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US-Regierung verklagt Walmart wegen Schmerzmittel-Krise

Reuters
·Lesedauer: 2 Min.

Apotheken des Unternehmens hätten Schmerzmittel und kontrollierte Substanzen rechtswidrig an Patienten abgegeben. Das geht aus der Klageschrift des US-Justizministeriums hervor.

Die US-Regierung verklagt den größten amerikanischen Einzelhändler wegen seiner Rolle in der Opioid-Krise. Das US-Justizministerium teilte am Dienstag in Washington mit, Walmart werde vorgeworfen, süchtig machende Schmerzmittel unrechtmäßig verkauft und damit zur verheerenden Opioid-Epidemie in den USA beigetragen zu haben. Dem Unternehmen könnten laut Justizressort Geldstrafen in Milliardenhöhe drohen.

Als eine der größten Apothekenketten und als Großhändler für Arzneimittel hätte Walmart die Verantwortung und auch die Mittel gehabt, mit gegen die Verbreitung solcher Präparate anzugehen, argumentierte das Ministerium. Das Unternehmen habe jedoch das Gegenteil getan - es habe über Jahre in Tausenden Fällen Medikamente trotz ungültiger Rezepte ausgegeben und versäumt, verdächtige Bestellungen den Behörden zu melden. Der Konzern habe daraus einen „substanziellen Nutzen“ gezogen, damit jedoch die Folgen der Krise verschärft. Damit habe Walmart seine Pflichten bei der Ausgabe von Medikamenten verletzt.

Walmart weist Vorwürfe zurück

Walmart hatte seinerseits Ende Oktober bereits juristische Schritte gegen die US-Regierung eingeleitet, um gerichtlich klären zu lassen, ob Arzneimittelhändler zur Verantwortung gezogen werden können. Damit kam das Unternehmen der Klage der Regierung zuvor. Das Unternehmen argumentiert, die Mitarbeiter hätten nur ihre Pflicht erfüllt und Arzneimittel angeboten, die Kunden von Ärzten mit Zulassung der US-Behörden verschrieben worden seien.

Am Dienstag reagierte Walmart mit heftiger Kritik auf die Klage und wies die Vorwürfe zurück. Die US-Drogenverfolgungsbehörde DEA habe in der Opioid-Krise versagt, indem sie nicht verhindert habe, dass Ärzte unangemessen Opioide verschrieben. Nun werde Walmart die Schuld zugeschoben. Die Klage erfinde eine nicht nachvollziehbare Rechtstheorie und sei voller sachlicher Ungenauigkeiten.

Opioide sind zum Teil synthetisch hergestellte Arzneimittel mit unter anderem schmerzlindernden Eigenschaften. Sie bergen jedoch auch enorme Abhängigkeitsrisiken und hohes Missbrauchspotenzial. Die Opioid-Epidemie in den USA hat laut der Gesundheitsbehörde CDC seit der Jahrtausendwende zu mehr als 450 000 Toten geführt. Walmart zählt zwar nicht zu den Pharma-Konzernen, denen häufig eine Hauptschuld an der Misere gegeben wird, steht als großer Medikamentenhändler mit vielen Apothekenschaltern aber ebenfalls schon länger in der Kritik.

Die Walmart-Aktien sanken um 1,21 Prozent. Im Zuge der Opioid-Krise sind in den USA seit 1999 etwa 450.000 Menschen durch Überdosen von verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln und illegalen Drogen ums Leben gekommen.