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Aktien Frankfurt: Zahlenflut und US-Inflation bringen Dax nicht aus der Ruhe

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat auch nach wichtigen Konjunkturdaten aus den USA und einer Zahlenflut aus Deutschland keine klare Richtung gefunden. Angesichts bereits hoher Kursstände und teils durchwachsener Geschäftszahlen bewegte sich der Leitindex am Mittwoch weiter in einer engen Spanne und gab bis zum frühen Nachmittag geringfügig auf 16 027,70 Punkte nach. Das Börsenbarometer blieb damit in Schlagweite zu seinem erst am Dienstag bei gut 16 104 Punkten erreichten Rekordhoch.

"Der Dax kämpft weiter darum, die Konsolidierungszone der vergangenen Tage nach oben zu verlassen", schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Marktes. Noch fehlten allerdings die dafür notwendigen Anschlusskäufe. Dass andererseits trotz des stagnierenden Marktes größere Gewinnmitnahmen ausblieben, zeige die Erwartung der Anleger einer nächsten dynamischen Aufwärtsbewegung in den verbleibenden Handelswochen des Jahres.

Derweil reagierten die Anleger kaum auf die zuvor mit Spannung erwarteten Inflationszahlen aus den USA. Der Preisauftrieb in der größten Volkswirtschaft der Welt hat sich im Oktober von hohem Niveau aus weiter beschleunigt. "Das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht", schrieb Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba. Basiseffekte wirkten erst ab Februar 2022 wieder deutlich dämpfend auf die Jahresrate. Inflations- und Zinserhöhungserwartungen dürften somit tendenziell gestärkt werden.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsentitel fiel um 0,77 Prozent auf 35 821,35 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> notierte 0,2 Prozent im Minus.

Ein zurückhaltender Ausblick schockte Adidas-Aktionäre <DE000A1EWWW0>: Die Papiere sackten als Dax-Schlusslicht um 4,3 Prozent ab. Der Sportartikelhersteller wird wegen Lieferkettenproblemen und eines schwierigeren Marktumfeldes in China vorsichtiger. Zwar bekräftigte der Konzern die Prognose, peilt nun aber nur noch das untere Ende der Spanne an. Im Sog büßten Anteilsscheine des Wettbewerbers Puma <DE0006969603> 2,3 Prozent ein.

Die Probleme der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa <ES0143416115> sowie die anhaltende Restrukturierung in der Energietechnik haben zwar Siemens Energy <DE000ENER6Y0> im vergangenen Geschäftsjahr belastet. Dennoch will das Unternehmen im ersten vollständigen Jahr seines Bestehens eine kleine Dividende zahlen. Die Aktien von Siemens Energy nahmen mit einem Plus von 3,3 Prozent den ersten Platz im Dax ein.

Im SDax <DE0009653386> schnellten die Anteilsscheine von SMA Solar <DE000A0DJ6J9> mit einem Plus von gut 13 Prozent an die Spitze der Nebenwerte. Fehlende Bauteile bremsen den Solartechnikkonzern zwar bei guter Auftragslage aus. Trotz eines leichten Umsatzrückgangs in den ersten neun Monaten verdiente der Wechselrichterspezialist aber wesentlich mehr als noch vor einem Jahr.

Derweil verlief der Börsengang des Herstellers von veganen Lebensmitteln Veganz <DE000A3E5ED2> enttäuschend. Der erste Kurs hatte bei 86,90 Euro gelegen, danach gaben die Aktien auf zuletzt 83 Euro nach. Verglichen mit dem Ausgabepreis von 87 Euro bedeutet dies ein Abschlag von 4,6 Prozent.

Der Euro <EU0009652759> wurde zuletzt mit 1,1548 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1577 (Montag: 1,1579) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8638 (0,8636) Euro gekostet. Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,36 Prozent am Vortag auf minus 0,39 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,11 Prozent auf 144,92 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> gab um 0,08 Prozent auf 171,21 Punkte nach./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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