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Wunderkind, Pleitier, Finanzjongleur: So baute Lars Windhorst sein undurchsichtiges Firmenimperium auf

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Lars Windhorst ist Unternehmer und Vorsitzender der Tennor Holding.
Lars Windhorst ist Unternehmer und Vorsitzender der Tennor Holding.

Windei, Wunderkind, Jungunternehmer, Finanzgenie, Hasardeur, Blender, Pleitier, Zocker, Menschenfänger: Dies sind nur einige der Begriffe, mit denen Lars Windhorst schon von Medien und Geschäftspartnern bezeichnet wurde. Der Mann, der mit 45 Jahren bereits zwei Pleiten und eine Privatinsolvenz hinter sicher hat, und dennoch immer wieder aufzustehen scheint, gilt als einer der umstrittensten Unternehmer Deutschlands. Bekannt wurde er in den 90er-Jahren als unternehmerisches Wunderkind, das von Altkanzler Helmut Kohl persönlich gefördert wurde.

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Nach einer atemberaubenden Achterbahnfahrt stieg der Investor 2019 bei Hertha BSC ein, steckte bislang 374 Millionen Euro in den Bundesligisten und sicherte sich damit 66,6 Prozent an dem Berliner Fußballclub. Doch woher kommen die Millionen für dieses Investment? Das Geld dafür stamme aus seiner Unternehmensgruppe mit dem Namen Tennor, sagt der deutsche Geschäftsmann.

Recherchen von Business Insider zeigen nun, dass Windhorsts Imperium auch aus dunklen Kanälen gespeist wurde. Anhand von Bank-Berichten aus der Schweiz, Kontoauszügen und E-Mails gelang eine Rekonstruktion, wie Gelder aus kriminellen Geschäften in die Unternehmensgruppe von Windhorst geflossen sind.

Auf Anfrage weist ein Anwalt zurück, dass Windhorst in kriminelle Handlungen verwickelt gewesen sein soll. Nach einer Geldwäscherei-Verdachtsmeldung 2016 hat die Staatsanwaltschaft Zürich nach einer Prüfung kein Verfahren gegen Windhorst eingeleitet.

Was wusste Hertha-Investor Lars Windhorst über die schmutzigen Millionen, die in sein Firmenreich geflossen sind? Und wie schafft er trotz mehreren Insolvenzen und Rückschlägen immer wieder ein wirtschaftliches Comeback? Diesen Fragen gehen wir in der 27. Episode des True-Crime-Podcasts „Macht und Millionen“ nach. Die Journalisten Solveig Gode und Kayhan Özgenc rekonsturieren die zahlreichen Aufstiege und die folgenden Niedergänge des Unternehmers aus der ostwestfälischen Kleinstadt Rahden. Sie sprechen außerdem mit dem Leiter für Investigative Recherce bei Business Insider, Jan C. Wehmeyer, der den Fluss des schmutzigen Geldes aufgedeckt hat.

Über den Podcast:

Bei „Macht und Millionen“ sprechen Solveig Gode (28) und Kayhan Özgenc (52) alle zwei Wochen über die spannendsten Verbrechen und Skandale der deutschen Wirtschaft. In jeder Folge unseres True-Crime-Podcasts beleuchten die beiden Business-Insider-Journalisten einen Fall, den sie anhand eigener Recherchen und Original-Dokumente neu aufrollen. Sie erzählen von schillernden Millionären und tief gefallenen Managern, aber auch von Menschen von nebenan, die zu Tätern und Opfern wurden – wahre Wirtschaftskrimis, die genau so passiert sind.

Ihr findet die neueste Folge von „Macht und Millionen“ auf Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, Podimo oder Deezer. Wenn ihr uns unterstützen und neue Episoden schon eine Woche vorher hören wollt, könnt ihr bei Apple Podcasts oder Spotify dem „Macht und Millionen Club“ beitreten. Dort erhaltet ihr außerdem exklusiv die erste Staffel sowie weitere Bonusinhalte. Das Abo kostet 3,99 Euro im Monat.

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