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Zwist zwischen Ruhani und Trump über Aufhebung von Sanktionen

TEHERAN/WASHINGTON (dpa-AFX) - Irans Präsident Hassan Ruhani hat mit Äußerungen den Eindruck erweckt, die US-Regierung sei zur Aufhebung aller Sanktionen gegen sein Land bereit gewesen, um Verhandlungen zu ermöglichen. Darüber sei bei der UN-Vollversammlung in New York "gemunkelt" worden, sagte Ruhani nach seiner Rückkehr nach Teheran am Freitag. "Auf die Frage, welche Sanktionen aufgehoben werden sollen, wurde gesagt, dass sie (USA) alle aufheben wollen." Auf der Basis von Gerüchten sei es für den Iran jedoch nicht akzeptabel gewesen, sich auf Verhandlungen einzulassen, so der Präsident laut seinem Webportal.

Die US-Regierung wies die Darstellung am Freitag in Washington umgehend zurück. Ein Sprecher des Weißen Hauses sprach von einer Lüge. Trump schrieb auf Twitter, der Iran habe von ihm als Vorbedingung für ein Treffen die Aufhebung der Sanktionen verlangt. "Ich habe natürlich Nein gesagt!"

Ruhani hatte während seiner Rede vor der UN-Vollversammlung in New York gesagt, vor möglichen Gesprächen mit Trump müssten zunächst die weitreichenden Sanktionen der US-Regierung aufgehoben werden.

Die USA waren im Mai 2018 einseitig aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen. Sie wollen die Führung in Teheran mit den bislang härtesten Sanktionen gegen das Land zwingen, das Abkommen neu auszuhandeln und dabei härteren Auflagen zuzustimmen. Beispielsweise soll es auch für das Raketenprogramm Begrenzungen geben. Der Iran lehnt das bislang ab.