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VIRUS: Gespräche über Beziehung nach Brexit wegen Coronavirus abgesagt

LONDON/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Großbritannien und die Europäische Union haben die geplante zweite Verhandlungsrunde über ihre künftigen Beziehungen in der kommenden Woche in London abgesagt. Das teilten beide Seiten am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit. "Angesichts der jüngsten Covid-19-Entwicklungen haben die Unterhändler der EU und Großbritanniens heute gemeinsam entschieden, die Verhandlungsrunde in der nächsten Woche nicht wie ursprünglich geplant durchzuführen", hieß es darin. Stattdessen werde derzeit geprüft, inwiefern beispielsweise per Videokonferenz weiterverhandelt werden könnte.

Die zweite Verhandlungsrunde hätte eigentlich am Mittwoch in London beginnen sollen. Bei der ersten Runde in Brüssel hatten die Unterhändler bislang wenig Fortschritt erzielt. Doch die Zeit drängt. London und Brüssel haben nur bis Ende Dezember Zeit, um sich auf ein Freihandelsabkommen und die Kooperation in weiteren Bereichen zu einigen, bevor die Brexit-Übergangsphase ausläuft. Ansonsten drohen vor allem der Wirtschaft schwere Konsequenzen.

Großbritannien war am 31. Januar aus der Staatengemeinschaft ausgeschieden, unterliegt aber noch bis Jahresende EU-Regeln. Eine Verlängerung der Übergangsfrist, die noch bis Ende Juni offen steht, lehnt der britische Premierminister Boris Johnson vehement ab. Er will die Gespräche sogar verfrüht beenden, sollte bis zum Sommer nicht ausreichend Fortschritt erreicht sein.