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Mit 44 in Rente: Wie ein Mann aus einfachen Verhältnissen als Angestellter zum Millionär wurde

·Lesedauer: 3 Min.

Karsten Jeske hat es geschafft, mit 44 Jahren in Rente zu gehen — als Multimillionär. Dabei stammt der heute 46-Jährige aus eher einfachen Verhältnissen, der „unteren Mittelschicht“ Bielefelds, wie er es selbst bezeichnet. Die „Welt“ porträtierte den Weg des promovierten Wirtschaftswissenschaftlers zur finanziellen Unabhängigkeit.

In seinem Elternhaus habe Jeske immer das Gefühl gehabt, weniger zu haben als andere. Er habe als Kind nie eine Flugreise gemacht und die gebrauchte Kleidung seines Bruders oder von Nachbarskindern getragen. Seine Eltern, Jahrgang 1931, hätten beide schon früh arbeiten müssen und so nie die Chance auf gute Bildung gehabt. Sein Vater arbeitete als Busfahrer für die Bielefelder Stadtwerke, seine Mutter war Hausfrau.

Jeske selbst studierte in Bielefeld Wirtschaftswissenschaften, ging aber für ein Auslandssemester in die USA, an die Universität Purdue im Bundesstaat Indiana. Er entschied sich, dort zu bleiben und promovierte an der Universität Minnesota über internationale Verschuldung und die mögliche positive Rolle staatlicher Regulierung.

Anstellungen bei der FED und in der Privatwirtschaft

Nach seiner Promotion sei Jeske 26 Jahre alt gewesen und habe von mehreren Universitäten Angebote für eine Assistenzprofessur erhalten, berichtet die „Welt“ weiter. Er habe sich aber für eine Stelle an der Federal Reserve Bank (FED) of Atlanta entscheiden, Teil des Zentralbanksystems der USA. Dort forschte er, fungierte zudem als ökonomischer Berater für den Bankpräsidenten und verdiente 84.000 Dollar im Jahr — ein gutes Gehalt, wie Jeske der „Welt“ sagt, aber für amerikanische Verhältnisse nicht außergewöhnlich viel. Ein Job an der Uni habe ihm zusätzlich 12.000 Dollar pro Semester eingebracht. 40 bis 50 Stunden habe er in der Woche gearbeitet, oft auch am Wochenende.

Schließlich ging er im Jahr 2008, mit 34 Jahren, nach San Francisco und arbeitete dort für die Bank of New York Mellon, eine Vermögensverwaltung für Pensionsfonds. Die Gehälter im privatwirtschaftlichen Institut sind deutlich höher, sodass Jeske jedes Jahr 100.000 Dollar, etwa die Hälfte seines Einkommens, sparen konnte, so die „Welt“. Über ein US-amerikanisches, steuersparendes Altersvorsorgemodell habe er es dann in Aktien angelegt und in seinen zehn Jahren bei der Bank so mehr als eine Million Dollar angespart — wobei noch die starken Aktiengewinne hinzugekommen seien. Insgesamt würden heute 60 Prozent seines Vermögens aus Aktiengewinnen stammen.

Jeskes dreiköpfige Familie könnte 50 Jahre von seinem Ersparten leben.

Zwar verriet er der „Welt“ nicht die genaue Höhe, aber im Jahr 2018 konnte Jeske mit 44 Jahren aufhören zu arbeiten. Immer wieder habe er durchgerechnet, wie viel seine dreiköpfige Familie zum Leben braucht, und kalkulierte mit 70.000 Dollar im Jahr. Da seien auch viele Reisen vorgesehen: Allein 2019 war die Familie vier Monate unterwegs. Trotzdem könnte sie wahrscheinlich weitere 50 Jahre vom Ersparten leben — das Grundvermögen bleibe erhalten.

Natürlich gebe es dabei Unwägbarkeiten. Sein Vermögen sei zu 70 Prozent an der Börse investiert — ausschließlich in ETFs, sogenannte Indexfonds. Ein Crash könnte das zunichtemachen. Nichtsdestotrotz könnten seine Frau und er jederzeit wieder arbeiten gehen. Gerade die ehemalige Krankenschwester würde noch immer die nötigen Fortbildungen dafür absolvieren. Für den Plan spreche, dass Jeske in einigen Jahren noch eine kleine Rente bekommt.

Seine neu gewonnene Freiheit nutze Jeske heute für den Optionshandel an der Börse und seinen Blog „Earlyretirementnow“, den er schon seit mehreren Jahren betreibe. Dafür setze er sich jeden Morgen an den Computer. Aber einen Vollzeitjob werde er nie wieder machen, so die „Welt“.

sb

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