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Ölpreise drehen in die Gewinnzone - IEA erhöht Nachfrageprognose

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Donnerstag deutlich gestiegen. Im Vormittagshandel drehten sie in die Gewinnzone, nachdem die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Prognose für die globale Nachfrage nach Rohöl erhöht hatte. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete gegen Mittag 98,48 US-Dollar. Das waren 1,08 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur September-Lieferung stieg um 1,08 Dollar auf 93,01 Dollar.

Die IEA erwartet laut dem am Vormittag veröffentlichten Monatsbericht für das laufende Jahr ein Wachstum der weltweiten Ölnachfrage um 2,1 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag. Das sind 380 000 Barrel pro Tag oder etwa zwei Prozent mehr als in der vorangegangenen Schätzung. Die gesamte Nachfrage dürfte nach Einschätzung der Agentur im laufenden Jahr bei 99,7 Millionen Barrel pro Tag liegen. Im kommenden Jahr dürfte die Nachfrage dann auf täglich 101,8 Millionen Barrel ansteigen.

Die im Zuge des Ukraine-Kriegs verursachte Gaskrise mit einem massiven Preisanstieg für Erdgas an den Rohstoffmärkten habe dazu geführt, dass Industrieunternehmen und Kraftwerke ihre Anlagen verstärkt mit Öl betreiben, heißt es im Bericht der IEA. In den vergangenen Monaten hat Russland die Gaslieferungen nach Europa drastisch reduziert.