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Wasserstoff-Aktien im Höhenflug - Experten warnen vor Rückschlägen

FRANKFURT/LONDON/PARIS (dpa-AFX Broker) - Wasserstoff ist auch an der Börse ein heißes Eisen. So zogen die Aktienkurse von vielen Unternehmen, die den Energieträger Wasserstoff produzieren, speichern oder verteilen, deutlich an. Und auch Hersteller von Brennstoffzellen, die zur Wandlung von Wasserstoff in elektrische Energie gebraucht werden, waren sehr gefragt. In einer nachhaltigen Energiewirtschaft werde Wasserstoff eine wesentliche Rolle im Verkehr und auch bei der Speicherung alternativer Energien spielen, schrieb der Forschungsverbund "Erneuerbare Energien".

Der Börsenwert des norwegischen Wasserstoffspezialisten Nel <NO0010081235> etwa stieg in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 230 Prozent auf umgerechnet rund 2,4 Milliarden Euro. Bei dem britischen Hersteller von Wasserstoff-Energieanlagen ITM Power <GB00B0130H42> steht gar ein Plus von 800 Prozent zu Buche.

Die Kurse der Brennstoffenzellenhersteller Powercell aus Schweden <SE0006425815>, Ceres Power aus Großbritannien <GB00B0351429> und Ballard Power aus Kanada <CA05858H1047> haben sich in diesem Zeitraum verdreifacht. Bei allen Werten ist aber zu beachten, dass die Marktkapitalisierung mit Werten von umgerechnet zwischen rund 1 Milliarde und 2,5 Milliarden Euro immer noch sehr gering ist. Experten warnen zudem immer wieder auch vor Rückschlagpotenzial.

Mit umgerechnet 25 Milliarden Euro deutlich höher bewertet ist der Elektrofahrzeug-Hersteller und Tesla-Rivale <US88160R1014> Nikola <US6541101050> aus den USA. Das Unternehmen will nicht nur mit elektrisch angetriebenen Lkws, sondern auch mit Brennstoffzellen-Pickups Geld verdienen. Noch allerdings verzeichnet das Unternehmen keine nennenswerten Umsätze. Immerhin sollen Ende Juni die ersten Fahrzeuge bestellbar sein.

Wer es konservativer mag, kann aber auch über die Standardtitel Air Liquide <FR0000120073> und Linde <IE00BZ12WP82> in das zukunftsträchtige Thema investieren. Die beiden Industriegaskonzerne produzieren unter anderem auch Wasserstoff. Da die beiden Unternehmen mit einem Börsenwert von 60 Milliarden Euro beziehungsweise 100 Milliarden Euro deutlich schwergewichtiger sind, sind hier die Chancen allerdings deutlich geringer - aber immerhin zählten beide Titel in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Kursplus von 20 Prozent (Air Liquide) und 10 Prozent (Linde) zu den besten Standardaktien in Frankreich und Deutschland.

Unter den deutschen Nebenwerten werden immer wieder die Aktien von 2G Energy <DE000A0HL8N9> und SFC Energy <DE0007568578> als mögliche Profiteure eines potenziellen Wasserstoffbooms genannt. So zogen die Papiere des Brennstoffzellenherstellers SFC Energy in den vergangenen Tagen deutlich an, liegen aber immer noch leicht unter dem Niveau, das sie vor einem Jahr hatten. Zudem ist die Marktkapitalisierung mit rund 175 Millionen Euro gering.

Mit rund 250 Millionen Euro bringt der Kraftwerbetreiber 2G Energy, dessen Anteile ihr Jahresplus in den vergangenen Tagen auf fast 50 Prozent ausbauten, etwas mehr auf die Waage. Wer indes als Anleger lieber breiter gestreut investieren will, kann auf börsengehandelte Indexfonds oder Zertifikate ausweichen./zb/la/he

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