist die Zinswende. Sie dürfte sich zwar positiv auf die operativen Geschäfte auswirken, hat allerdings auch Implikationen für die Eigenanlagen der Bank. Es geht um rund 7 Milliarden Euro, die vor allem in Staatsanleihen und Pfandbriefen stecken.

Der Marktwert dieser Papiere hat sich im Zuge der Zinswende 2022 um etwa 450 Millionen Euro reduziert. Abschreibungen gab es jedoch kaum, da die Eigenanlagen überwiegend dem Anlagevermögen zugeordnet sind - und nicht dem Umlaufvermögen. Daher sind Abschreibungen nur bei dauerhaften Wertminderungen nötig.

“Der regelmäßig durchgeführte Impairmenttest hat keinen Abschreibungsbedarf ergeben, da die Wertminderungen rein zinsinduziert waren”, so Schellenberg. Die Apobank plant, die Papiere bis zum Ende der Laufzeit zu halten. Dann sollten sie voll zurückgezahlt werden.

Neben Abschreibungen auf Eigenanlagen - vor allem bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken - hatten zuletzt auch AT1-Anleihen für Sorgen am Finanzmarkt gesorgt. Bei der ApoBank liegt zwar eine Genehmigung der Vertreterversammlung dafür vor, AT1-Papiere im Volumen von 300 Millionen Euro zu begeben. “Doch das brauchen wir nicht im Moment. Wir haben eine gute Eigenkapitalsituation”, sagte Schellenberg. “Wir haben nichts geplant.”

(Neu: Sparkassen, die LBO-Geschäft ausbauen, im 6. Absatz)

©2023 Bloomberg L.P.