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US-WAHL: Biden baut Vorsprung in Pennsylvania weiter aus

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WASHINGTON (dpa-AFX) - Bei der Auszählung der US-Präsidentschaftswahl ist auch bis zum späten Freitagabend (Ortszeit) noch kein Sieger ermittelt worden. Der Herausforderer der Demokraten, Joe Biden, lag aber weiter sehr gut im Rennen und führte in den vier entscheidenden noch offenen Staaten. Beobachter gingen davon aus, dass sich seine Lage weiter verbessern sollte - rechnerisch war es aber immer noch möglich, dass sich das Blatt noch wenden könnte. Sein Wahlkampfteam hatte für den Abend wie auch in den Tagen zuvor eine kurze Ansprache angekündigt.

In Pennsylvania lag Biden am Abend nach neuen Zahlen aus Pittsburgh gut 27 100 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump. Geschätzt gut 90 000 Stimmen standen noch zur Zählung aus - bei den jüngsten Aktualisierungen hatte Biden seine Position konstant verbessern können. Die noch offenen Stimmen stammten zudem aus Gegenden, in denen die Demokraten sehr stark waren.

Darüber hinaus setzten die Behörden die Auswertung von bis zu 30 000 abgegebenen Stimmen fort, bei denen Daten nachkontrolliert werden mussten. Darunter sind beispielsweise solche von Wählern, die nicht in einem Wahlbüro abgestimmt haben, in dem sie registriert waren, sondern in einem anderen. Damit diese Stimmen gezählt werden können, halten Wahlhelfer Rücksprache mit dem ursprünglichen Wahlbüro.

In Georgia konnte Biden seinen sehr knappen Vorsprung auf rund 4400 Stimmen am Freitag beinahe verdreifachen. Experten erwarteten, dass auch die noch ausstehenden Stimmen diesen Vorsprung vergrößern. Einige tausend Briefwahlstimmen lagen noch vor, außerdem standen auch hier ebensoviele Stimmen zur Überprüfung an. Bei 8400 Stimmen, die an Militärangehörige nach Übersee verschickt worden waren, war unklar, wie viele davon noch zurück auf dem Weg an die Wahlleiter waren. Außerdem war am Freitag eine voraussichtliche Nachzählung aller Stimmen angekündigt worden, weil beim Gesamtergebnis des Staates Biden und Trump voraussichtlich weniger als einen halben Prozentpunkt auseinanderliegen werden.

In Arizona sank Bidens Vorsprung auf knapp unter 30 000 Stimmen. Etwa 173 000 Stimmen standen am Wochenende noch zur Auszählung an. In welchem Takt neue Ergebnisse verkündet werden sollen, war unklar. Zuletzt hatte Trump am Freitag zwar Boden gut gemacht, allerdings lag er damit nicht im nötigen Korridor, um am Ende doch noch den Staat zu gewinnen.

In Nevada verdoppelte Biden am Freitag seinen Vorsprung auf gut 22 700 Stimmen nahezu. Etwa 125 000 Stimmen standen noch aus. Hier gingen Wahlkommentatoren nicht davon aus, dass sich durch noch ausstehende Stimmen etwas an dieser Mehrheit ändern würde, weil diese zu 90 Prozent aus Clark County mit der Großstadt Las Vegas stammen, wo die Demokraten starke Unterstützung bekommen.