Werbung
Deutsche Märkte öffnen in 4 Stunden 16 Minuten
  • Nikkei 225

    38.307,46
    -263,30 (-0,68%)
     
  • Dow Jones 30

    38.834,86
    +56,76 (+0,15%)
     
  • Bitcoin EUR

    60.630,67
    -142,03 (-0,23%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.386,10
    +48,34 (+3,61%)
     
  • Nasdaq Compositive

    17.862,23
    +5,21 (+0,03%)
     
  • S&P 500

    5.487,03
    +13,80 (+0,25%)
     

Google unter Beschuss: Investoren ärgern sich über „Scheinarbeit“ im Silicon Valley

Hat Google-CEO Sundar Pichai zu viele Angestellte im Bürowesen?  - Copyright: Getty Images / Justin Sullivan / Mitarbeitende
Hat Google-CEO Sundar Pichai zu viele Angestellte im Bürowesen? - Copyright: Getty Images / Justin Sullivan / Mitarbeitende

David Ulevitch, ein US-Investor der Silicon-Valley-Firma Andreessen Horowitz, hat sich in eine Debatte um angebliche „Scheinarbeit“ in der Technologiebranche eingemischt. Am Montag wurden seine Statements von Emily Sundberg veröffentlicht, einer Autorin des US-amerikanischen Business-Newsletters „Feed Me“. Darin bezeichnete der General Partner von Andreessen Horowitz Google als „ein erstaunliches Beispiel“ für Unternehmen, die Menschen in „scheinbaren Arbeitsplätzen“ beschäftige.

Scheinarbeit unter Büro-Angestellten?

Ulevitch bezieht sich auf den sogenannten „White-Collar Staff“. Der Begriff steht in Amerika für Angestellte, die in Büro- oder Verwaltungstätigkeiten arbeiten. Bei Google gehören dazu beispielsweise Mitarbeiter in Bereichen wie Ingenieurwesen, Design, Vertrieb, Marketing, Personalwesen und Rechtswesen.

WERBUNG

„Indem wir Megakonzerne so bevorzugen, entstehen vermehrt irrelevante Arbeitsplätze“, sagte er. „Jeder, der in einem Unternehmen mit mehr als 10.000 solcher Angestellten arbeitet, weiß, dass wahrscheinlich viele von ihnen morgen entlassen werden könnten“, fährt Ulevitch fort. „Und dass das Unternehmen den Unterschied kaum spüren würde. Vielleicht würde es sogar besser laufen, wenn sich weniger Leute in die Dinge einmischen würden.“

Der 42-jährige David Ulevitch David A. Ulevitch ist ein amerikanischer Unternehmer und Venture-Capital-Investor. Er war Gründer und CEO des Sicherheitsunternehmens OpenDNS.  Im Dezember 2016 wurde er zum SVP und GM von Cisco ernannt. - Copyright: OpenDNS
Der 42-jährige David Ulevitch David A. Ulevitch ist ein amerikanischer Unternehmer und Venture-Capital-Investor. Er war Gründer und CEO des Sicherheitsunternehmens OpenDNS. Im Dezember 2016 wurde er zum SVP und GM von Cisco ernannt. - Copyright: OpenDNS

Ulevitch war zuvor CEO des Web-Sicherheitsstartups Open-Dns, das er 2015 an Cisco für 635 Millionen US-Dollar (etwa 539,75 Millionen Euro) verkauft hat.

„Vor allem die gesellschaftliche Anerkennung dieser Jobs als ,sehr bedeutend‘ stellen keine Stärke, sondern eine Schwäche dar“, kommentierte er weiter. „Ich war selbst Teil dieser Gruppe während meiner beruflichen Laufbahn. Es fühlte sich großartig an: Die Leute behandelten mich wie jemanden von großer Bedeutung, als ich als Senior Vice President bei Cisco arbeitete.“ Das habe ihn natürlich auch beeinflusst: „Ich dachte, ich sei wirklich wichtig. Diese Dynamik ist in großen Unternehmen weit verbreitet. Und das ist enttäuschend.“

Google als „erstaunliches Beispiel“ für Scheinarbeit

Ulevitch zufolge sei ein Großteil der Menschen in diesen Jobs „nutzlos“ – und sei würden verwöhnt zu glauben, „dass diese nutzlosen Jobs tatsächlich wichtig sind – das sind sie nicht.“ Ihre Jobs würden zudem Geld aus den Rentenprogrammen des Rests der Belegschaft nehmen.

