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Aktien Frankfurt Ausblick: Gute Vorgaben und Deutsche Bank beflügeln den Dax

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> dürfte nach der schwachen Vorwoche mit deutlichen Gewinnen in die neue Woche starten. Dank positiver Vorgaben aus den USA und erfreulicher Geschäftszahlen der Deutschen Bank <DE0005140008> signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex am Montag knapp eine Stunde vor Beginn des Xetra-Handels ein Plus von 2,4 Prozent auf 10 586 Punkte. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Börsenbarometer der Eurozone wird ebenfalls sehr fest erwartet. Die Wall Street hatte sich stark ins Wochenende verabschiedet und die asiatischen Börsen folgten am Morgen dem Trend.

Marktstratege Michael McCarthy vom Broker CMC Markets UK sprach von einem guten Start in eine wichtige Woche - geprägt von Leitzinsentscheidungen großer Notenbanken, einem Reigen wichtiger Wirtschaftsdaten und der aktivsten Woche der US-Berichtssaison.

Nach wochenlangem Stillstand wegen der Corona-Pandemie lockern derweil einige Staaten vorsichtig und schrittweise ihre teils einschneidenden Beschränkungen im Alltags- und Wirtschaftsleben. So können etwa bald mehr Kinder wieder zur Schule oder in die Kita gehen, Bürger öfter Sport im Freien machen und Läden unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Vor diesem Hintergrund ist laut dem Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners der Optimismus der Anleger zurück. "Die zunehmende Lockerung der Corona-Beschränkungen beflügelt die Hoffnung auf eine Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität", erklärte er. "Allerdings sollten Anleger nicht dem Trugschluss aufsitzen, dass eine Öffnung der Wirtschaft zu normalen Abläufen mit normalen Umsätzen und Gewinnen führen wird." Euphorie wäre verfrüht. "Dass es beim Ölpreis keine nachhaltige Erholung gibt, ist für mich das deutlichste Zeichen dafür, dass es auch wirtschaftlich noch keine Erholung gibt."

Die Deutsche Bank <DE0005140008> ist überraschend gut ins Jahr gestartet. Der Gewinn ging zwar zurück, fiel aber deutlich besser aus als die vom Unternehmen befragten Analysten erwartet hatten. Diese hatten wegen der Folgen der Corona-Krise mit einem Verlust gerechnet. Die Aktien des Finanzinstituts notierten auf der Handelsplattform Tradegate rund fünf Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag.

Auch andere Unternehmen aus dem Dax öffneten ihre Bücher. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer <DE000BAY0017> etwa trotzte dank der Erholung des Agrargeschäfts sowie einer starken Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten der Corona-Krise und übertraf die Erwartungen. Die Papiere zogen auf Tradegate um gut drei Prozent an.

Der Sportartikelhersteller Adidas <DE000A1EWWW0> aber erlitt im ersten Quartal wegen der Corona-Pandemie einen Umsatz- und Gewinneinbruch. Für die Anteilsscheine ging es auf Tradegate um mehr als ein Prozent nach unten.

Den Papieren der Lufthansa <DE0008232125> half vorbörslich die Aussicht auf ein milliardenschweres Rettungspaket. Dabei gehe es um ein Volumen von neun bis zehn Milliarden Euro, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen. Kurz vor der Entscheidung sind auch neue Hilfen für den Ferienflieger Condor. Die Anteilsscheine der Lufthansa schnellten auf Tradegate um rund elf Prozent in die Höhe.