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US-Flugzeugträger soll nach Corona-Krise wieder auslaufen

WASHINGTON (dpa-AFX) - Etwa einen Monat nach dem Bekanntwerden von Coronavirus-Infektionen an Bord eines US-Flugzeugträgers soll die "USS Theodore Roosevelt" in Kürze wieder in See stechen. Nach Ablauf ihrer Zeit in vorbeugender Corona-Isolation auf der Pazifikinsel Guam begannen Hunderte Soldaten mit der Rückkehr auf das Schiff, wie die US-Marine am Mittwoch mitteilte. Es gehe dabei um die mehr als 4000 Besatzungsmitglieder, bei denen Tests auf das neuartige Coronavirus zwei Mal negativ ausgefallen seien. Es werde mehrere Tage dauern, alle Soldaten wieder an Bord zu bekommen, hieß es weiter.

Fast 1000 Crew-Mitglieder des nukleargetriebenen und hochgerüsteten Flugzeugträgers wurden positiv auf das Coronavirus getestet, wie die Marine am Montag erklärt hatte. Davon seien 14 wieder genesen, hieß es. Das Schiff war wegen der Infektionen am 27. März in Guam vor Anker gegangen und wurde daraufhin weitgehend evakuiert. Die rund 700 Besatzungsmitglieder, die aus Sicherheitsgründen und zur Aufrechterhaltung kritischer System wie des Reaktors an Bord geblieben waren, sollen nun vorsorglich in Guam isoliert werden.

Der Coronavirus-Ausbruch auf dem Schiff hatte die US-Marine erschüttert. Kapitän Brett Crozier hatte Ende März in einem dramatischen Brief um Hilfe der Militärführung und eine rasche Evakuierung des Schiffs gebeten. Crozier wurde entlassen, nachdem das Schreiben an die Öffentlichkeit gelangt war. Das Schiff wurde evakuiert. Wenig später reichte dann der zuständige amtierende Marinestaatssekretär Thomas Modly seinen Rücktritt ein, nachdem er wegen abfälliger Äußerungen über Crozier in die Kritik geraten war.

Das Verteidigungsministerium leitete eine Untersuchung der Angelegenheit ein. Inzwischen wird US-Medienberichten zufolge auch geprüft, Crozier wieder zum Kapitän des Flugzeugträgers zu berufen.