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US-Börsen schließen nach Jobdaten im Minus – Gamestop-Aktie verliert elf Prozent

Reuters
·Lesedauer: 3 Min.

Viele Anträge auf Arbeitslosenhilfe sorgen für Verunsicherung an der Wall Street. Anleger trennen sich auch von den großen Tech-Unternehmen.

In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange. Foto: dpa
In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange. Foto: dpa

Überraschend viele Anträge auf Arbeitslosenhilfe haben die Anleger an den US-Börsen am Donnerstag verunsichert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer auf 31.493 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,7 Prozent auf 13.865 Punkte nach. Der breit gefasste S & P 500 büßte 0,4 Prozent auf 3913 Punkte ein.

Insgesamt stellten vergangene Woche 861.000 Amerikaner einen Antrag auf staatliche Stütze. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 765.000 Anträge gerechnet. „Der Teil der Wirtschaft, der hinter den Erwartungen zurückbleibt, ist eindeutig die Beschäftigung“, sagte Ryan Detrick, Chef-Marktstratege beim Vermögensverwalter LPL Financial.

Nach Einschätzung der Analystin Carol Kong von der Commonwealth Bank sind die Anleger auf Richtungssuche. Auf der einen Seite schürten die geplanten zusätzlichen Corona-Staatshilfen in den USA Hoffnungen auf frischen Wind für die Weltwirtschaft. Gleichzeitig bereite Anlegern die Ausbreitung von Coronavirus-Mutanten Sorgen.

Blick auf die Einzelwerte

US-Anleger trennten sich vor allem von Technologiewerten wie Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet, die seit März 2020 zu den Favoriten der Börsenrally zählten. Die Papiere gaben bis zu einem Prozent ab. Anleger hinterfragten zunehmend die hohen Bewertungen im Tech-Sektor, sagte Stratege Hussein Sayed vom Brokerhaus FXTM.

Facebook-Papiere fielen um rund 2,5 Prozent. Das weltgrößte Online-Netzwerk geht im Streit um das geplante Mediengesetz in Australien zum Angriff über und sperrte in der Nacht zu Donnerstag ohne Vorankündigung jegliche Nachrichteninhalte. In Australien soll ein Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht werden, der Plattformen wie Facebook und Google zwingt, ihre mit Nachrichteninhalten generierten Werbeeinnahmen mit Medienhäusern zu teilen.

Walmart-Aktien verloren mehr als sechs Prozent, nachdem der weltweit größte Einzelhändler die Gewinnschätzungen im Quartal verfehlt hatte.

Im Rampenlicht stand auch die Gamestop-Saga. Die Aktien des Videospielhändlers gingen zum Auftakt einer Anhörung der Hauptprotagonisten vor dem US-Repräsentantenhaus auf Berg- und Talfahrt und schlossen mehr als elf Prozent im Minus. Im Januar hatten Kleinanleger mit konzertierten Käufen Hedgefonds zur Auflösung von Wetten auf den Verfall des Gamestop-Kurses gezwungen, diese damit sogar teils in die Bredouille gebracht und die Börsen weltweit in Unruhe versetzt.

Vor dem Ausschuss muss auch der YouTuber „Roaring Kitty“ aussagen. Gegen Keith Gill, der sich hinter dem Pseudonym verbirgt, läuft eine Klage. Ein Käufer von Gamestop-Optionen wirft ihm vor, seine Finanzausbildung verheimlicht und Privatanleger zum Kauf von überteuerten Aktien gebracht zu haben. Auch die Chefs der Handelsplattformen Robinhood und Reddit müssen sich verantworten, ebenso wie die Chefs der Hedgefonds Citadel und Melvin Capital.

Schlecht war die Stimmung auch bei den Aktionären von Boeing, die Aktien sackten als zweitgrößter Dow-Verlierer um 3,3 Prozent ab. Hier waren die Vorgaben aus Europa mit deutlichen Kursverlusten auch bei Airbus düster. Die Coronakrise und der geplante Abbau von Arbeitsplätzen haben dem europäischen Konkurrenten einen Milliardenverlust eingebrockt.

Gewinner kamen zum Beispiel aus den Sektoren Konsumgüter, die bei Anlegern meist als defensive Anlagemöglichkeiten in unruhigen Börsenzeiten angesehen werden. Im Dow gehörten die Aktien von Coca-Cola, Procter & Gamble und McDonald's mit Anstiegen zwischen 0,8 und 1,3 Prozent zur Spitzengruppe.

Im S & P 500 fielen die am Vortag schon kräftig gestiegenen Aktien des Ketchupkonzerns Kraft Heinz mit einer andauernden Rally auf. Dank eines Kurssprungs um 5,2 Prozent festigten die Papiere ihren höchsten Stand seit zwei Jahren. Experten zufolge kam es hier zu Anschlusskäufen, nachdem die Aktien am Mittwoch eine wichtige charttechnische Marke durchbrochen hatten.