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AKTIEN IM FOKUS: ArcelorMittal macht Stahlaktionären Hoffnung auf bessere Zeiten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Stahlkonzern ArcelorMittal <LU0323134006> hat den Anlegern am Donnerstag Hoffnung auf bessere Zeiten gemacht. Vorsichtig optimistische Signale des Konkurrenten von Thyssenkrupp intensivierten die sektorweite Erholungsrally, die in den vergangenen Tagen schon begonnen hatte. Die Titel des internationalen Konzerns mit Sitz in Luxemburg sprangen an der Pariser Börse um 10 Prozent nach oben und gaben so europaweit die Richtung im Sektor vor.

An der Frankfurter Börse erholten sich Thyssenkrupp <DE0007500001> im MDax <DE0008467416> um 2,6 Prozent von ihrem vor wenigen Tagen erreichten Tief seit August. Im SDax <DE0009653386> sprangen Salzgitter sogar um 5,4 Prozent nach oben auf ein Hoch seit Mitte Januar. Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co <DE000KC01000> legten um 3,3 Prozent zu. Sie nähern sich nun schrittweise ihrem Jahreshoch bei knapp 6,50 Euro.

Eine schwache Nachfrage, sinkende Preise und hohe Abschreibungen hatten ArcelorMittal im vergangenen Jahr zwar einen Milliardenverlust eingebrockt. Der Konzern sieht aber erste Anzeichen, dass sich der Nachfragerückgang zu stabilisieren beginnt, und wies dabei auch auf die inzwischen niedrigen Lagerbestände bei Kunden hin. Das Coronavirus werde die Nachfrage aus China allenfalls kurzfristig bremsen, hieß es.

Das Unternehmen klinge etwas zuversichtlicher als von ihm erwartet, erklärte Analyst Ingo-Martin Schachel von der Commerzbank in einem ersten Kommentar. Sein Kollege Alan Spence von Jefferies Research sieht in dem Ausblick ein mögliches Anzeichen für eine Wende bei der Stahlnachfrage.

Spence hob auch das Ergebnis von Arcelor im vierten Quartal als positive Überraschung hervor. Das operative Ergebnis (Ebitda) sei hier angetrieben von den Geschäften in Nordamerika, Europa und Brasilien besser als erwartet ausgefallen. Außerdem erwähnte er die geringer als erwarteten Nettoschulden dank Freisetzungen im Nettoumlaufvermögen positiv.

Die Sektorwerte hatten in den vergangenen Monaten unter den wirtschaftlichen und politischen Unwägbarkeiten gelitten, darunter der US-chinesische Handelsstreit, die jüngsten Zuspitzungen im Nahen Osten und neuerdings auch der Ausbruch des Coronavirus in China. Salzgitter zum Beispiel waren Ende Januar auf ein Tief seit Oktober gefallen.

Bei Thyssenkrupp mussten Anleger zuletzt sogar den tiefsten Kurs seit August hinnehmen. Der Industriekonzern kämpft derzeit aber inmitten seiner Umstrukturierung an besonders vielen Fronten auch außerhalb des Stahlbranche. Die Konzernchefin Martina Merz hatte zuletzt auf der Hauptversammlung von einer "außerordentlich angespannten Lage" gesprochen.