Werbung
Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    18.163,52
    -90,66 (-0,50%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.907,30
    -40,43 (-0,82%)
     
  • Dow Jones 30

    39.150,33
    +15,57 (+0,04%)
     
  • Gold

    2.334,70
    -34,30 (-1,45%)
     
  • EUR/USD

    1,0697
    -0,0009 (-0,09%)
     
  • Bitcoin EUR

    60.085,26
    +161,67 (+0,27%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.349,08
    -11,25 (-0,83%)
     
  • Öl (Brent)

    80,59
    -0,70 (-0,86%)
     
  • MDAX

    25.296,18
    -419,58 (-1,63%)
     
  • TecDAX

    3.286,63
    -24,79 (-0,75%)
     
  • SDAX

    14.473,71
    -125,85 (-0,86%)
     
  • Nikkei 225

    38.596,47
    -36,55 (-0,09%)
     
  • FTSE 100

    8.237,72
    -34,74 (-0,42%)
     
  • CAC 40

    7.628,57
    -42,77 (-0,56%)
     
  • Nasdaq Compositive

    17.689,36
    -32,23 (-0,18%)
     

Die Welt steckt in einer Orangensaftkrise: Der Wettlauf nach einer Ersatzfrucht hat begonnen

Orangenhaine in Florida - Copyright: GIANRIGO MARLETTA/Getty Images
Orangenhaine in Florida - Copyright: GIANRIGO MARLETTA/Getty Images

Die weltweit führenden Orangensafthersteller müssen angesichts einer Versorgungskrise möglicherweise die Verwendung alternativer Früchte in Betracht ziehen.

Einem Bericht von Fundecitrus und CitrusBR zufolge haben die Klimakrise und eine als Greening bekannte Zitruskrankheit die brasilianischen Orangenbauern dazu veranlasst, die kleinste Ernte seit Jahrzehnten einzufahren.

Erhebliche Engpässe in Brasilien und Florida

Brasilien ist der größte Orangensafthersteller und -exporteur der Welt. Der Bericht sagt voraus, dass die wichtigsten brasilianischen Orangenanbaugebiete – Sao Paulo und Minas Gerais – in diesem Jahr 232,38 Millionen 40,8 Kilogramm schwere Kisten ernten werden. Das entspricht einem Rückgang von 24,36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Sollte sich diese Produktionsprognose bewahrheiten, wäre dies die zweitkleinste Ernte seit 1988 bis 1989", so der Bericht.

WERBUNG

Auch in Florida, dem zweitgrößten Orangensafthersteller der Welt, komme es aufgrund von Krankheiten und schlechten Witterungsbedingungen zu erheblichen Engpässen. Das berichtet die Financial Times (FT).

Kees Cools, Präsident der International Fruit and Vegetable Juice Association (IFU), erklärte gegenüber der FT, dass die jüngsten Engpässe eine "Krise" darstellten. "So etwas haben wir noch nie erlebt, nicht einmal während der großen Fröste und Wirbelstürme", sagte er.

In der Vergangenheit hätten Orangensaftanbieter langfristige Engpässe vermieden, indem sie Saftvorräte eingefroren hätten, die bis zu zwei Jahre lang hätten verwendet werden können, so die FT. Aber selbst die eingefrorenen Bestände schwinden, weil sich seit drei Jahren ein Mangel aufgebaut hat.

Eine Luftaufnahme vom 14. März 2023 zeigt einen Arbeiter beim Pflücken von Orangen in einer Obstplantage in Arcadia, Florida. - Copyright: CHANDAN KHANNA/Getty Images
Eine Luftaufnahme vom 14. März 2023 zeigt einen Arbeiter beim Pflücken von Orangen in einer Obstplantage in Arcadia, Florida. - Copyright: CHANDAN KHANNA/Getty Images

Citrus Greening und Klimakrise bringen die Produzenten in Entscheidungsnot

Ein großes Problem ist das Citrus Greening. Dabei handelt es sich um eine unheilbare Krankheit, die von pflanzenfressenden Insekten verursacht wird. Sie macht die Früchte des Baumes bitter, bevor sie ihn schließlich abtötet. Seit seiner Ausbreitung in Florida im Jahr 2008 hat das Citrus Greening in Verbindung mit der Klimakrise katastrophale Auswirkungen. In den letzten 20 Jahren, so Cools zur FT, sei das Angebot an Orangensaft in Florida von 240 Millionen Kisten pro Jahr auf 17 Millionen pro Jahr zurückgegangen.

Cools sagte, dass die Hersteller möglicherweise eine andere Frucht, wie etwa die Mandarine, in Erwägung ziehen müssten. Deren Bäume seien widerstandsfähiger gegen Wettereinflüsse. Dies wäre jedoch ein langwieriger Prozess. Die IFU müsste Gesetzesänderungen im Codex Alimentarius und bei der US Food and Drug Administration beantragen, so die FT.

In der Zwischenzeit erklärte Harry Campbell, Analyst für Rohstoffmarktdaten bei der Forschungsgruppe Mintec, im Gespräch mit CNBC, dass die Hersteller wahrscheinlich "weniger abhängig" von der Orangenproduktion werden würden, indem sie größere Mengen an Birnen-, Apfel- und Traubensaft in ihre Mischungen einbeziehen würden.

Die finanziellen Folgen sind bereits spürbar. Laut FT stiegen die Futures für konzentrierten Orangensaft am Dienstag an der New Yorker Intercontinental Exchange auf 4,92 Dollar. Das ist fast doppelt so viel wie im Vorjahr, fügte die Zeitung hinzu. Währenddessen kosten 16 Unzen Orangensaft (umgerechnet etwa 0,47 Liter) den durchschnittlichen US-Verbraucher schätzungsweise 2,41 Dollar (umgerechnet etwa 2,23 Euro) im Jahr 2019, verglichen mit 3,41 Dollar (umgerechnet etwa 3,15 Euro) bis Ende 2023, so die Datenerfassungsplattform Statista.

Nachfrage geht zurück – "Orangensaft-Industrie in einer Krise"

Francois Sonneville, ein leitender Getränkeanalyst bei der Rabobank, erklärte "The Guardian", dass die Verbrauchernachfrage nach Orangensaft im vergangenen Jahr aufgrund der Preiserhöhungen um etwa ein Fünftel zurückgegangen sei.

"Die weltweite Orangensaftindustrie befindet sich in einer Krise", sagte er. "Die Industrie in Florida ist so gut wie verschwunden, und die brasilianischen Plantagen werden von Krankheiten, steigenden Kosten und ungünstigen Anbaubedingungen geplagt, sodass das weltweite Angebot an Orangensaft auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten ist."

"Solange der Punkt nicht erreicht ist, an dem die Verbraucher nicht mehr bereit sind, den Aufpreis für Orangensaft zu zahlen, weil das Angebot so gering ist, werden die Preise weiter steigen", so Campbell zu CNBC. Die IFU reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Lest den Originalartikel auf Business Insider.