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4 Millionen Dollar für eine 1-Cent-Briefmarke: „Anleihe-König“ versteigert Sammlung für Rekord-Summe

Der US-amerikanische Investor Bill Gross. - Copyright: Paul Bersebach/Digital First Media/Orange County Register via Getty Images
Der US-amerikanische Investor Bill Gross. - Copyright: Paul Bersebach/Digital First Media/Orange County Register via Getty Images

Ein kleines Stück Papier für 4,4 Millionen US-Dollar: Der amerikanische Investor Bill Gross verkaufte kürzlich einen Teil seiner Briefmarkensammlung. Darunter auch das Schmuckstück der Kollektion – die 1-Cent-Briefmarke "Z-Grill" aus dem Jahr 1868. Insgesamt brachten Gross die bei der Auktion verkauften 100 Marken stolze 18,1 Millionen Dollar (etwa 16,85 Millionen Euro) ein.

Bill Gross löst historische Briefmarkensammlung auf

Briefmarken sammeln gilt nicht gerade als angesagtes Hobby – zumindest nicht mehr. Doch in manchen verstaubten Kellern könnte selbst heute noch ein Vermögen schlummern. Schließlich scheinen Briefmarken mit Seltenheitswert noch immer zahlungsfreudige Abnehmer zu finden. Das konnte man in der vergangenen Woche im New Yorker Auktionshaus Robert A. Siegel sehen.

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Hier wechselte ein Teil der laut "Financial Times" umfangreichsten Briefmarkensammlung der Geschichte den Besitzer. Sie stammen aus der Kollektion von Bill Gross. Der ehemalige Investmentmanager und Mitbegründer der Anlageverwaltung Pimco – auch bekannt unter dem Namen "Bond-King" beziehungsweise "Anleihenkönig" – möchte seine enorme Sammlung stückweise auflösen. Wie er zu Bloomberg sagte, sei es an der Zeit, seine Briefmarken "an andere zukünftige Sammler zu übergeben".

1-Cent-Briefmarke für vier Millionen Euro versteigert

Mit dem Schmuckstück der Sammlung, der 1-Cent-Briefmarke „Benjamin Franklin Z Grill“, erreichte er sogar einen neuen Rekord. Sie wurde für 4,4 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa vier Millionen Euro) versteigert – so viel, wie noch keine Briefmarke zuvor. Wie die "Financial Times" berichtete, lag der alte Rekord gerade einmal bei zwei Millionen Dollar. Bereits in den vergangenen Jahren hatte der 80-Jährige Briefmarken im Wert von über 50 Millionen Dollar (etwa 46,5 Millionen Euro) verkauft.

Er ziehe sich aus dem Sektor zurück, da er glaubt, dass sich etwas auf dem Briefmarkenmarkt ändern müsse, so die "Financial Times". Dieser habe früher "eine fundamentale Basis durch Kinder" gehabt, zitiert ihn die Zeitung. Heute sei das anders.

Gross selbst ist schon in jungen Jahren in Berührung mit der beliebten Sammlerware gekommen. In den 1930er und 1940er Jahren habe seine Mutter Briefmarken gekauft, um damit einmal die College-Ausbildung ihres Sohnes zahlen zu können.

"Sammeln bedeutet, aus der Unordnung eine Ordnung zu schaffen"

Doch als Bill Gross dann versuchte, die Marken zu verkaufen, erhielt er nur noch einen Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises dafür. Damit war sein Interesse geweckt: Er wollte Briefmarken finden, die gleichzeitig als Investition und Hobby dienen sollten. Nicht nur die Wertsteigerung, auch das Ritual an sich habe ihm Freude bereitet. Der "Financial Times" zufolge habe er seine Einkäufe oft bis nachts in seine Bücher geklebt. "Nach meiner Definition bedeutet Sammeln, aus der Unordnung eine Ordnung zu schaffen. Das entsprach meiner Persönlichkeit", so Gross.

Wer heute Briefmarken sammelt, wird damit wohl allerdings nicht mehr reich werden, vermutet Gross. Denn: Es gibt immer weniger Briefmarkensammler. Was früher ein beliebtes Hobby von Kindern war, wird heute höchstens noch von ein paar älteren Menschen betrieben. Das führt zu einem Überangebot – also auch zu sinkenden Preisen.

skö