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Die 1,4 Milliarden Einwohner Chinas reichen nicht aus, um die leeren Häuser des Landes zu füllen, sagt ein ehemaliger Beamter

Der Wohnkomplex Evergrande Metropolis, Huaian, China. - Copyright: Zhao Qirui/VCG via Getty Images
Der Wohnkomplex Evergrande Metropolis, Huaian, China. - Copyright: Zhao Qirui/VCG via Getty Images

Ein ehemaliger chinesischer Regierungsbeamter sagt, die Gesamtbevölkerung des Landes von 1,4 Milliarden Menschen würde nicht ausreichen, um alle leer stehenden Häuser zu füllen. Das berichtet "Reuters" unter Berufung auf ein Video der staatlichen Nachrichtenagentur "China News Service". Chinas Immobilienprobleme wurden 2021 bekannt, als der Industrieriese Evergrande zum höchst verschuldeten Unternehmen der Welt wurde und in Konkurs ging.

Tyler Wright, Gründer von Defining Wealth.
Tyler Wright, Gründer von Defining Wealth.

Damals gab es mindestens 65 Millionen leer stehende Immobilien im Land, was ausgereicht hätte, um die gesamte Bevölkerung Frankreichs zu beherbergen. "Wie viele leer stehende Häuser gibt es jetzt? Jeder Experte gibt eine andere Zahl an, wobei der extremste glaubt, dass die derzeitige Anzahl an leerstehenden Häusern für drei Milliarden Menschen ausreicht", sagt He Keng, ein ehemaliger stellvertretender Leiter des Statistikamtes, laut "Reuters". Diese Schätzung mag ein wenig hoch sein, aber 1,4 Milliarden Menschen können Chinas leere Häuser wahrscheinlich nicht füllen.

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China hat sich lange Zeit auf die Entwicklung von Immobilien als sichere Investition verlassen, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. Doch das habe zu einem Überangebot geführt – mit endlosen Reihen von Hochhäusern, die leer stehen. "Sie bauten ein Überangebot und verkauften es dann. Das ist der Grund für die Leerstände", sagte Li Gan, Wirtschaftsprofessor an der Texas A&M University, im Jahr 2021 zu Business Insider.

Aus protzigen Villenvierteln wurden Geisterstädte

Viele Bauprojekte wurden auch zu sogenannten "Faultail"-Projekten, nachdem sie ins Stocken geraten waren oder auf halbem Weg aufgegeben wurden. Städte wie Shenyang im Nordosten des Landes waren als neue Hotspots für Chinas Superreiche mit protzigen Villen im europäischen Stil geplant. Doch das vom Immobilienriesen Greenland Group geleitete Entwicklungsprojekt, das 2010 begann, wurde bereits zwei Jahre später wieder aufgegeben. Heute haben Bauern die Geisterstadt übernommen, pflügen das Land und lassen das Vieh um die leeren Villen herum frei laufen.

Rinder wandern zwischen halbfertigen Villen in Shenyang umher. - Copyright: Jade Gao/AFP via Getty Images
Rinder wandern zwischen halbfertigen Villen in Shenyang umher. - Copyright: Jade Gao/AFP via Getty Images

Ordos, nahe der Grenze zur Mongolei, sollte über eine Million Menschen beherbergen und ein kulturelles und wirtschaftliches Zentrum werden. Doch 2016 lebten dort nur noch rund 100.000 Menschen, und die Stadt wurde als "größte Geisterstadt der Welt" bezeichnet.

Immobilienprojekt von Evergrande in China. Der Konzern ist in eine Schieflage geraten und wurde zum Symbol für Chinas Wirtschaftskrise.
Immobilienprojekt von Evergrande in China. Der Konzern ist in eine Schieflage geraten und wurde zum Symbol für Chinas Wirtschaftskrise.

"Wir werden die Angst nicht los, dass wir eine neue Geisterstadt erschaffen"

Seitdem hat die Regierung Anstrengungen unternommen, um einige der besten Schulen des Landes in die Region zu verlegen. Dies hat zu einem Zustrom von Familien und leistungsstarken Schülern geführt. Die Maßnahme habe sowohl die Bevölkerung als auch die Immobilienpreise in die Höhe getrieben, berichtete die japanische Publikation "Nikkei Asia" im Jahr 2021.

Trotz dieser Bemühungen ist die Innere Mongolei, die autonome Region Chinas, in der sich Ordos befindet, dem Bericht zufolge immer noch eine der am langsamsten wachsenden Regionen des Landes. "Wir werden die Angst nicht los, dass wir eine neue Geisterstadt erschaffen, wenn die neue Entwicklung an Fahrt gewinnt", sagte ein Immobilienentwickler aus Ordos laut Nikkei Asia.

Dieser Artikel wurde von Victoria Niemsch aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.