Ulevitch fuhr fort, Google speziell anzuprangern: Den Tech-Konzern nannte er „ein erstaunliches Beispiel“ für Scheinarbeit. „Wahrscheinlich leistet die Hälfte der Büro-Angestellten bei Google keine echte Arbeit“, sagte er dann. „Das Unternehmen hat seit über einem Jahrzehnt Milliarden von Dollar pro Jahr für Projekte ausgegeben, die nirgendwohin führen. All dieses Geld hätte an Aktionäre zurückgegeben werden können, die Rentenkonten haben.“

Google reagierte nicht sofort auf eine Anfrage unserer US-Kollegen um einen Kommentar. Auf Anfrage per E-Mail um eine Reaktion zu seiner Aussage sagte Ulevitch zu Business Insider: „Mein einziger Kommentar ist, dass ich denke, dass das zu den am wenigsten kontroversen Dingen gehört, die ich je gesagt habe.“

Das sagen andere Investoren zu Scheinarbeit in Mega-Konzernen

Andere Risikokapitalgeber haben sich in den letzten Jahren ebenfalls in die Debatte um „scheinbare Arbeit“ und Überbeschäftigung in Big Tech eingemischt. Der US-amerikanische Softwareentwickler Marc Andreessen etwa hat im Jahr 2022 getwittert: „Die guten großen Unternehmen sind um das Zweifache überbesetzt. Die schlechten großen Unternehmen sind um das Vierfache oder mehr überbesetzt.“

Keith Rabois, Tech-Investor und ehemalige Führungskraft bei Paypal und Linkedin, schrieb im letzten Jahr Massenentlassungen bei Meta und Google diesem Trend zu. Er sagte: „All diese Leute waren überflüssig, das war schon lange so. Die Eitelkeitsmetrik, immer mehr Mitarbeiter einzustellen, war in gewisser Weise der falsche Gott.“ Er fuhr fort: „Für diese Leute gibt es nichts zu tun … das ist alles scheinbare Arbeit. Jetzt wird das aufgedeckt. Was machen diese Leute eigentlich? Sie gehen zu Meetings.“

Auch Thomas Siebel, Gründer und ehemalige Hauptaktionär der Firma Siebel Systems, sagte letztes Jahr, dass Google und Meta zu viele Mitarbeiter eingestellt und nicht genug Arbeit für sie gehabt hätten: „Sie haben wirklich nichts gemacht, sie haben von zu Hause aus gearbeitet“, behauptete er. „Wenn ihr von zu Hause aus arbeiten wollt, vier Tage lang in eurem Schlafanzug, geht zu Facebook.“

Mark Zuckerberg hat eine Abneigung gegen „Manager, die Manager verwalten“

Tech-Firmen wie Meta und Google haben in den letzten Jahren Tausende von Arbeitnehmern entlassen. Dabei haben sie oft ihr „Interesse an mehr Effizienz“ angeführt. So erklärte Meta-CEO Mark Zuckerberg das Jahr 2023 etwa zum „Jahr der Effizienz“ des Unternehmens. Folglich äußerte er seine Abneigung gegenüber einer aufgeblähten Organisationsstruktur von „Managern, die Manager verwalten“.

Und Google-CEO Sundar Pichai soll während eines allgemeinen Treffens im Jahr 2022 gesagt haben, dass „es echte Bedenken gibt, dass unsere Produktivität insgesamt nicht dort ist, wo sie für die Anzahl der Mitarbeiter sein sollte, die wir haben.“

Lest den Originalartikel auf Englisch hier.