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WDH/ROUNDUP: Continental fängt sich etwas - Neue Sonderkosten belasten

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(Wiederholung: Die Überschrift wurde umformuliert.)

HANNOVER (dpa-AFX) - Nach dem Corona-Einbruch im Frühjahr läuft das Geschäft bei Continental <DE0005439004> wieder besser. Doch der teure Konzernumbau und die trüben Aussichten für die weltweite Autoproduktion halten den Zulieferer weiter unter Druck. Der Konzern gab sich nach dem dritten Quartal nun einen neuen Ausblick. Die Aktie verlor am Mittwoch nach den starken Vortagen.

Conti rechnet für das Jahr 2020 mit einem globalen Produktionsminus von bis zu 19 Prozent bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Der Umsatz des Konzerns könnte laut der neuen Prognose bei 37,5 Milliarden Euro landen (2019: 44,5 Mrd Euro) - unter der Maßgabe, dass sich unter anderem "keine neuen, unerwarteten Auswirkungen der noch andauernden Coronavirus-Pandemie" zeigen.

Um Sondereffekte bereinigt soll die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern 3,0 Prozent erreichen, nach 7,4 Prozent im Vorjahr. Die besonders von der Covid-19-Pandemie belastete Autozuliefersparte dürfte im Jahr einen operativen Verlust einfahren, wie es von den Hannoveranern am Mittwoch hieß. Im vierten Quartal würden erwartete Rückstellungen für Gewährleistungen und höhere Forschungs- und Entwicklungskosten in der Sparte stärker belasten als bisher angenommen, warnte das Unternehmen.

Die Aktie verlor am Vormittag rund 2,3 Prozent auf 104,60 Euro und schwankte spürbar. Goldman-Sachs-Analystin Gungun Verma bezeichnete den Ausblick als weitgehend wie erwartet. Das operative Ergebnis im vierten Quartal dürfte allerdings mit den angekündigten Sonderfaktoren einen deutlichen Schritt zurück machen. Die Prognose für das Geschäft mit Reifen und Kunststofftechnik liege jedoch besser als die Marktschätzungen. Investoren könnten insgesamt aber zuvor positiver gestimmt gewesen sein - die Sonderbelastungen könnten daher am Markt negativ aufgenommen werden.

Der Nettoverlust lag im dritten Quartal bei knapp 720 Millionen Euro. Das ist nur eine leichte Verbesserung zum Vorquartal, als unterm Strich ein Minus von 741 Millionen Euro in der Bilanz gestanden hatte. Im laufenden Betrieb meldete Conti hingegen eine klare Entspannung: Der Fehlbetrag vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten von 634 Millionen Euro wurde zuletzt in einen bereinigten Gewinn von 832 Millionen Euro gedreht.

"Wir haben uns im dritten Quartal operativ beachtlich gut geschlagen", sagte Vorstandschef Elmar Degenhart. "In einem weiter schwierigen Marktumfeld zeigen wir eine mehr als zufriedenstellende Leistung, auf der sich aufbauen lässt." In China und in Nordamerika stabilisierte sich der Automarkt. Der Umsatz der Hannoveraner liegt indes deutlich unter Vorjahresniveau: Er sank um mehr als 7 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Seit Jahresbeginn sackten die Erlöse gar um fast ein Fünftel ab, der Nettoverlust war auf dieser Basis noch um mehr als ein Viertel größer als 2019.

Degenhart, der Ende November an der Vorstandsspitze abgelöst werden soll, sprach von "einer gewissen Vorsicht", die man mit Blick auf die Folgen der Viruskrise aufrechterhalten müsse. Es gebe jedoch Anlass, nach dem beispiellos schwachen zweiten Quartal optimistischer zu werden. Vieles dürfte davon abhängen, wie gut es gelingt, die Pandemie einzudämmen. Die Auto- und Maschinenbauindustrie hatte während der ersten Corona-Welle mit drastischen Bestellrückgängen und unterbrochenen Lieferketten zu kämpfen.

Ein wichtiger Grund für die anhaltenden Belastungen sind auch hohe Abschreibungen und Umbaukosten. Continental muss den Wert einst übernommener Unternehmensteile berichtigen, ebenso den bestimmter Produktionsanlagen. Hinzu kommen die Kosten der umstrittenen Strategie "Transformation 2019-2029", mit der sich die Conti-Gruppe weiter in Richtung Software und Elektronik entwickeln will. Bis zum Jahresende werden hier "weitere Aufwendungen in noch nicht feststehender Höhe" erwartet. Und Rückstellungen für Gewährleistungen sowie höhere Forschungs- und Entwicklungskosten dürften stärker belasten als bisher angenommen, warnte der Konzern.

Gewerkschafter und Betriebsräte waren zuletzt Sturm gegen den ausgeweiteten Stellenabbau gelaufen, in Werken wie Aachen oder Karben sollen wesentliche Teile der Produktion dichtgemacht werden. Conti bemüht sich, möglichst viele Beschäftigte im Rahmen des strukturellen Umbruchs in der Branche weiter zu qualifizieren. Es werden jedoch auch viele der weltweit rund 30 000 betroffenen Jobs verlagert oder gestrichen. Degenhart erklärte: "Mit den jüngsten Entscheidungen im Vorstand und Aufsichtsrat haben wir einen wichtigen Meilenstein passiert und wenden unseren Blick jetzt verstärkt nach vorne."