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Er will WWE-Megastar werden - und vorher Olympia-Gold

·Lesedauer: 4 Min.
Er will WWE-Megastar werden - und vorher Olympia-Gold
Er will WWE-Megastar werden - und vorher Olympia-Gold

Gable Steveson hat im vergangenen Jahr zwei bekannten Zeitgenossen eine Direktnachricht bei Instagram geschickt: Dwayne „The Rock“ Johnson und Conor McGregor.

„Ich hab ihnen gesagt, dass ich dorthin will, wo sie sind und dass ich sie bald dort oben sehen werde“, schrieb er dann seinen eigenen Social-Media-Followern.

Der 21-Jährige aus der 45.000-Einwohnerstadt Apple Valley im US-Bundesstaat Minnesota weiß, was er will: Er will ein Wrestling-Star bei WWE werden, womöglich auch ein MMA-Star bei der UFC. Auf jeden Fall aber ein Entertainment- und Popkultur-Phänomen wie McGregor und sein großes Vorbild Johnson.

Und, ach ja: Olympia-Gold will er vorher auch noch.

Gable Steveson greift bei Olympia im Ringen nach Gold

Steveson tritt bei den Spielen in Tokio als Freistilringer im Schwergewicht an, peilt dort den Sieg an. Er möchte in die Fußstapfen seines Landsmanns Kurt Angle treten, der 1996 in Atlanta siegte - und dann eine Hall-of-Fame-Karriere als Showkampf-Entertainer bei WWE startete (Wie Kurt Angle in den Drogen-Horror abstürzte).

Wrestling-Fan Steveson hat denselben Plan, er verfolgt seine Karriereziele in Sport und Showgeschäft seit frühester Jugend mit erstaunlichem Ehrgeiz und Selbstbewusstsein. Und er hat auch schon eine beeindruckende Zwischenbilanz vorzuweisen.

Steveson eifert Ringer- und WWE-Legenden nach

An Highschool und College ragte er als Ringer heraus, für die University of Minnesota holte er in seiner Gewichtsklassse mit einer 17:0-Bilanz die nationale Meisterschaft - wie vor ihm Brock Lesnar, der dann sowohl bei WWE als auch bei der UFC zum Aushängeschild wurde.

Einem anderen Ausnahmeskampfsportler gereichte Steveson mit dem Gewinn der Dan Hodge Trophy zur Ehre. Der im vergangenen Jahr verstorbene Hodge, Namensgeber der Ringervariante der Heisman Trophy, war eine Legende im Amatuerringen und ebenfalls als Wrestler und auch als Boxer erfolgreich.

Mit dem Gewinn der US Trials untermauerte Steveson die Gold-Ambitionen, für die er letztlich schon von Geburt an prädestiniert zu sein scheint: Stevesons Vornamen Gable Dan sind eine Verbeugung seiner Eltern von Dan Gable, dem Olympiasieger von München 1972 in der Klasse bis 68 Kilo und bis heute verehrte Szene-Ikone.

„Das sieht man im Schwergewicht sonst nicht“

Die Chancen, das Vermächtnis der großen US-Ringer auszubauen, stehen nicht schlecht: Steveson beeindruckt Kollegen und Experten mit Qualitäten, die für seine Gewichtsklasse ungewohnt sind.

„Seine Athletik, sein Tempo, sein Verständnis für Positionierung, seine Wendigkeit, wie er Winkel bildet: Das sieht man im Schwergewicht sonst nicht“, zitiert die Nachrichtenagentur seinen Teamkollegen Kyle Dake.

Der Sinn für Showeinlagen kommt hinzu, Steveson pflegt seine Siege mit Saltos zu feiern.

WWE schon in Vorfreude

Mit Blick auf diese Referenzen sind die Verantwortlichen von WWE schon in hörbarer Vorfreude auf ihren potenziellen nächsten Topstar.

Steveson war in diesem Jahr bereits Ehrengast bei der Megashow WrestleMania 37, ließ sich mit dem aktuellen Universal Champion Roman Reigns ablichten. Sein älterer Bruder Bobby trainiert bereits im Performance Center der Promotion und hofft auf eine eigene WWE-Karriere.

Dass auch Gable Steveson schon bei WWE unterschrieben hat, bestreiten beide Seiten – Steveson will nach Olympia seinen nächsten Karriereschritt verkünden. WWE-Vorstand Paul Levesque (Triple H) hat trotzdem schon mal prophezeit: „Wenn er die Entscheidung fällt, ein WWE-Superstar zu werden, habe ich keinen Zweifel, dass er das in Rekordzeit schaffen wird und fantastisch dabei sein wird.“

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Steveson hält es mit Ric Flair

Der Karriereweg WWE wird Steveson auch dann offen stehen, wenn er nicht Gold holt - der türkische Titelverteidiger Taha Akgül und der Georgier Geno Petriashvili sind die gefährlichsten Konkurrenten -, das Vermarktungs-Potenzial, das Steveson zu WWE mitbrächte, wäre auch so riesig.

Es gibt allerdings auch einen trüben Fleck im Leben des Jungstars: 2019 wurde Steveson zwischenzeitlich von seinem College suspendiert, weil er im Zentrum von Ermittlungen wegen eines Vergewaltigungs-Vorwurfs stand.

Steveson und Teamkollege Dylan Martinez wurden beschuldigt, im Juni 2019 in Minneapolis einen sexuellen Übergriff gegen eine Frau begangen zu haben. Der zuständige Bezirksstaatsanwalt Mike Freeman stellte das Verfahren letztlich aus Mangel an Beweisen ein, strich aber heraus, dass er nicht von Stevesons Unschuldsbeteuerung überzeugt war. Er verwies darauf, dass bei der angeblichen Tat Alkohol im Spiel gewesen sei und dass die „aktuelle Gesetzeslage in Minnesota, wenn es um Alkohol und die Zustimmung des Opfers geht, unsere Arbeit signifikant einschränkt“.

Stevesons Anwalt reagierte mit der Versicherung, dass sein Mandant „zu 100 Prozent unschuldig“ sei und den Ermittlungen „nichts verborgen“ hätte.





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