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Warum Warren Buffett nicht möchte, dass Sie mit Aktien handeln wie er selbst

Mandi Woodruff
Yahoo Finanzen International
Warren Buffett (Bild: dpa)

Warren Buffet wurde nicht zum Multi-Milliardär und konnte seine Firma, Berkshire Hathaway (BRK), nicht zu einem 317 Milliarden Euro schweren Giganten aufbauen, ohne ein paar große Investitionen zu tätigen. Aber wenn Sie das 85-jährige „Orakel von Omaha“ fragen, wie man seinen Erfolg für sein eigenes Unternehmen wiederholen kann, dann sollten Sie nicht erwarten, dass er seine Tricks offenlegt. Buffet hat über die Jahre eine Sache klargestellt: der durchschnittliche individuelle Investor wäre weit besser beraten, wenn er nicht versuchen würde, andere nachzuahmen.

Investitionen wie Buffet zu tätigen, ist nicht einfach nur die Liste von Berkshires Anteilen durchzusehen und Aktien von beliebten Unternehmen wie American Express, At&T und Costco zu kaufen.  Dieser Mann hat den Aktienwert von Berkshire Hathaway zwischen 1964 und 2015 um  über 1.000.000%  gesteigert und ließ damit den mageren Gewinn von 2.300% von S&P 500 im gleichen Zeitraum weit hinter sich. Buffett ist sehr viel mehr als nur ein talentierter Investor. Er ist ein Verhandlungsgenie sondergleichen, dem Milliarden an Dollar zur Verfügung stehen, was es ihm ermöglicht, mit börsennotierten Unternehmen Geschäfte zu machen, wie es für den Rest von uns niemals möglich wäre.

Ein aktuelles Beispiel ist sein Deal mit General Electric von 2008. GE erholte sich nur langsam nach dem Börsenkrach 2008 und konnte Buffet an Bord holen, um Stammaktien im Wert von 10,56 Milliarden Euro zu veräußern. Um den Deal noch besser zu machen, ließ GE ihn GE Aktien im Wert von 2,6 Milliarden Euro zu einem Festpreis von 19,59 Euro kaufen – egal für wie viel die GE-Aktien zu dieser Zeit gehandelt wurden – und garantierte ihm eine 10% Dividende. Solche Deals existieren für den normalen Menschen einfach nicht. Wir haben noch nicht mal einen Platz am Verhandlungstisch.

Ganz oder gar nicht

Nicht zu erwähnen, dass der Rest von uns keine strategischen Investitionen tätigen kann, die uns Einkünfte in der Zukunft sichern. Buffett gibt zu diesem Thema gerne Ratschläge. „Was die meisten Leute tun sollten, [ist] einen billigen Indexfond zu kaufen und dann langsam Gewinn damit zu machen“, sagte er in einer Rede an der University of Texas-Austin 2008. „Wenn Sie versuchen, ein bisschen schlau zu sein, indem sie eine Stunde pro Woche damit verbringen, zu investieren, dann sind Sie wirklich dumm.“

Indexfonds werden als verlässliche Möglichkeit für durchschnittliche Investoren angesehen, Erfahrungen an der Börse zu sammeln, ohne zu viel Risiko einzugehen. Das liegt daran, weil diese Fonds eine Vielfalt an Entitäten umfassen wie den Vanguard Total Stock Index Fond, der Ihnen ein Stück des gesamten US-amerikanischen Aktienmarktes gibt. Sie können eine gute Option für Investoren sein, die für Ihre Rente sparen und nach einer Möglichkeit suchen, der Inflation entgegenzuwirken und ihre Ersparnisse zu schützen, bis sie in Rente gehen. Aber erwarten Sie keine Gewinne im Ausmaß von Buffetts. Damit erhalten Sie keine zweistellige Rendite wie die Berkshire Hathaway Aktionäre. Die Unternehmensaktien machten dieses Jahr 11% Gewinn, verglichen mit dem mageren Gewinn von 2% für S&P 500.

Außer wenn Sie sechs bis acht Stunden pro Woche aufbringen können, um den Markt zu beobachten, sollten Sie es gar nicht erst versuchen, sagt er. „Es ist nichts verkehrt daran, ein Investor ‚ohne Ahnung‘ zu sein, der es erkennt“, sagte er. „Das Problem ist, wenn Sie sein ‚Investor sind, der nichts weiß, aber denkt, dass er etwas weiß‘.“

Buffet empfiehlt neuen Investoren zwei Bücher: den Wälzer „The Intelligent Investor“ von Benjamin Graham aus dem Jahr 1949 und „Common Sense on Mutual Fund: New Imperatives for the Intelligent Investor“ von Vanguard-Gründer John Bogle aus dem Jahr 1999.

Am 30. April ab 16 Uhr streamt Yahoo! Finanzen die Berkshire-Hathaway-Hauptversammlung live. Alle Infos dazu und interessante Geschichten über das Unternehmen und Warren Buffett finden Sie hier.