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Weil zu viele Piloten krank sind, streicht Lufthansa Flüge über Weihnachten

·Lesedauer: 2 Min.
Piloten der Lufthansa im Cockpit. (Symbolfoto)
Piloten der Lufthansa im Cockpit. (Symbolfoto)

Die Lufthansa hat über Weihnachten ein Dutzend Fernflüge gestrichen, weil sich zu viele Piloten gleichzeitig krankgemeldet hätten, heißt es. "Wir haben mit einem sehr großen Puffer geplant. Der reicht aber für die extrem hohe Krankenquote nicht aus", sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag zur Deutschen Presse-Agentur (dpa). Über einen Zusammenhang mit der hochansteckenden Corona-Variante Omikron wolle er nicht spekulieren, da Lufthansa nicht über die Art der Erkrankungen informiert werde.

Im Internet kursieren hingegen Gerüchte über ein anderes Motiv: einen möglichen Bummelstreik der Piloten. Deren Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) befindet sich aktuell mit dem Unternehmen in einer harten Auseinandersetzung um die künftige Kostenstruktur bei der Stammgesellschaft Lufthansa, bei der ab April erste Corona-bedingte Entlassungen drohen. Die VC befürchtet zudem einen harten Schrumpfkurs zugunsten billigerer Konzerngesellschaften. Wechselseitig wurden Tarifverträge gekündigt, sodass ab Juli theoretisch wieder Streiks möglich sind.

Derartige "Sick Outs" sind eigentlich nicht zu beweisen, aber gerade im Luftverkehr gab es schon einige Verdachtsfälle – auch im Einflussbereich der VC. So stand am 7. Oktober 2016 die komplette Flotte der Tuifly am Boden, deren Belegschaft nicht mit anderen Ferienfliegern fusioniert werden wollte. Auch im Todeskampf der Air Berlin meldeten sich ein Jahr später auffällig viele Piloten gleichzeitig krank. Ein illegaler Warnstreik unter dem Schutz der ärztlichen Schweigepflicht konnte aber nie bewiesen werden. Die Gewerkschaft lehnte am Donnerstag einen Kommentar ab.

Aktuell abgesagt wurden in der Zeit vom 23. bis 26. Dezember sechs Flugpaare aus Hin- und Rückflug, wie der Lufthansa-Sprecher berichtete. Neben einer Verbindung nach Tokio trifft es vor allem US-Ziele wie Houston, Boston und Washington D.C. In diesem Verkehrsgebiet könnten die Passagiere am leichtesten auf andere Flüge umgebucht werden. Zuvor hatte das Portal "aero.de" über die Personalengpässe berichtet, die nur zum Teil mit Freiwilligen aufgefangen werden können.

Betroffen ist die Teilflotte der Langstreckenflugzeuge Airbus A330/A340, für die intern dringend nach Ersatzpiloten und -pilotinnen für die Zeit bis Anfang Januar gesucht wird. Laut "aero.de" warnte das Unternehmen in einem internen Rundschreiben: "Nun sehen wir uns aufgrund erhöhter Krankheitsquoten nicht mehr in der Lage, alle Umläufe zu bereedern. Die Crewdisposition arbeitet bereits an Szenarien zur Ausdünnung des Flugplans." Neben den Krankmeldungen erschweren demnach auch Quarantänepflichten die Personalplanung.

Mit Material der dpa

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