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Volvo verabschiedet sich von seiner Lederausstattung — auch diese Autobauer folgen dem veganen Trend

·Lesedauer: 3 Min.
Mit dem C40 Recharge möchte Volvo in eine umweltfreundlichere Zukunft abbiegen. Das SUV kommt komplett ohne Leder aus.
Mit dem C40 Recharge möchte Volvo in eine umweltfreundlichere Zukunft abbiegen. Das SUV kommt komplett ohne Leder aus.

Lederausstattungen waren seit der Frühzeit des Automobils ein Alleinstellungsmerkmal von luxuriösen Fahrzeugen und gehobenen Ausstattungsvarianten, da sie ein gewisses Prestige versprühten. Angesichts des gestiegenen Umweltbewusstseins und dem Trend hin zu einer veganen Lebensweise dürfte das aber schon bald der Geschichte angehören.

Ab 2030 baut Volvo nur noch lederfreie E-Autos

Die Traditionsmarke Volvo hat jetzt angekündigt, dass ihre zukünftigen Elektromodelle komplett lederfrei sein werden. Die Entscheidung ist dahingehend nachvollziehbar, dass Käufer von Elektroautos einen besonders hohen Wert auf einen möglichst geringen CO2-Abdruck bei der Produktion ihres Fahrzeugs.

Los geht es mit dem SUV-Coupé C40 Recharge, das bereits bestellt werden kann. Ab 2025 soll schon jeder zweite Volvo einen rein elektrischen Antrieb haben, ab 2030 möchte der Hersteller dann nur noch E-Autos anbieten. Das heißt, dass in spätestens neuen Jahren der letzte Volvo mit einer Lederausstattung die Werkshallen verlassen wird.

Der Autobauer möchte Teil der Circular Economy sein

Die Tochtermarke des chinesischen Geely-Konzerns möchte die Kuhhäute vor allem mit Nordico ersetzen. Das ist ein selbst entwickeltes Textil, das aus recycelten PET-Flaschen und Weinkorken, sowie organischen Materialien, die aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in Finnland und Schweden stammen sollen. Bis 2040 möchte Volvo zu einem komplett kreisläufig wirtschaftenden Unternehmen werden.

Der erste Schritt dahin ist, dass die Autos ab 2025 aus 25 Prozent recycelten oder nachhaltig angebauten Materialien bestehen sollen. Zudem dürfen alle unmittelbaren Zulieferer des Autobauers bei der Produktion nur noch Strom aus erneuerbaren Energien nutzen. Der teilweise Verzicht auf Materialien tierischen Ursprungs hat durchaus ein gewisses Potenzial den CO2-Fußabdruck des Autos etwas zu verkleinern. Die Viehwirtschaft ist für über 14 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Laut Volvo soll die Materialanmutung in dem neuen SUV-Coupé C40 Recharge trotzdem hochwertig sein.
Laut Volvo soll die Materialanmutung in dem neuen SUV-Coupé C40 Recharge trotzdem hochwertig sein.

Das Leder ist meist kein Nebenprodukt

Man könnte natürlich argumentieren, dass die verwendeten Tierhäute als Nebenprodukte bei der Fleischproduktion anfallen. Die für das hochwertige Autoleder geschlachteten Rinder werden aber meist auf speziellen Farmen gehalten. Zudem werden für das Weideland der Tiere in Südamerika mitunter Teile des Regenwalds gerodet.

Laut Aussage des Autobauers geht es ihm bei dem Verzicht auf Leder aber nicht nur um die Reduzierung der CO2-Emissionen. Den Schweden liegt angeblich auch das Tierwohl am Herzen. Deshalb soll die optional im Innenraum verwendete Wolle nur noch aus zertifizierten und voll transparenten Quellen stammen.

Auch Mini sagt den Tierhäuten adieu

Volvo ist nicht der einzige Autobauer, der sich im Interieur bald von Tierhäuten verabschieden wird. Auch Oliver Heilmer, der Chefdesigner der britischen BMW-Tochter Mini, hat angekündigt, dass seine Marke bei all ihren zukünftigen Modellen Lederausstattungen aus dem Angebot streichen wird. Und das, obwohl 2020 auf dem Heimatmarkt noch über die Hälfte aller Minis mit der prestigeträchtigen Option ausgeliefert wurden.

Auch andere Hersteller, wie zum Beispiel Mercedes oder Land Rover trimmen ihre Innenräume mit Materialien aus nachhaltigen Rohstoffen und veganem Lederimitat auf mehr Nachhaltigkeit. Allerdings bieten die meisten Marken die Leder-Alternativen bisher meist nur optional an.

Der Verzicht kann auch die Produktionskosten senken

Der Großteil der Branche ziert sich noch, die gegerbten Tierhäute komplett aus dem Programm zu nehmen. Ein Teil der Stammkundschaft lehnt die nicht tierischen Sitzbezüge noch ab, da sie sich nicht ganz so fein anfühlen würden wie das seit Jahrzehnten gewohnte Leder. Vor allem im Premium-Bereich ist dieses Phänomen zu beobachten.

Dabei kann der Verzicht auf das traditionelle Luxusmaterial für die Hersteller auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn ergeben. Die synthetischen Werkstoffe sind in der Produktion teilweise billiger, was bei gleichbleibenden Verkaufspreisen potenziell auch die Marge pro Auto erhöhen kann.

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