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Aktien Frankfurt: Etwas nachlassender Inflationsdruck hilft dem Dax kaum

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein etwas geringerer Inflationsdruck in Deutschland hat den Dax <DE0008469008> am Mittwochnachmittag allenfalls vor einem noch größeren Rückschlag bewahrt. Der deutsche Leitindex verlor zuletzt 1,43 Prozent auf 13 042 Punkte, nachdem er vor der Veröffentlichung der Daten zeitweise unter 13 000 Punkten notiert hatte. Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Werte sank um 2,49 Prozent auf 26 444 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> stand 0,9 Prozent tiefer.

Der Preisauftrieb in Deutschland verlangsamte sich im Juni etwas. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise um 7,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Fachleute hatten im Schnitt mit 7,9 Prozent gerechnet.

"Es ist eine kleine Erleichterung für die Verbraucher", sagte der Chefökonom des Vermögensverwalters HQ Trust, Michael Heise. Allerdings handele es sich wohl eher um eine Atempause und nicht um einen Wendepunkt in der Inflation. "Der Rückgang ist vor allem auf die staatlichen Entlastungsmaßnahmen wie Tankrabatt und 9-Euro-Ticket zurückzuführen", so der Volkswirt.

In der gesamten Eurozone ist die Teuerung sehr hoch. In Spanien etwa beschleunigte sich der bereits rasante Preisauftrieb im Juni nochmals kräftig. Die nach europäischer Methode gemessenen Verbraucherpreise (HVPI) erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um zehn Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) steht wegen der Inflation unter Druck, die Zinsen zu erhöhen und dies womöglich sogar mit größeren Schritten als zunächst gedacht. Die Inflation zu drosseln und gleichzeitig eine Rezession vermeiden, ist derzeit das Dilemma der Notenbanken.

Die Dekabank erwartet in Deutschland angesichts der Inflation und der weltpolitischen Lage eine weiterhin schwächelnde Wirtschaft. "Eine gefährdete Energieversorgung, rekordhohe Inflationsraten und eine schwächelnde Weltkonjunktur verlangen auch von den deutschen Unternehmen ihren Tribut", sagte der Chefvolkswirt Ulrich Kater. "Die Perspektiven für die deutsche Konjunktur werden sich im Jahresverlauf weiter verfinstern."

Aktien europäischer Immobilienunternehmen gerieten nach einer negativen Analystenstudie der Bank of America deutlich unter Druck. Der entsprechende Branchenindex Stoxx Europe 600 Real Estate <CH0043274395> war mit einem Abschlag von 4,1 Prozent der schwächste in Europa. "Die Bond-Party ist vorbei", titelten die Analysten in ihrer Studie und sagten der Immobilienbranche einen "perfekten Sturm" angesichts massiv steigender Zinsen und einer womöglich drohenden Stagflation voraus. Am deutschen Aktienmarkt verloren beispielsweise Vonovia <DE000A1ML7J1> im Dax 2,7 Prozent und Aroundtown <LU1673108939> im MDax 6,5 Prozent.

Die Anteile der Deutschen Börse <DE0005810055> profitierten mit plus 0,6 Prozent von Aussagen auf einer Kapitalmarktveranstaltung. Der Börsenbetreiber bekräftigte erwartungsgemäß die Ziele für 2022 und 2023, die Details der Präsentation zu der Veranstaltung kamen aber gut an.

Fresenius SE <DE0005785604> lotet offenbar die Fusion seines Klinikgeschäfts mit einem Wettbewerber aus. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, zieht der Dax-Konzern derzeit einen Zusammenschluss der Option eines Verkaufs einer Beteiligung an Finanzinvestoren vor. Die Papiere legten vorne im Dax um 0,7 Prozent zu. Hinten im Leitindex standen die Titel des Agrarchemie- und Pharmakonzerns Bayer <DE000BAY0017> mit minus 3,4 Prozent sowie die Vorzüge von Volkswagen <DE0007664039> mit minus 3,2 Prozent.

Vantage Towers <DE000A3H3LL2> sanken um 3,9 Prozent, nachdem JPMorgan die Titel von "Neutral" auf "Underweight" abgestuft hatte. Analyst Akhil Dattani sieht die Auswirkungen steigender Zinsen und höherer Bonitätsaufschläge auf die Telekombranche trotz hoher Verschuldung zwar nicht als Risiko. Vantage schätzt er aber am schwächsten ein. Die Papiere seien zudem im Vergleich zu anderen Mobilfunkmasten-Unternehmen zu teuer.

Der Euro <EU0009652759> kostete am Nachmittag 1,0521 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,0561 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 1,51 Prozent am Vortag auf 1,49 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,02 Prozent auf 132,01 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> gewann 0,34 Prozent auf 145,85 Punkte./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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