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Aktien Europa: Optimistische Anleger treiben Börsen weiter nach oben

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die kräftige Aufwärtsbewegung an den europäischen Börsen seit Wochenbeginn hat sich auch am Mittwoch fortgesetzt. Unverändert setzen die Anleger auf eine schnelle und kräftige Wirtschaftserholung von der Corona-Krise, sagte Marktanalyst David Madden von CMC Markets UK. Dabei verwies er auch auf die sehr deutliche Stimmungsaufhellung im Dienstleistungssektor Chinas im Mai. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> stieg gegen Mittag um 2,03 Prozent auf 3223,26 Punkte.

Auch an den großen Länderbörsen ging es bergauf. In Paris gewann der Cac 40 <FR0003500008> 2,02 Prozent auf 4957,32 Punkte. Der britische Leitindex FTSE 100 <GB0001383545> legte um 1,34 Prozent auf 6303,76 Zähler zu.

"Diese deutliche Stimmungsaufhellung in China bekräftigt die Erwartung, dass es weltweit zu einer solch kräftigen Erholung kommt, auch wenn damit nicht behauptet werden soll, dass jeder an eine V-förmige Erholung glaubt", sagte Madden. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor in China signalisiert mit dem Sprung im Mai wieder Wachstum.

Branchenweit war der Gesundheits- und Pharmasektor <EU0009658723> in Europa erneut Schlusslicht, auch wenn es an diesem Tag unter den Subsektoren des Stoxx Europe 600 <EU0009658202> keine Verlierer gab. Er legte jedoch nur um minimale 0,1 Prozent zu. Novartis <CH0012005267> passte in dieses Bild. Die Aktien hinkten dem Gesamtmarkt mit einem minimalen Minus hinterher. Der Schweizer Pharmahersteller muss sich mit der Zulassung für sein Multiple-Sklerose-Medikament Ofatumumab in den USA gedulden und wohl bis September warten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA habe die Prüfung des ergänzenden Zulassungsantrags erweitert, hatte Novartis am Dienstagabend mitgeteilt.

Besonders gefragt indes war die Versichererbranceh <EU0009658822> mit plus 4,1 Prozent. Axa <FR0000120628> ragten im EuroStoxx 50 mit einem Kurssprung von 7,7 Prozent positiv heraus. Der Versicherer kappt zwar seine Dividende für 2019 auf 73 Cent je Aktie, doch sind die zur vollen Dividende fehlenden 70 Cent noch nicht ganz verloren für die Aktionäre. Sie könnten noch im vierten Quartal ausgeschüttet werden, falls es die Lage an den Märkten und die Finanzausstattung hergibt. Stark gefragt waren zudem in der Schweiz die Anteile der Swiss Re <CH0126881561>, die um 5,8 Prozent stiegen.

Renault <FR0000131906> legten im Cac 40 um 7,6 Prozent zu und profitierten von einer Goldman-Sachs-Studie. Diese empfiehlt die Aktie des Autobauers anlässlich der Neuausrichtung der Renault-Nissan-Allianz auf Kosten statt Wachstum zum Kauf und hob das Kursziel an. Der französische Autobauer sei ein großer Profiteur kurzfristiger Autokaufprämien in Europa. Zudem hat der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Autobauer mit Banken einen staatlichen garantierten Kredit von bis zu fünf Milliarden Euro vereinbart.

Tui <DE000TUAG000> gewannen in London rund 10 Prozent und machten damit ihre Vortagesverluste wieder mehr als wett. Der weltgrößte Reisekonzern einigte sich nach dem Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max mit dem Flugzeugbauer Boeing <US0970231058> auf einen Ausgleich für den entstandenen Schaden. Ein Großteil der Belastung wird ausgeglichen. Der Deal erleichtert es dem in der Corona-Krise angeschlagenen Touristikkonzern zudem, seine Flotte zu verkleinern.