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VW-Konzern finanziert Audis Bayern-Sponsoring heimlich mit – dafür sollen die Stars aber auch mal vor einem Volkswagen posieren

·Lesedauer: 3 Min.
AUDI AG
AUDI AG

"Gracias por las fotos", twitterte Herbert Diess vergangene Woche an Javier Martinez. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern München hatte dem Konzernchef einige Bilder von sich vor einem weißen ID.3 geschickt. "Gute Wahl", schrieb der Konzernchef entzückt.

Gute Wahl? Ein Bayern-Spieler, der mit einem Elektro-VW wirbt? Früher hätte es in Ingolstadt wohl einen Aufschrei gegeben. Seit bald 20 Jahren überweist Audi ein Vermögen nach München, um sich im Glanz des größten Fußballverein der Welt zu sonnen. Die Premium-Marke ist sogar Anteilseigner des Clubs. Doch diesmal sagte der Audi-Chef: nichts. Der Grund ist wohl ein bis heute geheim gehaltener Deal mit dem VW-Konzern: Denn ohne eine regelmäßige Finanzspritze aus Wolfsburg hätte Audi den kostspieligen Sponsoren-Deal nicht finanzieren können.

„Der FC Bayern München passt perfekt zur strategischen Neuausrichtung von Audi“, sagte Audi-Marketing-Chefin Hildegard Wortmann Anfang 2020. Bei dem Termin verkündeten die beiden Weltmarken die Partnerschaft bis 2029 vorzeitig zu verlängern, sie verschwiegen aber die Details des Vertrags. So zahlt Audi rund 35 Millionen Euro pro Jahr – ungefähr so viel wie in den Jahren zuvor. Weitere knapp zehn Millionen Euro kommen nach Informationen von Business Insider aus der Konzernkasse. Im Gegenzug dürfen sich auch andere Marken wie VW, Skoda oder MAN mit den Bayern schmücken. Dies bestätigte Audi auf Anfrage.

Der komplizierte Mehrmarken-Deal hat eine packende Vorgeschichte. So startete BMW 2018 einen Angriff, Audi als amtierenden Bayern-Sponsor abzulösen. Unterstützt von der Münchner Politik-Prominenz bot der damalige Vorstandschef Harald Krüger dem Fußballverein einen gigantischen Vertrag an. Diess machte als Aufsichtsratschef von Audi den Machtpoker mit seinem ehemaligen Arbeitgeber zur Chefsache. Monatelang ging es hin und her. Im März 2019 präsentierte Bayern-Boss Uli Hoeneß sogar eine Vereinbarung mit BMW für die Zukunft. Kurz vor der Vertragsunterzeichnung platzte das angebliche 800-Millionen-Euro-Geschäft aber wieder. Das BMW-Management hatte noch versucht, eine Rücktrittsklausel nachzuverhandeln und verschreckte damit die Bayern-Führung.

In der Folge verhandelten Bayern und Audi über eine Ausweitung des bis 2025 laufenden Vertrags. Die Dieselkrise hatte die Ingolstädter allerdings voll erwischt, ein radikaler Sparkurs war angesagt, zig Tausend Stellen sollten abgebaut werden. Ein kostspieliger Sponsorenvertrag war kaum zu vermitteln und erhielt intern keine Mehrheit. Die Botschaft aus Ingolstadt: Wenn der Konzern den Deal unbedingt möchte, muss er bei der Finanzierung helfen. Der Vorgang wanderte von Audis Sponsoring Committee nach Wolfsburg bis in den Konzernvorstand. Dort entschied das Top-Management, den Bayern-Vertrag bis 2029 zu verlängern und die Mehrkosten für Audi von rund zehn Millionen Euro jährlich aus der Konzernkasse zu finanzieren.

"Angesichts des immensen Werbewerts von Bayern München in den für uns wichtigen Märkten in Asien und insbesondere in China ist die Entscheidung zu rechtfertigen", sagt ein VW-Manager. Dafür sicherte sich der Konzern nämlich Sonderrechte. So muss Audi akzeptieren, dass beispielsweise die Marke VW nun eine Social-Media-Kampagne mit der Jugendabteilung von Bayern München macht, Skoda eine Veranstaltung in der Allianz-Arena durchführt oder einige VW-Bullis auf dem Vereinsgelände unterwegs sind. "Das erste Auto für Spieler und Offizielle stellt Audi", sagt ein Sprecher. Bei den Zweitwagen könnte es aber unter Umständen auch mal eine andere Marke sein.

Was den neuen ID.3 von Mittelfeldspieler Martinez angeht: Nach Konzernangaben habe der spanische Fußballer seinen Freund Herbert Diess nur um Hilfe gebeten, damit er sich privat das Elektroauto kaufen könne.

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