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Bund investiert in Impfstofffirma, nur langsame Corona-Erholung

David Verbeek

(Bloomberg) -- Das Bundeswirtschaftsministerium dämpft die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der deutschen Konjunktur aus dem Pandemie-Tief, die Regierung will für Hilfen mehr Schulden aufnehmen, und der Bund sichert sich einen Anteil am Impfstoff-Hoffnungsträger CureVac.

Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau erwirbt Deutschland für 300 Millionen Euro 23 Prozent an dem Tübinger Biopharmaunternehmen, teilten der Bund und CureVac in einer gemeinsamen Pressemeldung mit. Es handelt sich um die zweite große Unternehmensbeteiligung des Bundes seit Beginn der Pandemie, nach dem Erwerb von 20 Prozent an der taumelnden Lufthansa.

“Die Bundesregierung beteiligt sich an diesem vielversprechendem Unternehmen, weil sie erwartet, damit Entwicklungen zu beschleunigen”, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

Die deutsche Konjunktur habe im April nach den Corona-Einschränkungen ihr Tief erreicht und wachse im Mai und Juni “relativ deutlich”, schrieb das Ministerium in seinem Monatsbericht. Allerdings werde die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal “sehr viel stärker” zurückgehen als im ersten Vierteljahr, und die Erholung im zweiten Halbjahr werde “schleppend erfolgen und sich länger hinziehen”, hieß es.

Um Konjunkturmaßnahmen zu finanzieren, plant die Bundesregierung eine zusätzliche Schuldenaufnahme von 62 Milliarden Euro. Die Neuverschuldung in diesem Jahr würde sich damit auf 218 Milliarden Euro belaufen, sagten zwei informierte Personen gegenüber Bloomberg.

Unterdessen bereitet das Nachbarland Österreich ein 14 Milliarden Euro schweres Paket aus Steuersenkungen und Hilfen vor. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt für ein Konjunkturprogramm, um “Optimismus und Kaufkraft und Angebot zu stärken”, sagte Finanzminister Gernot Blümel im Ö1-Radio.

Während neue Ansteckungen mit dem Coronavirus in China weltweit Ängste vor einer möglichen zweiten Welle schüren, verharrt die Zahl der Neuansteckungen In Deutschland auf niedrigem Niveau. Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Montagmorgen wurden in den zurückliegenden 24 Stunden in Deutschland 251 Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet.

Damit stieg der Wert gegenüber dem Vortag, als 41 Infektionen registriert wurden. Die Zahl liegt seit über drei Wochen deutlich unter 1.000 und weit unter den Höchstwerten Ende März, als an manchen Tagen knapp 7.000 Fälle registriert wurden.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Deutschland insgesamt 187.518 Personen mit dem Virus angesteckt. Deutschland liegt damit auf dem zehnten Platz weltweit.

Weitere 8 Menschen sind zuletzt im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Es handelt sich um die niedrigste Zahl seit 12 Tagen. Die Gesamtzahl der Todesopfer stieg damit auf 8.801.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, bei 1,05. Es handelt sich um den dritten Anstieg in Folge, seit dem Vortag liegt der Wert über der kritischen Marke von eins. Der Sieben-Tage-R-Wert, der Schwankungen ausgleicht, wurde mit 1,00 angegeben.

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um CureVac-Beteiligung)

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