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Wirecard-Management soll vor Pleite systematisch Geld beiseitegeschafft haben

·Lesedauer: 2 Min.

In einem Brief an die Belegschaft hat Insolvenzverwalter Jaffé außerdem wohl einen Verkauf des Kerngeschäfts bis spätestens November angekündigt.

Insolvenzverwalter Jaffé lässt weltweit nach Firmen und Konten fahnden, um möglichst viel von dem beiseitegeschafften Geld des Konzerns zurückzuholen. Foto: dpa
Insolvenzverwalter Jaffé lässt weltweit nach Firmen und Konten fahnden, um möglichst viel von dem beiseitegeschafften Geld des Konzerns zurückzuholen. Foto: dpa

Wirecard-Insolvenzverwalter Michael Jaffé hat in einem Brief an die Belegschaft wohl schwere Vorwürfe gegen das alte Management des Skandal-Konzerns erhoben. Das berichtet die „Süddeutschen Zeitung“ (SZ). Demnach sei das Unternehmen „in den Monaten vor der Insolvenz leergeräumt“ worden, teilte Jaffé mit. Die damaligen Verantwortlichen sollen also systematisch Geld beiseitegeschafft haben.

Der Insolvenzverwalter nenne im Brief keine Namen. Es soll aber klar sein, dass der untergetauchte Ex-Vorstand Jan Marsalek und dessen Umfeld gemeint seien, heißt es im Bezug auf „Wirecard-Kreise“. Marsalek hatte sich vor vier Monaten nach Weißrussland abgesetzt. Bis heute ist er nicht aufzufinden und untergetaucht.

Laut SZ ist unter Ermittlern, Wirtschaftsprüfern und Anwälten, die den Wirecard-Skandal aufarbeiten, von zahlreichen verdächtigen Geldflüssen vor allem von Ende 2019 bis zur Pleite Mitte 2020 die Rede. Es gehe vor allem um hohe Kredite, die Geschäftspartnern in Asien gewährt wurden und die sich auf weit mehr als eine halbe Milliarde Euro summieren sollen.

Insolvenzverwalter Jaffé kündigte laut dem Bericht in seinem Rundschreiben an, dass der Verkauf des Kerngeschäfts von Wirecard bald erfolgen solle. „Spätestens im November ist mit einer Entscheidung zu rechnen“, wird er zitiert. Man befinde sich „nun in der Entscheidungsphase“. Die beiden verbliebenen Bewerber sind wohl die spanische Bank Santander und das britische Mobilfunkunternehmen Lycamobile.

Der Insolvenzverwalter hatte in dieser Woche bereits den Ableger Wirecard North America für mehr als 300 Millionen Euro verkauft. Ein Grund für die leeren Kassen soll auch gewesen sein, dass Marsalek Geld beiseitegeschafft haben soll. Im Rundbrief schreibt Jaffé demnach: „Wie Ihnen bekannt“, habe das Insolvenzverfahren „ohne jegliche Liquidität“ begonnen.

Die Einnahmen durch den Verkauf des Nordamerika-Geschäfts würden laut Rundbrief auch die Aufklärung der dubiosen Geldflüsse erleichtern. Die Anwaltskanzlei Gleiss Lutz solle prüfen, gegen wen Wirecard welche Ansprüche geltend machen kann. Jaffé lässt demnach weltweit nach Firmen und Konten fahnden, um möglichst viel von dem beiseitegeschafften Geld zurückzuholen.